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Historisches Ortslexikon

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5123 Niederaula
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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 65. Niederaula

Weitere Informationen

Kleba

Ortsteil · 235 m über NN
Gemeinde Niederaula, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

10,5 km südwestlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage:

Siedlung ohne Kern mit einfachem, regellosem Grundriss in Tallage am rechten Ufer der Aula, einem Nebenfluss der Fulda. 1871 wird die erste Aulabrücke errichtet.

Im Nordwesten verläuft die A 7, im Osten, parallel zur jenseits verlaufenden Aula, die B 454.

Ersterwähnung:

1361

Siedlungsentwicklung:

Der seit der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts belegte Ort fällt vorübergehend wüst und wird 1497 neu begründet. Es kommt zu einem Vertrag zwischen dem Abt von Herfeld und drei Männern, die sich entschließen die Wüstung wieder zu besiedeln.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • wüst (1462, 1497)

Älteste Gemarkungskarte:

1731

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3540673, 5631814
UTM: 32 U 540583 5630001
WGS84: 50.820307° N, 9.576129° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632015040

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 273, davon 146 Acker (= 53.48 %), 53 Wiesen (= 19.41 %), 24 Holzungen (= 8.79 %)
  • 1961 (Hektar): 275, davon 32 Wald (= 11.64 %)

Einwohnerstatistik:

  • um 1610: 21 Hausgesesse
  • 1628: 21 Hausgesesse
  • 1673: 16 Hausgesesse
  • 1747: 24 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1766: 25 Häuser mit 120 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Schmied, 2 Schneider, 7 Leineweber, 1 Müller, 14 Ackerleute, davon 4 ihre eigen Tuche machen
  • 1885: 158, davon 158 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 258, davon 224 evangelisch (= 86.82 %), 25 katholisch (= 9.69 %)
  • 1970: 276

Diagramme:

Kleba: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 15. Jahrhundert: Reichsabtei Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Niederaula
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula (zuletzt Landgericht Hersfeld)
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Hersfeld

Gericht:

  • vor 1822: Amt Niederaula
  • 1822: Landgericht Hersfeld
  • 1832: Justizamt Niederaula
  • 1867: Amtsgericht Niederaula
  • 1879: Amtsgericht Niederaula
  • 1932: Amtsgericht Bad Hersfeld
  • 1933: Amtsgericht Oberaula (Zweigstelle Niederaula)
  • 1943: Amtsgericht Oberaula
  • 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld

Herrschaft:

Bis zur Auflösung des Stifts Hersfeld und seinem endgültigen Übergang an die Landgrafschaft Hessen 1651 ist Kleba formal unter hersfeldischer Herrschaft und wird als Lehen oder Pfand ausgegeben. 1766 ist das Dorf mit aller Gerechts- und Gerichtbarkeit landgräflich.

1361 kommt es unter Abt Johann von Hersfeld zum Verkauf mehrerer Geldgülten durch Simon und Friedrich von Schlitz an Volpert Warmund, Burgmann in Hattenbach. Dazu gehört u.a. ein Klostergut bei Kleba. 1363 beurkundet der Abt, dass Volpert Warmund, Burgmann in Hattenbach, mit seiner und Volperts Vater - Warmund - Zustimmung von dem Gut in Kleba, Lehen des Klosters Hersfeld, seiner Ehefrau Gele fünfzig Pfund Heller als Morgengabe und 50 Pfund Heller als Leibgeding zugewiesen hat. Warmund sagt dem Abt das Lehen durch den Ritter Simon von Schlitz genannt von Görtz, Amtmann in Hattenbach, auf. Auf Bitte Volpert und Warmunds belehnt der Abt Gele mit den genannten Einkünften des Guts in Kleba. 1421 kommt es zum Verkauf von Besitz in Kleba durch Elisabeth Warmund an Abt Albrecht von Hersfeld.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Niederaula eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Kloster Hersfeld.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • In der Mitte des Ortes befindet sich ein Glockenturm

Pfarrzugehörigkeit:

1560, 1747, 1766, 1872 und 1994 nach Niederaula eingepfarrt

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kultur

Schulen:

Schuldiener ab 1700, 1766 ist ein Schulhaus mit Schulmeister vorhanden

1882/83 Bau eines neuen Schulhauses

1910 einklassige Volksschule

1968 Einstellung des Unterrichts in der Dorfschule Kleba

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mühlen:

1766 befindet sich am Nordostausgang des Dorfes Kleba eine Mühle, die mit dem Wasser der Aula über 2 oberschlächtige Wasserräder angetrieben wird. 1928 wird das Wasserrad der Dorfmühle gegen eine Turbine ausgetauscht, 1956 wird der Betrieb eingestellt.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Kleba, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3239> (Stand: 23.2.2026)