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Historisches Ortslexikon

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KDR 100, TK25 1900 ff.
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Kurfürstentum Hessen 1840-1861 – 67. Friedewald

Weitere Informationen

Hillartshausen

Ortsteil · 318 m über NN
Gemeinde Friedewald, Landkreis Hersfeld-Rotenburg 
Siedlung | Statistik | Verfassung | Besitz | Kirche und Religion | Kultur | Wirtschaft | Nachweise | Zitierweise
Siedlung

Ortstyp:

Dorf

Lagebezug:

12,5 km östlich von Bad Hersfeld

Lage und Verkehrslage:

Kleines geschlossenes Dorf mit einfachem Grundriss und lockerer Gehöftanordnung am Rehlingsbach, der über den Stärkelsbach in die Werra mündet. Der Ort liegt unterhalb des Dreienbergs, die Kirche befindet sich in zentraler Lage.

Ersterwähnung:

1462

Historische Namensformen:

Bezeichnung der Siedlung:

  • Wüstung (1462)
  • Dorfflein (1558)
  • Dorfschaft, Dorf (1673, 1775)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung:

Koordinaten:

Gauß-Krüger: 3562795, 5636007
UTM: 32 U 562696 5634192
WGS84: 50.856021° N, 9.890743° O OpenLayers

Statistik

Ortskennziffer:

632006020

Flächennutzungsstatistik:

  • 1885 (Hektar): 261, davon 141 Acker (= 54.02 %), 53 Wiesen (= 20.31 %), 37 Holzungen (= 14.18 %)
  • 1961 (Hektar): 260, davon 3 Wald (= 1.15 %)

Einwohnerstatistik:

  • 1571: 11 Hausgesesse
  • 1585: 11 Hausgesesse
  • um 1610: 11 Hausgesesse
  • 1628: - Hausgesesse
  • 1673: 14 Hausgesesse
  • 1747: 22 Feuerstätten (Dorfbuch der Landgrafschaft Hessen-Cassel HStAM Bestand S Nr. 105)
  • 1775: 19 steuerpflichtige Häuser mit 101 Menschen; Gewerbetreibende: 1 Müller, 1 Leinweber, 1 Schneider, 1 Schäfer 3 Tagelöhner
  • 1885: 139, davon 138 evangelisch (= 99.28 %), 1 katholisch (= 0.72 %)
  • 1961: 184, davon 153 evangelisch (= 83.15 %), 31 katholisch (= 16.85 %)
  • 1970: 199

Diagramme:

Hillartshausen: Einwohnerzahlen 1834-1967

Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: 1. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834-1967.
Wiesbaden : Hessisches Statistisches Landesamt, 1968.

Verfassung

Verwaltungsbezirk:

  • 1558: Reichsabtei Hersfeld, Amt Landeck
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Landeck (halb hersfeldisch)
  • 1651: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Vogtei Creuzberg
  • 1747: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Vogtei Creuzberg
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Fürstentum Hersfeld, Vogtei Creuzberg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Vogtei Creuzberg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld, Kanton Friedewald
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Fürstentum Hersfeld, Vogtei Creutzberg (zuletzt Amt Friedewald)
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Hersfeld
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hersfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hersfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis:

Hersfeld

Gericht:

  • vor 1822: Amt Landeck
  • 1822: Justizamt Friedewald
  • 1832: Justizamt Friedewald
  • 1833: Justizamt Schenklengsfeld
  • 1867: Amtsgericht Schenklengsfeld
  • 1879: Amtsgericht Schenklengsfeld
  • vor 1945: Amtsgericht Schenklengsfeld
  • 1945: Amtsgericht Bad Hersfeld

Herrschaft:

Hillartshausen befand sich an der Außengrenze des hersfeldischen Amtes Landeck zum hessischen Amt Friedewald. Die Landgrafen von Hessen versuchen seit dem 15. Jahrhundert, ihre Herrschaft in diesem Raum auszudehnen und die Abtei zurückzudrängen.

1462 wird durch Schiedsspruch vor den Amtmänner zu Friedewald und Rotenburg der Streit zwischen dem Kloster Kreuzberg und Heinrich von Reckerod wegen der beiden Wüstungen Hillartshausen und Ichenhausen dergestalt gütlich entschieden, dass das Kloster 1/3 und die von Reckerod 2/3 daran haben soll. Teile davon sind 1480 hennebergische Lehen der von Reckerod. 1743 erwirbt Hessen diese Anteile von Sachsen.

1558 ist die hohe Gerichtsbarkeit bei der Landgrafschaft, die niedere ist zwischem dem Kloster Creuzberg und Hessen strittig. in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ist die niedere Gerichtsbarkeit bei der Vogtei Creuzberg, die peinliche Gerichtsbarkeit und die Steuern gehören nach Landeck.

Gemeindeentwicklung:

Am 31.12.1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform als Ortsteil der Gemeinde Friedewald eingegliedert.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • Kloster Hersfeld
Kirche und Religion

Ortskirchen:

  • 1775 ist eine kleine Kirche in Giebelstellung vorhanden, 1924/25 wird diese nach Entwurf von B. Niemeyer umgebaut. Verputzter Massivbau mit verschiefertem Haubendachreiter.

Pfarrzugehörigkeit:

1585, 1747, 1775 und 1872 zu Hilmes, 1994 Filial von Friedewald

Bekenntniswechsel:

Einführung der Reformation in der Landgrafschaft Hessen ab 1526.

Kultur

Schulen:

1775 wohnt der Schulhalter in Hilmes

1910 einklassige Volksschule

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles):

Nachweise

Literatur:

Zitierweise
„Hillartshausen, Landkreis Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/3171> (Stand: 18.6.2026)