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Historisches Ortslexikon

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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 66. Hersfeld

Kalkobes

Dorf · 231 m über NN
Gemarkung Bad Hersfeld, Gemeinde Bad Hersfeld, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung ↑

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

2 km nordwestlich der Altstadt von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage:

Straßendorf mit geringer Siedlungsdichte im Tal der Geis auf der nördlichen Seite der B 324 (Homberger Straße) entlang Richtung Bad Hersfeld. Im Einmündungsbereich des von Norden heranführenden Hohlweges kleine Verdichtung und, von dort ansteigend, kleinteiliges Quartier Am Berg und in der Mittel- und Brunnengasse

Ersterwähnung:

1180-1200

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • Dorf (1529)

Umlegung der Flur:

1892

Älteste Gemarkungskarte:

1780

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3548684, 5638511
UTM: 32 U 548590 5636695
WGS84: 50.879886° N, 9.690693° O OpenLayers

Statistik ↑

Ortskennziffer:

63200203011

Einwohnerstatistik:

  • um 1610: 12 Hausgesesse
  • 1628: 12 Hausgesesse
  • 1673: 8 Haushaltungen
  • 1747: 19 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)

Diagramme:

Kalkobes: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung ↑

Verwaltungsbezirk:

  • 1400: Reichsabtei Hersfeld, Dechanaigericht bzw. Amt Hersfeld
  • 1612: Reichsabtei Hersfeld, Dechanaigericht bzw. Amt Hersfeld
  • 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Dechaneigericht bzw. Amt Hersfeld
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Amt oder Dechaneigericht Hersfeld
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Stadt und Amt Hersfeld
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Stadt und Amt Hersfeld
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Hersfeld
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Amt Hersfeld
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1918: Stadt Hersfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld

Altkreis:

Hersfeld

Gericht:

  • vor 1822: Amt Hersfeld
  • 1822: Landgericht Hersfeld
  • 1850: Justizamt Hersfeld II
  • 1867: Amtsgericht Hersfeld
  • 1879: Amtsgericht Bad Hersfeld

Herrschaft:

(1180-1200) verleiht Abt Siegfried von Hersfeld den Haferzins in Kalkobes an den Burggrafen Ludwig. Abt Ludwig von Hersfeld bekennt 1339, dass Propst Ludwig von Altenbur zu St. Petersberg dem Konvent daselbst jährliche Einkünfte von 4 Hellern, 12 Schilling Heller und 4 Hühner u.a. aus dem Gut des Johannes Wissenbach in Kalkobes verkauft hat. Mitte des 14. Jahrhunderts werden Einkünfte der Reichsabtei Hersfeld in Kalkobes genannt.

Bis zur Auflösung des Stifts Hersfeld und seinem endgültigen Übergang an die Landgrafschaft Hessen 1651 ist das Dorf formal in hersfeldischem Besitz, der als Pacht ausgeben wird. Seit dem 14. Jahrhundert muss sich die Reichsabtei jedoch gegen stetig zunehmende Einflussnahme der Landgrafen von Hessen behaupten. Die Gerichtsbarkeit ist - abgesehen von einer zeitweisen Eingliederung in die Benediktinerpropstei Petersberg (1556-71 bis 1612) - bis zum Ende der Stiftszeit dem Dechanaigericht zugeordnet.

Gemeindeentwicklung:

Zum 01.07.1918 Eingemeindung in die Stadt Hersfeld.

Besitz ↑

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1424 verkaufen Johann und Elisabeth Hensel ihre Eigentumsrechte in Kalkobes an Johann (Hans) Sedeler, Bürger von Hersfeld
Kirche und Religion ↑

Pfarrzugehörigkeit:

1780 zu Hersfeld, seit 1956 ev. Kirchengemeinde Matthäuskirche am Geistalweg (Kirchbau 1961)

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts.

Kultur ↑

Schulen:

1836 aus dem Schulverband mit Allmershausen und Heenes ausgeschieden

1910 Volksschule mit zwei Klassen

1914 Neubau

Nachweise ↑

Literatur:

Zitierweise ↑
„Kalkobes, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3342> (Stand: 19.10.2026)