Historisches Ortslexikon
- Messtischblatt
- 5124 Bad Hersfeld
- Moderne Karten
- Kartenangebot der Landesvermessung
- Topografische Karten
- KDR 100, TK25 1900 ff.
- Historische Karten
- Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 66. Hersfeld
- Gerichtsstätten
- Anger in Kathus
Weitere Informationen
Kathus
-
Stadtteil · 230 m über NN
Gemeinde Bad Hersfeld, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
- Siedlung ↑
-
Ortstyp:
Dorf
-
Lagebezug:
4,5 km ostnordöstlich von Bad Hersfeld
-
Lage und Verkehrslage:
Geschlossenes Dorf mit einfachem Grundriss an den westlichen Ausläufern des Seulingswaldes entlang einer Hauptachse (Chattenstraße) parallel zum Wenzelbach, der über den (südlichen) Solzbach in die Fulda mündet. Alter Ortskern mit Anger vor dem Kirchhof im Bereich der 1973 abgebrochenen Kirche (Am Rehgarten 4). Südwestlich hiervon entsteht seit 1950 ein großes Neubaugebiet, in dem auch ein Kirchenneubau (Alte Straße 21) und eine Neuapostolische Kirche (Mühlersfeldstraße 18) errichtet werden.
Über die Chattenstraße bzw. Solztalstraße (K2) ist Kathus mit der B 62 verbunden. Im Osten verläuft die A 4 (Kirchheim-Eisenach)
-
Ersterwähnung:
zwischen 1343 und 1364
-
Siedlungsentwicklung:
1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Hersfeld-Meckbach.
-
Historische Namensformen:
- Katens, de (zwischen 1343 und 1364) [HStAM Bestand Urk. 56 Nr. 681; A. Herbst, Hersfelder Zinsenverzeichnis des 14. Jahrhunderts, S. 18 § 7, S. 23 § 15]
- Kathens (1353) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 398]
- Kathus (1385) [Schreibweise nach Archivregest HStAM Best. Urk. 57 Nr. 194]
- Kathans (1401) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 696]
- Kathuens (1413) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 775]
- Kathuns (1426) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 2395]
- Kattes (um 1495) [Ziegler, Reichsabtei Hersfeld, S. 202 Nr. 10]
- Cathus (1540) [HStAM Best. Urk. 56 Nr. 1483]
- Cattuß (um 1610) (HStAM Best. S Nr. 369]
- Katers (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 16,1]
- Cathus (1747) (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
-
Bezeichnung der Siedlung:
- Dorf (1401)
- Dorfschaft (1780)
-
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:
-
Umlegung der Flur:
1884-1890
-
Älteste Gemarkungskarte:
1770
-
Koordinaten:
Gauß-Krüger: 3554488, 5638440
UTM: 32 U 554392 5636624
WGS84: 50.878731° N, 9.773143° O OpenLayers - Statistik ↑
-
Ortskennziffer:
632002060
-
Flächennutzungsstatistik:
- 1885 (Hektar): 368, davon 238 Acker (= 64.67 %), 110 Wiesen (= 29.89 %), 2 Holzungen (= 0.54 %)
- 1961 (Hektar): 975, davon 594 Wald (= 60.92 %)
-
Einwohnerstatistik:
- 1610: 16 Hausgesesse (Hersfelder Salbuch)
- 1628: 16 Hausgesesse
- 1673: 15 Hausgesesse
- 1747: 37 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
- 1780: 40 Häuser mit 201 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Zimmermann, 3 Tagelöhner, 1 Wagner, 2 Schneider, 3 Schmiede, 1 Schallenmacher, 1 Büttner, 1 Tagelöhnerin, 24 Leineweber
- 1885: 427, davon 427 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 847, davon 668 evangelisch (= 78.87 %), 57 katholisch (= 6.73 %)
- 1970: 870
-
Diagramme:

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. - Verfassung ↑
-
Verwaltungsbezirk:
- 1385: Reichsabtei Hersfeld, Benediktinerpropstei Petersberg
- 1556-71: Reichsabtei Hersfeld, Benediktinerpropstei Petersberg, Gericht Petersberg
- 1610: Reichsabtei Hersfeld, Benediktinerpropstei Petersberg, Gericht Petersberg
- 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Gericht Petersberg
- 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Gericht Petersberg
- 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Gericht Petersberg
- 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Petersberg
- 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Gericht Petersberg (zuletzt Landgericht Hersfeld)
- 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
- 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
- 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
- 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg
-
Altkreis:
Hersfeld
-
Gericht:
- Kathus gehörte zum Gericht Petersberg.
- um 1900: Amtsgericht Hersfeld (Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 273)
- 1822: Landgericht Hersfeld
- 1850: Justizamt Hersfeld II
- 1867: Amtsgericht Hersfeld
- 1879: Amtsgericht Bad Hersfeld
-
Herrschaft:
Ursprünglich war das Dorf fuldischer Besitz und gelangt Mitte des 14. Jahrhunderts an das Reichskloster Hersfeld. Bis zur Auflösung des Stifts Hersfeld und seinem endgültigen Übergang an die Landgrafschaft Hessen 1651 ist das Dorf formal in hersfeldischem Besitz, der von den Äbten als Lehen oder zur Pacht ausgeben wird. Seit dem 14. Jahrhundert muss sich die Reichsabtei jedoch gegen stetig zunehmende Einflussnahme der Landgrafen von Hessen behaupten. Um 1495 beschwert sich der Abt von Hersfeld wegen hessischer Übergriffe in der Gegend des Seulingswaldes, der Fulda und des Baches Solz. Dabei wird auch Kathus genannt.
Die Gerichtsbarkeit ist der Benediktinerpropstei Petersberg bis zum Ende der Stiftszeit zugeordnet.
1353 gibt Abt Heinrich von Fulda seine Zustimmung zum Verkauf des Dorfs Kathus, ein Lehen der Reichsabtei Fulda, durch den Ritter Ludwig von Baumbach an Hermann Brückenmüller, Bürger von Hersfeld. 1385 verzichtet der Hersfelder Abt Wetzel von Buchenau gegenüber der Propstei Petersberg u.a. auf die Fruchtgefälle von Rotensee und Kathus. 1426 erkauft das Stift Hersfeld das halbe Dorf. Die Besitzungen sind in der Regel gegen Pacht ausgetan. 1610 heißt es im Hersfelder Salbuch, Abt Michael habe Kathus dem Kloster Petersberg gegen das Dorf Allmershausen, das jenem dienstbar war, überlassen.
-
Gemeindeentwicklung:
Am 31.12.1971 als Stadtteil der Stadtgemeinde Bad Hersfeld eingegliedert.
- Besitz ↑
-
Zehntverhältnisse:
1413 erfolgt der Verkauf aller Rechte an Kathus und den dazu gehörigen Wüstungen durch Konrad Wißhan und dessen Ehefrau Elisabeth an einen Hersfelder Bürger
- Kirche und Religion ↑
-
Ortskirchen:
- 1720 wird von einer kleinen Kapelle gesprochen
- Um 1825 unter Verwendung des Mauerwerks der Vorgängerkirche Errichtung eines Bruchsteinbaus (Am Rehgarten 4) mit Dachreiter, der 1973 niedergelegt wird. Anstelle hiervon entsteht 1971 ein Neubau in der Alten Straße 21.
- Neuapostolische Kirche in der Mühlersfeldstraße 1957 errichtet
-
Pfarrzugehörigkeit:
1747 wie 1872 und 1994 nach Petersberg eingepfarrt.
Neuapostolische Gemeinde 1908 gegründet, nach Unterbrechung 1924 durchgängig
-
Bekenntniswechsel:
Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.
-
Kirchliche Mittelbehörden:
Um 1500: Kirchenprovinz Mainz, Bistum Würzburg, Dekanat Geisa
- Kultur ↑
-
Schulen:
1780 ist ein Schulhaus vorhanden, das 1818 als baufällig beschrieben wird. Um 1825 entsteht das neue "Schul- und Bethaus"
1910 Volksschule mit zwei Klassen
-
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):
- Wirtschaft ↑
-
Mühlen:
1780 sind die Einwohner in die Nieder Sultzer Mühle gebannt
- Nachweise ↑
-
Literatur:
- Zitierweise ↑
- „Kathus, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3216> (Stand: 28.10.2025)

