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Historisches Ortslexikon

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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 65. Niederaula

Kemmerode

Ortsteil · 285 m über NN
Gemeinde Kirchheim, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

15 km südwestlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage:

Straßendorf mit lockerer Gehöftanordnung an den Südausläufern des Knüllgebirges an der Ibra, einem westlichen Zufluss der Fulda. Über die K 32 (Kemmeröder Straße) ist Kemmerode mit der im Westen verlaufenden L 3294 verbunden.

Ersterwähnung:

1318

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • in villa et in loco (1318)
  • Dorf und Gemarkung (1392)
  • Dorf und Gericht (1396)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Älteste Gemarkungskarte:

1729

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3536092, 5631706
UTM: 32 U 536003 5629893
WGS84: 50.81964° N, 9.511113° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632011070

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 189, davon 84 Acker (= 44.44 %), 19 Wiesen (= 10.05 %), 67 Holzungen (= 35.45 %)
  • 1961 (Hektar): 188, davon 54 Wald (= 28.72 %)

Einwohnerstatistik:

  • um 1610: 14 Hausgesesse
  • 1628: 14 Hausgesesse
  • 1673: 10 Hausgesesse
  • 1747: 15 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1766: 14 steuerpflichtige Häuser mit 76 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Schmied, 8 Leinweber, die zugleich Ackerleute sind, 1 Müller, 1 Schäfer, die übrigen ernähren sich vom Ackerbau (HStAM Best. 49 d Hersfeld Nr. 212)
  • 1885: 89, davon 89 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 98, davon 97 evangelisch (= 98.98 %), 1 katholisch (= 1.02 %)
  • 1970: 77

Diagramme:

Kemmerode: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Niederaula
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Niederaula (zuletzt Landgericht Hersfeld)
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Hersfeld

Gericht:

  • vor 1822: Amt Niederaula
  • 1822: Landgericht Hersfeld
  • 1832: Justizamt Niederaula
  • 1867: Amtsgericht Niederaula
  • 1879: Amtsgericht Niederaula
  • 1932: Amtsgericht Oberaula
  • 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld

Herrschaft:

Bis zur Auflösung des Stifts Hersfeld und seinem endgültigen Übergang an die Landgrafschaft Hessen 1651 ist Kemmerode in hersfeldischem Besitz und ist dem Amt Niederaula zugeordnet. Es gehört zu den Dörfern, mit denen die Äbte von Hersfeld ihre Lehnsleute ausstatteten.

1318 bekennt Landgraf Otto von Hessen, dem Ritter Ludwig gen. von Hattenbach 34 Mark Aachener Pfennige schuldig zu sein (3 Heller = 2 Pf.) und verschreibt ihm dafür seine Gerichtsbarkeit in dem Dorf Kemmerode bis zum Abtrag der Summe. 1327 bestätigt der Abt von Herfeld dem Ritter Ludwig, genannt von Hattenbach, u.a. Besitz in Kemmerode.

1392 erhält Konrad von Hattenbach vom Abt von Hersfeld die Erlaubnis zur Übergabe des Burglehens in Hattenbach, zu dem auch Kemmerode gehört, an seine Ehefrau Luckard. 1426 überträgt Apel von Hattenbach seinen Burgsitz Hattenbach und den zugehörigen Besitz, wozu auch solcher in Kemmerode gehört, an seinen Neffen Johann von Bimbach. 1496 vergleichen sich Abt Volpert von Hersfeld und Philipp von Haun über Ansprüche auf Einkünfte aus Kemmerode durch Johann Folle, Burgmann in Hausen.

1766 steht das Dorf mit aller Gerichtsbarkeit den Landgrafen von Hessen zu.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.2.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Kirchheim eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Kloster Hersfeld
  • Landgrafschaft Hessen
  • Adlige von Hattenbach
Kirche und Religion

Pfarrzugehörigkeit:

1560 zu Niederaula, 1747, 1766 und 1872 nach Hattenbach eingepfarrt, 1994 zu Kirchheim

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kultur

Schulen:

1766 ist ein Schulhaus vorhanden, der Schulhalter ist zugleich Schneider und wohnt in Hattenbach

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mühlen:

Die Mühle am Nordostrand des Ortes wird 1766 mit dem Wasser der Ibra über zwei oberschlägigen Wasserrädern angetrieben, eines für einen Mahl-, das für einen Schlaggang. 1937 erfolgt der Einbau einer Turbine, 1956 wird der Betrieb eingestellt.

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Kemmerode, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3072> (Stand: 20.2.2026)