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Historisches Ortslexikon

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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 56. Hönebach
Gerichtsstätten
Tanzplatz in Iba

Weitere Informationen

Iba

Stadtteil · 260 m über NN
Gemeinde Bebra, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

10 km südöstlich von Rotenburg an der Fulda

Lage und Verkehrslage:

Langgezogenes Straßendorf am gleichnamigen Bach, der über die Ulfe in die Fulda führt. Kirche am Südwestrand auf leichter Anhöhe. Hauptachse ist die parallel zum Bachverlauf nach Bebra führende Schieferstraße (L 3250)

Ersterwähnung:

1139

Siedlungsentwicklung:

1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Forst Wildeck.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • villa (1277; zwischen 1343 und 1364)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1880-1881

Älteste Gemarkungskarte:

1680-1690

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3561471, 5649885
UTM: 32 U 561372 5648065
WGS84: 50.980898° N, 9.874278° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632003070

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 971, davon 790 Acker (= 81.36 %), 71 Wiesen (= 7.31 %), 13 Holzungen (= 1.34 %)
  • 1961 (Hektar): 1107, davon 170 Wald (= 15.36 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1585: 100 Haushaltungen (Der ökonomische Staat)
  • 1747: 124 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1775: 130 Gebäude mit 514 Menschen; Gewerbetreibende: 3 Wagner, 2 Bender, 6 Schneider, 4 Schmiede, 1 Metzger, 2 Zimmerleute, 36 zünftige Leineweber, von denen 12 auch Ackerbau treiben, 1 Schreiner, 1 Salpetersieder, 4 Müller, 7 Brandweinbrenner, 18 Tagelöhner, 13 Tagelöhnerinnen, 22 Bergknappen, 9 Handelsjuden, 2 einzelne jüdische Weibsleute
  • 1885: 778, davon 776 evangelisch (= 99.74 %), 0 katholisch, 2 Juden (= 0.26 %)
  • 1961: 793, davon 749 evangelisch (= 94.45 %), 31 katholisch (= 3.91 %)
  • 1970: 754

Diagramme:

Iba: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1502: Landgrafschaft Hessen, Amt Rotenburg, Obergericht, Gerichtsstuhl Weiterode
  • 1538: Landgrafschaft Hessen, Amt Rotenburg, Obergericht, Gerichtsstuhl Weiterode
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, andere Gerichtsstuhl
  • 1627-1834: Landgrafschaft Hessen-Rotenburg (sogenannte Rotenburger Quart), teilsouveränes Fürstentum unter reichsrechtlicher Oberhoheit der Landgrafschaft Hessen-Kassel bzw. des Kurfürstentums Hessen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Rotenburg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Nentershausen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Rotenburg, Fürstlich Rotenburgisches Justizamt
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Rotenburg
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Rotenburg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Rotenburg
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Rotenburg

Gericht:

  • 1822: Fürstlich Rotenburgisches Oberamt Rotenburg
  • 1834: Justizamt Rotenburg I
  • 1837: Justizamt Nentershausen
  • 1867: Amtsgericht Nentershausen
  • 1879: Amtsgericht Nentershausen
  • 1932: Amtsgericht Rotenburg a. d. Fulda
  • 1933: Amtsgericht Rotenburg

Herrschaft:

Ursprünglich verfügt die Abtei Hersfeld über herrschaftliche Rechte in Iba, in die einzudringen den Landgrafen von Hessen im 14. Jahrhundert allmählich gelingt. Im 15. Jahrhundert werden Burg- und Mannlehen an die Familien von Baumbach, Landeck und Trott noch von unterschiedlichen Herren ausgetan.

1387 bekunden Eberhard und Gottschalk von Buchenau, dass ihnen Landgraf Heinrich von Hessen das Schloss Friedewald sowie die Dörfer Ronshausen, Iba, Farestorff, Neuensüß, Rudolferode, Weiterode und Mecklar versetzt hat.

1423 erhält Wecker von Landsberg anderthalb Vorwerke, fünfeinhalb Hufen, weitere Zinsen und Gülten in dem Dorf Iba als landgräfliche Lehen.

1450 belehnt der Abt Reinhard von Fulda Heinrich von Baumbach, Locze seinen Bruder, und Hans d. Älteren mit dem großen Vorwerk und der Mühle zu Iba, die ihre Eltern von den von Boymelborgk gekauft haben.

1538 gehört das Dorf Iba mit aller Obrigkeit, Gericht, Gebot und Verbot, Dienst und Schaftrift dem Landgrafen von Hessen. Hinzu kommt das Kupferbergwerk. Adam Trott hat das Vorwerk inne.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Stadtteil der neu gebildeten Stadtgemeinde Bebra eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1139 überträgt Hartmut von Diffeshard, Dienstmann des Klosters Hersfeld, der Abtei eine Hufe in Iba.
  • 1277 überträgt das Zisterzienserinnenkloster Heydau dem Konvent des Klosters Hersfeld aus Dank für überlassene Güter alle seine Güter im Dorf Iba.
  • 1356 verpfändet Ludwig von Baumbach mit seinen Söhnen dem Kloster Cornberg Einkünfte aus Iba.
  • Der Ritter Albert von Krayenburg [Burg bei Merkers-Kieselbach, Wartburgkr.] verpfändet 1326 mit seinen Söhnen Ludwig und Albert ein Viertel seines Allods in Iba an Elisabeth, Witwe des Ritters Ludwig von Altenburg (Aldenburg).
  • 1365 gelangen Fruchtgülten in Blankenheim, Iba (Ywa), Bebra (Bibera) und Lüdersdorf (Lutinsdorf) aus dem Besitz der Familie Trott an das Kloster Blankenheim.
  • 1639 erwirbt der hessische Hauptmann Peter Bartheld die trottischen Vorwerke in Iba.
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • plebanus (1229)
  • ecclesia (1425-1428)
  • Unterbau des Turmes und nahezu quadratisches Schiff aus dem 13. Jahrhundert, 1780-85 umfassend erneuert, 1971-73 und 2001/02 renoviert

Patrozinien:

  • Jakobus

Pfarrzugehörigkeit:

Seit 1239 gehört Gilfershausen zur Pfarrei, bildet aber 1278-1521 eine eigene Pfarrei. 1525 wollen die Trotten in Imshausen eine neue Pfarrei errichten, woraufhin der Abt von Hersfeld dieses von Iba trennt. 1569, 1585, 1775 und 1872 ist Gilfershausen Filial von Iba, Machtlos wird 1828 von Nentershausen abgetrennt und als Filial Iba angegliedert. Das frühere Kirchspiel wurde aufgelöst.

Patronat:

1473, 1569 und 1585 ist der Abt von Hersfeld Patron

Diakonische Einrichtung:

1828 - 1873 Schwesternstation (Landeskirchliches Archiv Kassel, E 1 Iba Pfarrarchiv Iba)

Bekenntniswechsel:

Erster evangelischer Pfarrer: Andreas Schalles 1525

Kirchliche Mittelbehörden:

15. Jahrhundert: Erzbistum Mainz, Archidiakonat St. Peter zu Fritzlar, Erzpriestersprengel Braach

Juden:

Statistik: 1835: 46; 1861: 27 Juden.

Der Ort gehörte zur Gemeinde Bebra

Kultur

Schulen:

1775 ist kein eigenes Schulhaus vorhanden

1826 neues Schulhaus errichtet

1910 Volksschule mit zwei Klassen

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mühlen:

1377 ist eine Mittelmühle (Mitilmulen) in Iba belegt

1775 werden 4 Mühlen allerdings ohne zusätzliche Benennung aufgeführt

Grundmühle

Hamburger Mühle

Schneidemühle

Die Mühle König in Iba wurde mit dem Wasser des gleichnamigen Baches bis 1925 betrieben

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Iba, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3097> (Stand: 12.9.2025)