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Großherzogtum Hessen 1823-1850 – 8. Alsfeld

Homberg (Ohm)

Stadtteil · 261 m über NN
Gemarkung Homberg, Gemeinde Homberg (Ohm), Vogelsbergkreis 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Stadt

Lagebezug:

19 km westlich von Alsfeld

Lage und Verkehrslage:

Bahnhof der Eisenbahnlinie Kirchhain – Gemünden (Felda)/Nieder-Gemünden ("Ohmtalbahn") (Inbetriebnahme der Strecke 1.4.1901) bis zur Stilllegung der Strecke am 31.5.1980.

Ersterwähnung:

1065

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Burgen und Befestigungen:

  • Die aus dem 13. Jahrhundert stammende Ringmauer der Burg ist fast vollständig erhalten.

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3499990, 5621418
UTM: 32 U 499916 5619609
WGS84: 50.72828° N, 8.998805° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

535009100

Flächennutzungsstatistik:

  • 1854 (Morgen): 4778, davon 2177 Acker, 1064 Wiesen, 1444 Wald
  • 1961 (Hektar): 1486, davon 524 Wald (= 35.26 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1961: 2835, davon 2084 evangelisch (= 73.51 %), 645 katholisch (= 22.75 %)
  • 1970: 3365

Diagramme:

Homberg (Ohm): Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1246: Landgrafschaft Thüringen
  • 1264: Landgrafschaft Hessen
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Amt Homberg an der Ohm (zum Umfang des Amtes s. Mittelpunktfunktion)
  • 1806: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Homberg an der Ohm
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Homberg an der Ohm (Ohm)
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Kirtorf
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Alsfeld
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Alsfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Alsfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Alsfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Vogelsbergkreis

Altkreis:

Alsfeld

Gericht:

  • bis 1879: Landgericht Homberg (Ohm),
  • 1879: Amtsgericht Homberg (Ohm),
  • 1943: Zweigstelle Amtsgericht Alsfeld,
  • 1948-1968: Amtsgericht Homberg (Ohm), danach aufgelöst,
  • 1968: Amtsgericht Kirchhain (Landgerichtsbezirk Marburg [Lahn]),
  • 1973: Amtsgericht Alsfeld

Herrschaft:

1246 geriet Homberg aus dem Erbe der Thüringer in den Besitz der Landgrafen von Hessen, die über Jahrhunderte Stadtherren blieben.

Ende des 14. Jahrhunderts Einführung der Vierer als Vertretung der Gemeinde

1414 Wiederabschaffung der Vierer durch Vormünder des Landgrafen (Wiedereinsetzung zu nicht näher bekanntem Zeitpunkt)

Gemeindeentwicklung:

Zur Entwicklung der im Zuge der hessischen Gebietsreform neu gebildeten Stadtgemeinde s. Homberg (Ohm), Stadtgemeinde. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Homberg (Ohm).

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

Ortsadel:

1368: Dytmar Sweyme borgman zcuô Homborg (Wyss, Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei 3 Nr. 1093).

Kirche und Religion

Patronat:

Landgrafen von Hessen

Klöster:

Beginen:

1332-1345 lebt eine Hilla, Tochter des Schöffen Heinrich Sommer als Begine in Homberg.

Diakonische Einrichtung:

Gemeindepflege 1894 – 1936, Betreuung des Kindergartens 1869 - 1917 durch Diakonissen des Elisabethenstifts in Darmstadt (Angaben basieren auf Mitteilungen des Zentralarchivs der EKHNZA in Darmstadt vom 01.07.2021); nach Röschen, Beschreibung der evangelischen Pfarreien des Großherzogtum Hessen um 1900 Kleinkinderschule, Gemeinde-Diakonie mit ev. Hilfsverein für Armen- und Krankenpflege

Bekenntniswechsel:

Ab 1526 Einführung der Reformation. 1527 ist der Ort lutherisch.

Erster evangelischer Pfarrer: Johannes Wagner (Velgenfuß) 1536(?)-1546

Kirchliche Mittelbehörden:

Erzbistum Mainz, Archidiakonat St. Stephan in Mainz, Sendbezirk Ofleiden

Juden:

1828: 88 Juden (über 5%), 1871: 62, 1900: 80 (über 6%), 1910: 46, 1925: 40

Synagoge, Friedhof

Kultur

Schulen:

1529 Schule bereits vorhanden; 1704 Errichtung einer Kaplanei, der Inhaber der Stelle gibt den Schulunterricht; 1854 Trennung von Schule und Kaplanei; 1910 Volksschule mit vier Klassen, Schulhaus von 1830, Klassen 3 und 4 im Rathaus

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Wirtschaft

Mittelpunktfunktion:

1787 umfaßte das Amt Homberg an der Ohm die Orte Appenrod, Büßfeld, Dannenrod, Deckenbach, Ehringshausen, Gontershausen, Haarhausen, Höingen, Homberg (Stadt), Maulbach, Nieder-Ofleiden, Oberndorf, Ober-Ofleiden, Rülfenrod, Schadenbach, Wäldershausen und den Neuhof (= Neu-Ulrichstein)

Wirtschaft:

Landwirtschaft, Wollweberei, Gerberei

Mühlen:

7 Mühlen

Markt:

1554 zwei Jahrmärkte

"Kalter Markt" im Oktober

Münze:

Prägung von zweiseitigen Pfennigen durch Sophie von Brabant (bis 1275); Münzstätte weiter durch Heinrich I. (1263-1308) genutzt; 1382 Verpfändung der Münze durch Landgraf Hermann; um 1470 vermutlich letztmalige Nutzung für Prägung des "Sternleinspfennig", Kennzeichnung mit "H"

Zoll:

1587 Zollstätte

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Homberg (Ohm), Vogelsbergkreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/9723> (Stand: 1.9.2025)