Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
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Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

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  1. 14. Mai 1952: Neues Freiheitsentzugsgesetz für psychisch Kranke und Süchtige verabschiedet
    Der Hessische Landtag nimmt, bei Stimmenthaltung der FDP, nach der zweiten und dritten Lesung das neue Gesetz über den Freiheitsentzug psychisch kranker sowie süchtiger Personen (Irrengesetz) an.(MB) ... »Details
  2. 14. Mai 1952: Neue Getränke- und Speiseeissteuer für Hessen beschlossen
    Nach drei Lesungen verabschiedet der Landtag einstimmig das von der SPD eingebrachte Gesetz zur Änderung des Getränke- und Speiseeissteuergesetz. Einzelne Getränke und Eissorten sind mit diesem Gesetz steuerbefreit. Am. 24. Dezember 1952 tritt das Gesetz in Kraft, um damit auch durch Gemeinden beschlossene Getränkesteuerordnungen zu legalisieren.(MB) ... »Details
  3. 14. Mai 1952: Land stellt dem Verband der Kriegsopfer 350.000 DM zur Verfügung
    Einstimmig beschließt der Hessische Landtag dem Verband der Kriegsopfer 350.000 DM für die Sonderfürsorge für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene zur Verfügung zu stellen. Die Summe war vom Verband gefordert worden und soll für Existenzaufbau, Siedlungszulage, Berufsförderung und Berufsausbildung verwandt werden.(MB) ... »Details
  4. 20. Mai 1952: Große Demonstrationen gegen geplantes Betriebsverfassungsgesetz
    Auf Initiative des Deutschen Gewerkschaftsbundes demonstrieren 100.000 Arbeitnehmer aus ganz Hessen in Frankfurt am Main gegen das geplante Betriebsverfassungsgesetz.(OV) ... »Details
  5. 23. Mai 1952: Steuerschätzung für das Rechungsjahr 1952
    Die geschätzten Steuereinnahmen für das Rechnungsjahr 1952 belaufen sich in Hessen auf 1.008.821.000 DM. Damit steigen die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr (rund 749 Millionen DM) deutlich an. Der Haushaltsausschuss des Hessischen Landtags will nun 1,5 Millionen DM für Schulspeisungen zur Verfügung stellen. Ebenso sieht der Ausschuss Handlungsbedarf bei der Entschädigung von Städten, die ... »Details
  6. 24. Mai 1952: Zerstörter Marktplatz in Gießen wiederhergestellt
    In Gießen ist der im Zweiten Weltkrieg zerstörte Marktplatz wiederhergestellt. Gießen gehört zu jenen deutschen Städten, die außergewöhnlich große Schäden durch alliierte Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg davongetragen haben. Der Zerstörungsgrad der Stadt betrug bei Kriegsende insgesamt 67 %, die Gießener Innenstadt war zu 90 % zerstört.0=Vgl. Ludwig Brake, Neuanfang und Aufbruch: 1945 ... »Details
  7. 26. Mai 1952: Sperrmaßnahmen an der Grenze
    Nach einigen propagandistischen Äußerungen seitens der DDR-Regierung ist eine neue Verordnung bezüglich der Schutzmaßnahmen vor, nach DDR-Deutung, „Agenten, Spionen und Diversanten“0=Mitten in Deutschland, S. 7. getroffen worden. Diese trägt die Überschrift „Maßnahmen an der Demarkationslinie“. Der Ausbau und die Verstärkung der DDR-Grenze zur Ost-Grenze der Bundesrepublik ist das ... »Details
  8. 26. Mai 1952: Kein Strom für Weidenhain
    Durch die von der DDR-Regierung beschlossenen Sperrmaßnahmen an der Grenze ist auch der der Ortsteil von Philippsthal, Weidenhain, betroffen. Da die Gemeinde seit Bestehen ihren Strom aus dem Elektrowerk Vacha und seit letzter Zeit aus dem E-Werk Eisenach (beide Thüringen) bezieht, ist sie nun durch die Maßnahmen des DDR-Regimes von der Stromversorgung getrennt. Gerade die ortsansässige ... »Details
  9. Juni 1952: Hessen protestiert gegen Segelflugsperre im hessisch-thüringischen Grenzgebiet
    Das hessische Wirtschaftsministerium bittet um Überprüfung der vom amerikanischen Zivilluftfahrtamt verfügten Sperre von Segelflügen im hessisch-thüringischen Grenzgebiet. Hessen fordert, dass in dem 48 Kilometer breiten Sperrstreifen zumindest Gleitflüge in 300 Meter Höhe erlaubt werden. Ansonsten sei kein Segelflugsport in diesem Gebiet möglich. Vorgetragen wird der Protest vom ... »Details
  10. Mitte 1952: Demonstration gegen den Entwurf des Betriebsverfassungsgesetzes in Offenbach
    In Offenbach am Main demonstrieren etwa 20.000 Menschen gegen den von der Bundesregierung vorgelegten Entwurf eines neuen Betriebsverfassungsgesetzes.(OV) ... »Details
  11. 3. Juni 1952: Ausgewiesene aus der DDR im Raum Bad Hersfeld eingetroffen
    Innenminister Heinrich Zinnkann (1885–1973; SPD) gibt bekannt, dass im Raum Bad Hersfeld in den vorangegangenen Tagen rund dreißig Familien eingetroffen sind, die aus der DDR ausgewiesen worden waren. Die Familienmitglieder sind mehrheitlich in den Kalibergwerken der Wintershall AG beschäftigt und können aufgrund der Sperrung des kleinen Grenzverkehrs nicht mehr in ihre Wohnorte zurück. Es ... »Details
  12. 4. Juni 1952: Pläne zur Verwaltungsreform in Hessen
    Im Zuge der Verwaltungsreform plant die SPD, die Bezirkskammerverbände Kassel und Wiesbaden aufzulösen. Ebenso hat sich die Partei für die Auflösung der Kommunalverbände und der Schaffung einer Gemeinschaftsbank ausgesprochen. Die Regierung soll nun hierfür eine Gesetzesvorlage erarbeiten. Vonseiten des der CDU-Opposition angehörenden Abgeordneten Eduard Trabert (1890–1969) kündigt sich ... »Details
  13. 4. Juni 1952: Gründung der Hessischen Berg- und Hüttenwerke AG in Wetzlar
    In Wetzlar wird die Hessische Berg- und Hüttenwerke AG gegründet. Die AG war mit der aufgrund des alliierten Gesetzes Nr. 27 erforderlichen Zustimmung der Combined Steel Group und der Stahltreuhändervereinigung erfolgt. Die Hessische Landesregierung stimmte der Gründung ebenfalls zu. Bis zum endgültigen Urteil des Hessischen Staatsgerichtshof über alle Fragen, die im Zusammenhang mit Artikel ... »Details
  14. 5. Juni 1952: Auseinandersetzungen über die geplante hessische Verwaltungsreform
    Landeshauptmann Otto Witte (1884–1963), Landesrat Franz Fuchs (1894–1981) und der Betriebsratsvorsitzende Stünkel informieren auf einer vom Betriebsrat einberufenen Betriebsversammlung die Beschäftigten des Wiesbadener Kommunalverbandes über die Ergebnisse ihrer Unterredung mit Ministerpräsident Georg August Zinn (1901–1976; SPD). Dieser habe versichert, dass es noch keinen endgültigen ... »Details
  15. 6. Juni 1952: Hessische Staatsgerichtshof bestätigt Gültigkeit des Sozialisierungsartikels
    In Wiesbaden urteilt der Hessische Staatsgerichtshof, dass die Überführung der Grundstoffindustrien und des Verkehrswesens aufgrund von Artikel 41 der Hessischen Verfassung rechtsgültig ist. Mit Inkrafttreten der Hessischen Verfassung am 1. Dezember 1946 ist den früheren Eigentümern der Besitz entzogen und sozialisiert worden. Weiter urteilt das Gericht, dass die Einsetzung von Treuhändern, ... »Details
  16. 9. Juni 1952: Alsfelder FDP kritisiert Frankfurter Parteikollegen
    Die Alsfelder FDP kritisiert auf ihrem Parteitag ihre Parteikollegen des Frankfurter Stadtparlaments. Mit Unverständnis reagieren die Mittelhessen auf die Stimmenhaltung der Frankfurter FDP auf einen Änderungsantrag der Geschäftsordnung in Frankfurt, die gegen die Deutsche Partei gerichtet ist. In Alsfeld hätte die Partei gerne ein ablehnendes Stimmverhalten ihrer Parteifreunde gesehen. Der ... »Details
  17. 9. Juni 1952: Ministerpräsident Zinn erneut schwer erkrankt
    Die Staatskanzlei teilt mit, dass Ministerpräsident Georg August Zinn (1901–1976; SPD) erneut schwer an einer Venenentzündung erkrankt ist. Wann er die Amtsgeschäfte wieder aufnehmen kann, ist unklar. Innenminister Heinrich Zinnkann (1885–1973; SPD) vertritt bis dahin den Ministerpräsidenten.(MB) ... »Details
  18. 13. Juni 1952: Zinnkann weist Kritik der Deutschen Partei zurück
    Der hessische Innenminister Heinrich Zinnkann (1885–1973; SPD) weist die von der Deutschen Partei vorgebrachte Kritik, es habe Wahlkampfbehinderungen der Partei seitens der SPD in Teilen Hessens gegeben zurück. Die Deutsche Partei (DP) hatte der Frankfurter Polizei vorgeworfen, ihre Parteimitglieder bei Wahlkampfveranstaltungen nicht geschützt zu haben. Zinnkann verweist auf die Aussage des ... »Details
  19. 15. Juni 1952: Stellungnahme des Innenministeriums zu Beschwerden der Deutschen Partei über den HR
    Das hessische Innenministerium veröffentlicht seine Stellungnahme zu den Beschwerden der Deutschen Partei, sie sei in Hessen im Kommunalwahlkampf behindert worden. Die Partei warf dem Hessischen Rundfunk vor, ihr keine Sendezeit eingeräumt zu haben. Das Ministerium verweist darauf, dass der Hessische Rundfunk nicht der Staatsgewalt unterliege, da er eine „Anstalt des öffentlichen Rechts mit ... »Details
  20. 22. Juni 1952: Erstmals nach Kriegsende „Internationaler Großflugtag“ als Besuchertag auf dem Rhein-Main Flughafen
    Zum ersten Mal nach Ende des Zweiten Weltkriegs veranstalten die zivilen und militärischen Betreiber und Nutzer des Frankfurter Rhein-Main Flughafens in Frankfurt am Main gemeinsam einen „Internationalen Großflugtag“ in Form eines „Tags der offenen Tür“ für das Publikum. ... »Details
  21. 24. Juni 1952: Hessen plant Einrichtung eines Landwirtschaftsministerium
    Aus den veröffentlichten Haushaltsplänen des hessischen Ministerpräsidenten Georg August Zinn (1901–1976; SPD) geht hervor, dass dieser in Übereinstimmung mit dem Kabinett die Einrichtung eines Landwirtschaftsministerium plant. Bislang ist dieses Sachgebiet noch dem Ministerium für Arbeit, Landwirtschaft und Wirtschaft zugehörig. Der neue Minister soll in Bälde ernannt werden. Der ... »Details
  22. 25. Juni 1952: Landtag erklärt Zonenrandgebiet zum Notstandsgebiet
    Der Hessische Landtag billigt einen Antrag der SPD, das Gebiet entlang der hessischen Grenze nach Thüringen zum Notstandsgebiet zu erklären. Für diese unter den Sperrmaßnahmen leidende Region sollen umfassende Sanierungs- und Förderungsprogramme anlaufen.(MB) ... »Details
  23. 25. Juni 1952: Opposition lehnt Pläne zur Einrichtung eines Landwirtschaftsministerium ab
    Die CDU bringt als Reaktion auf die Vorlage der Regierung, die die Schaffung eines eigenständigen Landwirtschaftsministeriums beinhaltet, eine Antrag ein, der ein solches Ministerium als überflüssig ansieht und daher ablehnt. Begründet wird die Ablehnung damit, dass die wesentliche Arbeit in diesem Themengebiet auf Bundesebene geleistet werde. Auf Länderebene würden die dort getroffenen ... »Details
  24. 25. Juni 1952: Hessen hält vorerst an neuer Speiseeissteuer fest
    Finanzminister Heinrich Troeger (1901–1975; SPD) erklärt, dass Hessen ungeachtet des Erlasses des Bundesfinanzministers, der die in verschiedenen Bundesländern erlassene Speiseeissteuer als verfassungswidrig ansieht, Hessen an dieser Steuer vorerst festhalten werde. Man werde auf die höchstrichterliche Entscheidung in dieser Frage warten, diese aber nicht selbst einleiten.(MB) ... »Details
  25. 25. Juni 1952: Zweite Haushaltslesung im Landtag
    Im Hessischen Landtag findet die zweite Lesung über den hessischen Haushalt statt. Im Fokus der Debatte steht die von Ministerpräsident Georg August Zinn (1901–1976; SPD) beabsichtigte Einrichtung eines Landwirtschaftsministeriums. Innenminister Heinrich Zinnkann (1885–1973; SPD), Ministerialdirektor Reuss und Finanzminister Heinrich Troeger (1901–1975; SPD) befürworten die Einrichtung ... »Details
  26. 25. Juni 1952: Erhöhung der Ministerbezüge
    Finanzminister Heinrich Troeger (1901–1975; SPD) erklärt, dass in Hessen die Ministerbezüge rückwirkend zum 1. Oktober 1951 erhöht werden. Das Jahresgrundgehalt des Ministerpräsidenten, derzeit 28.000 DM, soll um 6.600 DM jährlich erhöht werden. Minister, deren derzeitiges Jahresgrundgehalt bei 22.000 DM liegt, sollen 4.400 DM mehr jährlich erhalten. Zusätzlich erhält der ... »Details
  27. 26. Juni 1952: Abschiedsbesuch des amerikanischen Oberkommissars McCloy in Wiesbaden
    Der amerikanische Oberkommissar John Jay McCloy (1895–1989) hält in Wiesbaden seinen Abschiedsbesuch. Hier äußert er sich zu der Deutschen Frage dahingehend, dass die USA entschlossen sind ihre Rechte in Berlin zu wahren. Zu Zwischenfällen an der Zonen- und Sektorengrenze äußert er, dass man diese nicht übertreiben oder klein reden dürfe, sondern diese realistisch betrachten und ... »Details
  28. 27. Juni 1952: Landtag verabschiedet Haushalt und führt damit auch Landwirtschaftsministerium ein
    Mit den Stimmen der SPD und des Blocks der Heimatvertrieben wird im Hessischen Landtag der Haushalt für das Rechnungsjahr 1952/53 verabschiedet. Insgesamt sind Ausgaben in Höhe von 1.456.743.600 DM vorgesehen. Damit liegt der Fehlbetrag im ordentlichen Haushalt bei 31.728.000 DM. Mit der Annahme des Etats ist zugleich auch ein eigenständiges Landwirtschaftsministerium bewilligt, da dieses ... »Details
  29. 30. Juni 1952: Internationaler Suchdienst bezieht Gebäude in Arolsen
    Der Internationale Suchdienst (ISD), der in den Nachkriegsjahren bei der Suche nach Millionen von Vermissten geholfen hat, bezieht in Arolsen ein neues Dienstgebäude. ... »Details
  30. Juli 1952: Eröffnung des wiederaufgebauten Liebig-Museums in Gießen
    In Gießen wird das wiederaufgebaute Liebig-Museum feierlich eröffnet. Das Museum war 1944 zerstört worden. Zuvor waren jedoch die wertvollen Exponaten in Sicherheit gebracht worden. Im Museum werden diese ausgestellt. So finden sich in den Räumlichkeiten der Fünf-Kugelapparat für chemische Analysen, der Verbrennungsapparat, der Liebigsche Kühler sowie der Apparat zur Herstellung flüssiger ... »Details