Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
Bitte beachten Sie: LAGIS hat eine neue Adresse: lagis.hessen.de. Für eine Übergangszeit stehen Ihnen ausgewählte Module über die bekannte Oberfläche zur Verfügung. Alle anderen sind über die neue Version des Informationssystems zugänglich. Bestehende Permalinks behalten ihre Gültigkeit und leiten bereits jetzt oder nach Abschluss aller Migrationsarbeiten automatisch auf das neue System um.

Historisches Ortslexikon

Übersichtskarte Hessen
Messtischblatt
4824 Hessisch Lichtenau
Moderne Karten
Kartenangebot der Landesvermessung
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
Historische Karten
Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 33. Lichtenau
Gerichtsstätten
Gerichtsplatz in Hopfelde

Weitere Informationen

Hopfelde

Stadtteil · 355 m über NN
Gemeinde Hessisch Lichtenau, Werra-Meißner-Kreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

19 km südsüdwestlich von Witzenhausen, 4 km südöstlich von Hessisch Lichtenau gelegen

Lage und Verkehrslage:

Geschlossenes Dorf mit regelhaftem Grundriss (Angerdorf) in der Quellmulde der Hollsteine. Kirche in zentraler Lage auf dem Anger. Durch den Ort führt in West-Ost-Richtung die L 3147 (Dorfstraße).

Ersterwähnung:

1371

Siedlungsentwicklung:

1928 erfolgt die Eingemeindung des aufgelösten Gutsbezirks Glimmerode.

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • Dorf (1454)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Umlegung der Flur:

1889

Älteste Gemarkungskarte:

1755

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3553647, 5671903
UTM: 32 U 553552 5670074
WGS84: 51.179577° N, 9.766141° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

636006060

Flächennutzungsstatistik:

  • 1454: 25 Huben in der Feldmark genannt
  • 1776: 1279 Acker
  • 1961 (Hektar): 530, davon 121 Wald (= 22.83 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1539: 15 Mann und 15 Feuerstellen
  • 1575/85: 21 Hausgesesse
  • 1639: 6
  • 1650: 4
  • 1659: 17
  • 1681: 19
  • 1747: 25 Mannschaften mit 32 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1776: 79 Einwohner
  • 1961: 287, davon 268 evangelisch (= 93.38 %), 13 katholisch (= 4.53 %)
  • 1970; 334 Einwohner
  • Berufsgliederung 1724: 44 Leinweber, 1 Schmied, 1 Hirte, 1 Tagelöhner; zusammen: 47

Diagramme:

Hopfelde: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1383/87: Landgrafschaft Hessen, Amt Reichenbach (Lichtenau)
  • 1454: Landgrafschaft Hessen, Amt Reichenbach (Lichtenau)
  • 1553: Landgrafschaft Hessen, Amt Lichtenau
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Lichtenau, Der vierte Ort
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Lichtenau
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Lichtenau
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Lichtenau
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Lichtenau
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Witzenhausen
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Witzenhausen
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Altkreis:

Witzenhausen

Gericht:

  • 1553 und 1575: landgräfliches Gericht
  • 1747: Niederes und peinliches Gericht Hessen
  • 1807: Friedensgericht Lichtenau
  • 1814: Amt Lichtenau
  • 1821: Justizamt Lichtenau
  • 1867: Amtsgericht Lichtenau
  • 1879: Amtsgericht Lichtenau
  • 1945: Amtsgericht Witzenhausen
  • 1950: Amtsgericht Witzenhausen
  • 1961: Amtsgericht Witzenhausen

Herrschaft:

1409 und 1516: Die von Hundelshausen durch Landgraf mit Gütern zu Hopfelde belehnt. 1454 zinst von den 25 genannten Hufen die Hälfte dem Landgrafen, von der anderen Hälfte nur ein Teil zur Burg Reichenbach, die sonstigen Gefalle standen den von Hundelshausen und von Holzheim zu.

1562: Hermann von Hundelshausen übergibt dem Landgraf Philipp seine Güter zu Hopfelde.

1569: Landgraf Wilhelm belehnt Joh. von Ratzenberg mit Hufen zu Hopfelde.

1581: desgleichen die Kanne von Lügde

1575/85: Etliche Huben zu Hopfelde sind hessisches Lehen der Kanne.

1593: Landgraf Moritz belehnt die von Meisenbug mit Gütern zu Hopfelde.

Gemeindeentwicklung:

Am 1.1.1974 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingemeindung nach Hessisch Lichtenau, Stadtgemeinde, dessen Stadtteil Hopfelde seitdem ist.

Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • Spätgotischer Kirchenbau mit 1519 datiertem Westportal

Pfarrzugehörigkeit:

1505: Pfarrer und Vikare zu Hopfelde

Vermutlich seit dem 15. Jahrhundert, sicher aber 1517, 1569, 1777, 1872 und 1994 Filialdorf von Reichenbach. Im 17. Jahrhundert hatte der Reichenbacher Pfarrer einmal in der Woche in Hopfelde zu predigen.

1925: Glimmerode eingepfarrt

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kirchliche Mittelbehörden:

Archpresbytariat Gensungen

Archdiakonat St. Peter - Fritzlar

Kultur

Schulen:

Im 17. Jahrhundert fand der Schulunterricht in Reichenbach statt

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Wirtschaft:

Bildete 1454 mit Hollstein einen Leistungsverband

Töpferei, die ihren Ton aus Hollstein bezog, der dort 1840 - 90 gegraben wurde

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Hopfelde, Werra-Meißner-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/6050> (Stand: 11.10.2024)