Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
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Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

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  1. 7. Juli 1918: Jahreskonferenz der USPD in Frankfurt
    In Frankfurt am Main hält die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD) für den Bezirk Südwestdeutschland ihre Jahreskonferenz ab. Die 64 anwesenden Delegierten vertreten Mitglieder in etwa 270 Orten aus 33 Wahlkreisen zwischen Offenburg in Baden und Kassel. Aus dem Großherzogtum sind Vertreter der Kreise Frankfurt am Main, Hanau, Höchst am Main, Wiesbaden, Wetzlar, ... »Details
  2. 16. Juli 1918: Tod der aus Darmstadt stammenden Zarin bei der Ermordung der Zarenfamilie
    In Jekaterinburg (Swerdlowsk) wird die russische Zarenfamilie ermordet, darunter die aus Darmstadt stammende Zarin Alexandra. Ihre Schwester, Großfürstin Elisabeth, Äbtissin eines orthodoxen Klosters in Moskau, stirbt am 18. August in einem Bergwerksschacht in Alapajewsk.(OV) ... »Details
  3. 16. Juli 1918: Ersatzwahl zum Preußischen Abgeordnetenhaus im Wahlkreis Hofgeismar – Wolfhagen
    Im Wahlkreis Kassel 2: Hofgeismar – Wolfhagen findet eine Ersatzwahl zum Preußischen Abgeordnetenhaus statt. ... »Details
  4. August 1918: Proteste wegen mangelhafter Versorgung in Offenbach
    Das Gewerkschaftskartell in Offenbach am Main und der Ausschuss für Konsumenteninteressen protestieren öffentlich wegen der mangelnden Versorgung mit Fleisch und Kartoffeln. Dem Protest schließen sich die Offenbacher Stadtverordneten an.(OV) ... »Details
  5. 26. August 1918: Pessimistische Berichte und gedrückte Stimmung zur Kriegslage
    Der Wiesbadener Regierungspräsident bezeichnet in seinem monatlichen Bericht an das Stellvertretende Generalkommando des 18. Armeekorps die Stimmung in der Bevölkerung als gedrückt. Er führt das auf die neuerlichen Rückschläge an der Front, die schwierige Lebensmittelversorgung – Fehlen der Frühkartoffeln, fleischlose Wochen usw. – und die vermehrten Fliegerangriffe zurück. Er stützt ... »Details
  6. 29. August 1918: Zusammentreffen Kaiser Wilhelms II. mit dem bulgarischen König in Bad Nauheim
    Kaiser Wilhelm II. trifft mit dem bulgarischen König Ferdinand I. (1861–1948) in Bad Nauheim zusammen. ... »Details
  7. 5. September 1918: Hamburger Reeder Ballin unterrichtet Kaiser Wilhelm II. vom drohenden Zusammenbruch Deutschlands
    Der Generaldirektor der 1847 in Hamburg gegründeten Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (HAPAG) Albert Ballin (1857–1918) begegnet dem deutschen Kaiser Wilhelm II. (1859–1941) auf Schloss Wilhelmshöhe in Kassel, um den Monarchen von der Notwendigkeit eines sofortigen Friedensschlusses zu überzeugen.Im Auftrag der Heeresleitung beim Kaiser ... »Details
  8. 6. September 1918: Zusammentreffen Kaiser Wilhelms II. mit dem ukrainischen Hetman in Schloss Wilhelmshöhe
    Kaiser Wilhelm II. trifft in Schloss Wilhelmshöhe in Kassel mit Pawlo Skoropadskyj (1873–1945), dem Hetman der Ukraine, zusammen. Der Kaiser begrüßt das ukrainische Staatsoberhaupt in seinem Trinkspruch mit den Worten: Herr Hetman, es gereicht Mir zu großer Freude, Eure Durchlaucht als den berufenen Vertreter des ukr. Volkes und seiner Regierung in Deutschland willkommen zu heißen. ... »Details
  9. 6. Oktober 1918: Erste Vorführung mit dem Kinematografen in Frankenberg
    Trotz der politisch angespannten Lage wird in Frankenberg der vom Kreis erworbene „Lichtbilder-Apparat für lebende Darstellungen“, der sogenannte Kinematograf, zum ersten Mal einer interessierten Öffentlichkeit vorgestellt. Im Becker’schen Saal (den späteren Sonnen-Lichtenspielen, Marktplatz 5) wird als erster Film das Lichtspiel „Die Schlacht im Westen“, Teil I, vorgeführt.(OV) ... »Details
  10. 9. Oktober 1918: Prinz Friedrich-Karl von Hessen wird finnischer König
    Gut zehn Monate nach der Unabhängigkeitserklärung des vormaligen russischen Kurfürstentums Finnland am 6. Dezember 1917 und nach langwierigem inneren Streit über die zukünftige Staatsform des Landes wählt das finnische Parlament den gemeinsamen Sohn von Landgraf Friedrich Wilhelm von Hessen-Kassel (1820–1884) und Prinzessin Anna von Preußen (1836–1918), Prinz Friedrich-Karl von Hessen ... »Details
  11. 16. Oktober 1918: Prinz zu Isenburg führt Sondierungsgespräch mit Sozialdemokraten in Offenbach
    Der sozialdemokratische Landesparteisekretär in Offenbach am Main, Hermann Neumann (1882–1933), berichtet am 17. November 1918 an den Parteivorstand der SPD in Berlin von einer Unterredung, die er mit Prinz Leopold zu Isenburg (1866–1933) auf dessen Wunsch hin geführt hat. Dabei werden sowohl Fragen der hessischen Verfassung, als auch die politischen und staatsrechtlichen Fragen im Reich ... »Details
  12. 26. Oktober 1918: Großherzogliche Regierung erklärt Bereitschaft zu parlamentarischer Verfassung
    Dem Landtag in Darmstadt erklärt Staatsminister Carl von Ewald (1852–1932) die Bereitschaft des Großherzogs und der Regierung zu Wahlrechtsreform und parlamentarischer Umgestaltung der Verfassung. ... »Details
  13. 27. Oktober 1918: Rede des Reichstagsabgeordneten Hugo Haase (USPD) in Frankfurt
    Wenige Tage vor der Abdankung des Kaisers und der Ausrufung der Republik spricht der Reichstagsabgeordnete und Vorsitzende der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD), der Pazifist Hugo Haase (1863–1919) im Albert-Schumann-Theater in Frankfurt am Main vor etwa 8.000 Zuhörern. Er prägt dabei die Parole: „Die Kronen rollen auf das Pflaster.“(OV) ... »Details
  14. 29. Oktober 1918: Meuterei von Mannschaften der Flotte in Wilhelmshaven
    Auf dem Marine-Stützpunkt Schillig-Reede vor Wilhelmshaven kommt es zu einer Meuterei der Mannschaften der Kriegsflotte. Auslöser für den Matrosenaufstand ist ein geheim gehaltener Befehl des Stabschefs der Seekriegsleitung Admiral Reinhard Scheer (1863–1928), der am 24. Oktober ergeht. Basierend auf einem Plan des Chefs des Marinekabinetts, Adolf von Trotha (1868–1940), soll die deutsche ... »Details
  15. 4. November 1918: Arbeiter- und Soldatenrat übernimmt die Kontrolle in Kiel
    Am 4. November übernimmt ein revolutionärer Arbeiter- und Soldatenrat die Kontrolle über die Stadt Kiel. Die daraus entstehende Bewegung der Marine- und Heeressoldaten breitet sich im Deutschen Reich rasch aus. Am 8./9. November erreicht sie auch hessischen Städte.(OV) ... »Details
  16. 4. November 1918: Angst vor Fliegerangriffen in Frankenberg
    Mit der Rücknahme der Westfront und dem Näherrücken des Kampfgeschehens werden vielerorts auch kurz vor Kriegsende verstärkte feindliche Fliegerangriffe auf hessische Städte für möglich gehalten. ... »Details
  17. 5. November 1918: Notgeld wird in Wetzlar als gültiges Zahlungsmittel anerkannt
    Infolge der Kriegsindustrie und der finanziellen Unsicherheiten der Bevölkerung kommt es während und nach dem Ersten Weltkrieg immer wieder zu Knappheiten an Zahlungsmitteln. Ursachen sind „die Hortung von Münzen und Banknoten, der Zusammenbruch des Zahlungsverkehrs sowie die Ausweitung der Zirkulation der Währung kriegsführender Staaten bis an die Fronten und besetzten ... »Details
  18. 7. November 1918: Eintreffen von revolutionären Matrosen und Werftarbeitern in Frankfurt
    In Frankfurt am Main trifft gegen Abend die Meldung ein, 250 bewaffnete Matrosen und Werftarbeiter aus Kiel kämen um 19.30 Uhr mit dem planmäßigen Zug im Frankfurter Hauptbahnhof an. Hauptmann Collischon erhält daraufhin den Befehl, die Kieler Soldaten durch die 40 Mann seines Bereitschaftskommandos zu entwaffnen und in der Gutleutkaserne (südlich des Hauptbahnhofs) inhaftieren zu lassen. Die ... »Details
  19. 7. November 1918: Ausschreitungen in Hanau und Bildung eines Arbeiter- und Soldatenrats
    Am 7. November 1918 kam es während einer Stadtverordnetensitzung im Hanauer Rathaus zu lautstarken Auseinandersetzungen und Unruhen. Auslöser war die Diskussion über die Stadtverordnetenwahlen. Bislang fanden die Wahlen an drei Werktagen statt, was eine Benachteiligung der Arbeiter bedeutete. Die Sozialdemokraten beantragten daher, die Wahl an einem Sonntag abzuhalten. Gleichzeitig fand auf dem ... »Details
  20. 8. November 1918: Große Demonstration in Offenbach
    In Offenbach am Main versammeln sich am Nachmittag etwa 10.000 Menschen auf dem Aliceplatz 0=Der Aliceplatz wurde 1768 an der Großen Marktstraße fertiggestellt und trug zunächst den Namen „Neumarkt“. Später benannte man ihn um in „Paradeplatz“. 1878 erfolgte eine erneute Umbenennung zu Ehren der verstorbenen Großherzogin Alice von Hessen (1843–1878; geb. als Alice Maud Mary von ... »Details
  21. 8. November 1918: Vorbereitung der Demobilmachung in der Rüstungsindustrie
    Die nach Kriegsende einsetzenden Maßnahmen zur Demobilmachung der Kriegswirtschaft gehen mit einer Reihe von Beschlüssen den Arbeitsmarkt betreffend einher. Die „Frankfurter Nachrichten“ berichten bereits am 8. November 1918 von einer geplanten „Ueberleitung der Munitionsarbeiter in andere Tätigkeit“.0=Frankfurter Nachrichten und Intelligenz-Blatt, Nr. 310, 8.11.1918, Beiblatt: ... »Details
  22. 8.-9. November 1918: Bildung eines Arbeiter- und Soldatenrates in Frankfurt
    Ab dem 8. November 1918 wurden in Frankfurt am Main (wie beispielsweise auch in Darmstadt, Offenbach am Main, Wiesbaden, Marburg, Hanau oder Erbenheim) in Fabriken und Kasernen Arbeiter- beziehungsweise Soldatenräte gewählt.  ... »Details
  23. 8.-9. November 1918: Bildung eines Soldatenrats in Darmstadt
    Die auf dem Truppenübungsplatz Griesheim stationierten Soldaten bildeten am 8. November 1918 einen Soldatenrat. Soldatenräte entstanden auch in anderen hessischen Städten wie beispielsweise Frankfurt, Offenbach, Wiesbaden, Marburg, Hanau oder Erbenheim. In der Nacht auf den 9. November zogen tausende Soldaten durch die Stadt, zu einer Stürmung des Neuen Palais, der Residenz des Großherzogs, ... »Details
  24. 8.-11. November 1918: Der Wiesbadener Arbeiter- und Soldatenrat
    Anlässlich der revolutionären Umstürze in den umliegenden Städten riefen Magistrat und Stadtverordnetenversammlung in Wiesbaden am 8. November 1918 offiziell dazu auf, „Ruhe und Besonnenheit“0=Wiesbadener Zeitung, 9.11.1918, Abendausgabe, S. 2: Aufruf an die Mitbürger. zu wahren. Der an die Bürgerschaft gerichtete Aufruf mahnte zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung, um den ... »Details
  25. 9. November 1918: Ausrufung der Republik in Berlin durch Philipp Scheidemann
    In Berlin wird bekanntgemacht, dass Kaiser Wilhelm II. abgedankt hat. Der spätere Kasseler Oberbürgermeister Philipp Scheidemann (1865–1939; SPD) ruft von einem Fenster des Reichstagsgebäudes aus die Republik aus. ... »Details
  26. 9. November 1918: Bedrückende Zahl von Gefallenen im Verlauf des Krieges
    Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges fallen aus der Universitätsstadt Marburg insgesamt 514 Personen. Von den Professoren, Studenten und Beschäftigten der Universität Marburg kehren 587 nicht lebend aus dem Krieg zurück. Von den in Marburg aus an die Front gezogenen „Marburger Jägern“ verlieren während des Krieges 3.789 Männer ihr Leben. Zu den Gefallenen und Verstorbenen kommt eine ... »Details
  27. 9. November 1918: Bildung eines Arbeiter- und Soldatenrats in Offenbach
    Am Abend wird in Offenbach am Main ein Arbeiter- und Soldatenrat gebildet, der aus dem Aktionsausschuss, dem Sicherheitsausschuss, dem Militärausschuss und dem Ernährungsausschuss besteht. Soldatenräte entstehen auch in anderen hessischen Städten wie beispielsweise Darmstadt, Frankfurt, Wiesbaden, Marburg, Hanau oder Erbenheim.  ... »Details
  28. 9. November 1918: Volksversammlungen der USPD und MSPD in Wiesbaden
    Nachdem in Wiesbaden der Soldatenrat die Macht in der Stadt übernommen hatte, hielten die sozialdemokratischen Parteien USPD und MSPD gemeinsam Volksversammlungen ab, die großen Zulauf fanden. Auf beiden Veranstaltungen sprach der Reichstagsabgeordnete Gustav Raute (1859–1946). Zudem wurden der Arbeiterrat gewählt, der der zusammen mit dem Soldatenrat die Verwaltung der Stadt übernehmen ... »Details
  29. 9. November 1918: Gießener Anzeiger schränkt Auflage wegen Papierknappheit ein
    Am 9. November 1918 veröffentlicht der „Gießener Anzeiger“ eine Mitteilung an seine Leser: Die Knappheit des Zeitungsdruckpapieres verbunden mit der Unsicherheit rechtzeitiger Beschaffung macht es notwendig, das Erscheinen der Gießener Familienblätter bis auf weiteres einzustellen. [...] Es ist außerdem infolge des Papiermangels eine Einschränkung des Anzeigenteils notwendig ... »Details
  30. 9.-10. November 1918: Kaiser Wilhelm II. dankt ab und geht ins Exil in die Niederlande
    In Berlin wird bekanntgemacht, dass Kaiser Wilhelm II. abgedankt hat. Wilhelm II. hält sich im militärischen Hauptquartier in Spa (Belgien) auf, als in Kiel und anderen Städten die Matrosen rebellieren und bald in den meisten größeren Städten Soldaten und Arbeiter die Revolution ausrufen. Noch am 8. November hat der Kaiser die Absicht, von Spa in das Reich zurückzukehren und die Revolution ... »Details