Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
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Jüdische Wohlfahrtspflege 1932/33

Darmstadt [Friedrichstraße], Israelitische Religionsgemeinde

Volksstaat Hessen, Provinz Starkenburg, Rabbinat Darmstadt I – heute: Stadt Darmstadt

Einwohner: 89613 (89465). Juden: 1646 [= 1.84 %]. Zensiten: 404.

Adresse: s. 1. Vorsitzender. Fernsprecher 1024. Postscheck Frankfurt am Main 7561. Bankkonto Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft – 1. Vorsitzender Leopold Hachenburger, Saalbauerstr. 81. Fernsprecher 9. 2. Vorsitzender Rechtsanwalt Benno Joseph, Rheinstr. 29. Fernsprecher 2446 – Rabbiner Dr. Bienheim, Wilhelminenstr. 13 – Lehrer und Kantor Hugo Löwenthal, Elisabethstr. 69. Elias Hauser, Friedrichstr. 2 – Ausschüsse: Gottesdienstausschuss, Bauausschuss Vorsitzender Dernburg. Ausschuss für Religionsschule, Finanzausschuss Vorsitzender Rechtsanwalt Joseph. Friedhofsausschuss Vorsitzender Simon. Armenausschuss Vorsitzender Meyer. Steuerausschuss Vorsitzender Hachenburger – Steuer: 15 % Reichseinkommenssteuer und 10 % Vermögenssteuer. Gemeindeetat 1930: 70000. 1931: 65298.

Angeschlossen: Wallerstädten, Wimpfen an dem Berg.

Synagoge Friedrichstr. 2 – Friedhof

Wohlfahrtspflege
  • Oertliche Zentrale für jüdische Wohlfahrtspflege. Zentralkasse der vereinigten israelitischen Wohltätigkeitsanstalten. Arbeitsgemeinschaft. Zusammengeschlossen: Israelitische Religionsgemeinde, Israelitische Religionsgesellschaft, Nothilfe, Samech Nauflim, Starkenburg-Loge, Kohlenkasse, Hilfsverein, Verein zur Bekämpfung des Wanderbettels. Adresse: Riedeselstr. 23. Fernsprecher 567. Sprechzeit: 6–7 Uhr abends, Sonntag 11–12 Uhr. Bankkonto Nauheim & Co. Vorsitzender Max S. Mayer. Zweck und Arbeitsgebiete: Zentralisierung der jüdischen Wohlfahrtspflege.
Vereine
  • 1. Chewra Gemilus Chessed in Darmstadt. Gegründet 1922. Adresse: Vorsitzender Siegfried Stern, Bismarckstr. 66. Bankkonto Städtische Sparkasse. Zweck und Arbeitsgebiete: Krankenpflege, Bestattung. Mitglieder 54.
  • 2. Israelitische Nothilfe. Adresse: Vorsitzende Frau Lehmann. Zweck und Arbeitsgebiete: Versorgung des verarmten Mittelstandes mit Heizmaterial und Lebensmitteln.
  • 3. Jüdischer Frauenbund. Adresse: Vorsitzende Frau Brill, Blumenthalstr. 1. 250 Mitglieder.
  • 4. Verein der jüdischen Wanderfürsorge. Gegründet 1897. Sprechzeit: 3–4 Uhr nachmittags. 1. Vorsitzender H. Strauß, Mathildenplatz 9. Zweck und Arbeitsgebiete: Wanderfürsorge, Bahnhofshilfe. Mitglieder 300.
Unterricht
  • Religionsunterricht 139 Kinder
Sonstige Vereine
  • Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Vorsitzender Rechtsanwalt Dr. Reis, Kasinostr. 31.
  • Minjanverein. Vorsitzender Siegfried Stern, Frankfurter Str. 50.
  • Reichsbund jüdischer Frontsoldaten. Vorsitzender Emil Blum, Marktplatz 7.
  • Starkenburgloge. Adresse: Neckarstr. 20.
Druckausgabe

Führer durch die jüdische Gemeindeverwaltung und Wohlfahrtspflege in Deutschland 1932-33. Herausgegeben von der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, S. 379.

Empfohlene Zitierweise
„Darmstadt [Friedrichstraße], Israelitische Religionsgemeinde“, in: Jüdische Wohlfahrtspflege 1932/33 <https://www.lagis-hessen.de/de/purl/resolve/subject/jgv/id/195> (aufgerufen am 24.06.2026).