Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
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Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

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  1. 7. Juni 1946: Erstes Entnazifizierungsverfahren in Darmstadt
    Vor der Spruchkammer Darmstadt-Stadt wird am 7. Juni 1946 das erste Entnazifizierungsverfahren durchgeführt. Grundlage ist das sogenannte Befreiungsgesetzes der amerikanischen Militärregierung vom 5. März 1946. Am Ende dieses ersten Verfahrens erhält ein ehemaliger Gestapo-Angehöriger eine Strafe von fünf Jahren Arbeitslager sowie Vermögensentzug. Wenige Tage später richtet die hessische ... »Details
  2. 7. Juni 1946: Beratender Landesausschuss schließt seine Beratungen ab
    Nach sechs Plenarsitzungen schließt der Beratende Landesausschuss in Wiesbaden seine Beratungen ab. Im Verlauf der Zeit hat er „erheblichen Einfluss auf die Regierungsarbeit“0=Berding, S. 42 genommen. So ist das Kabinett seinen Entschließungen zu wichtigen politischen Fragen stets gefolgt, zum Beispiel bezüglich der Eingliederung von Flüchtlingen und Vertriebenen. Ferner hat der ... »Details
  3. 12. Juni 1946: Erste Marburger Hochschulgespräche
    In Marburg werden erstmals die „Marburger Hochschulgespräche“ veranstaltet, die vier Tage dauern und auf denen eine Neubestimmung des Verhältnisses von Wissenschaft und Politik diskutiert wird. Ferner geht es um eine Neuordnung der Studien- und Lehrpläne. Auf der von Wissenschaftlern aus Deutschland und der Schweiz sowie von Beobachtern der US-Militärregierung besuchten Tagung treten unter ... »Details
  4. 13. Juni 1946: Militärgouverneure kündigen Schritt zur Bizone an
    Der stellvertretende US-Militärgouverneur, Generalleuntnant Lucius D. Clay (1897–1978), und der stellvertretende britische Militärgouverneur, Generalleutnant Sir Brian Robertson (1896–1974), kündigen bei einem Zusammentreffen deutscher Beamter aus der amerikanischen und britischen Zone eine enge Zusammenarbeit in der Verwaltung der beiden Zonen. Sie äußern den Wunsch, daß die ... »Details
  5. 15. Juni 1946: Einrichtung von mehr als 100 Spruchkammern zur Entnazifizierung
    Die hessische Landesregierung richtet in Umsetzung des sogenannten Befreiungsgesetzes der amerikanischen Militärregierung vom 5. März 1946 mehr als 100 Spruchkammern für die Durchführung von Entnazifizierungsverfahren ein. Die mit Laien besetzten Spruchkammern unterstehen dem Ministerium für politische Befreiung. ... »Details
  6. 18. Juni 1946: Vorbereitender Verfassungsausschuss legt Verfassungsentwurf vor
    Der im März 1946 eingerichtete Vorbereitende Verfassungsausschuss legt seinen Entwurf vor, der für die Beratungen der Verfassungberatenden Versammlung des Landes Groß-Hessen als Grundlage dienen soll. ... »Details
  7. 30. Juni 1946: Wahl zur Verfassungberatenden Landesversammlung
    In Hessen findet die Wahl zur Verfassungberatenden Landesversammlung statt. Dabei erhält die SPD 44,3 % der gültigen Stimmen, die CDU 37,3 %, die KPD 9,7 % und die LDP 8,1 %. Auf die Arbeiterpartei entfallen 0,6 %. In der Verfassungberatenden Landesversammlung (90 Sitze) stellt die SPD damit 42 Mitglieder, die CDU 35, die KPD sieben und die LDP sechs Mitglieder. Unter den Mitgliedern der ... »Details
  8. 30. Juni 1946: Sperrung der Zonengrenze
    Durch die von der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) geforderte Kontrollratsverordnung ist die Grenze zwischen der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und den drei westlichen Besatzungszonen gesperrt. Der Grund dafür ist die millionenfache Flucht ostdeutscher Bürger in den Westen. Jene Verordnung hat, unter anderem auch für Hessen, sowohl für den wirtschaftlichen als auch ... »Details
  9. Juli 1946: Landesgesetz zur Entschädigung von NS-Opfern
    Ein hessisches Landesgesetz regelt die Entschädigung von NS-Opfern. ... »Details
  10. Juli 1946: Rücktritt des groß-hessischen Innenministers Hans Venedey
    Groß-Hessens Innenminister Hans Venedey (1902–1969; SPD) tritt von seinem Amt zurück. Dieser Schritt steht im Zusammenhang mit seinem Vorschlag zur Ausweitung der Zusammenarbeit der SPD mit der KPD und mit Arbeitsminister Oskar Müller (1896–1970; KPD). Indem er sogar einer Fusion mit der KPD das Wort geredet hat, verstößt er klar gegen die offizielle Parteilinie der SPD in ... »Details
  11. Juli 1946: Königsteiner Entwurf der Verfassung einer konstitutionellen Demokratie in Hessen
    Das verfassungspolitische Programm des hessischen Ministerpräsidenten Karl Geiler, das dieser anlässlich der Eröffnung des Vorbereitenden Verfassungsausschusses am 12. März 1946 dargelegt hat, fließt maßgeblich in den sogenannten Königsteiner Entwurf einer konstitutionellen Demokratie ein. Unter konstitutioneller Demokratie verstehen die beiden Autoren des Entwurfes, die ... »Details
  12. Juli 1946: Verfassungsentwurf der SPD für die Beratungen der Verfassungberatenden Landesversammlung
    In Anknüpfung an die Hochwaldhäuser Beschlüsse legen die SPD-Verfassungsexperten Adolf Arndt und Georg August Zinn (1901–1976) den offiziellen Verfassungsentwurf der SPD für die Beratungen der Verfassungberatenden Landesversammlung vor. Das, was dem Arndt-Zinn-Entwurf sein besonderes programmatisches Profil gab, war sein Eintreten für umfassende unveräußerliche Grundrechte und die ... »Details
  13. Juli 1946: Jüdische Rundschau berichtet von Auswanderung jüdischer Überlebender nach Amerika
    Die in Marburg erscheinende Jüdische Rundschau berichtet von der Auswanderung von 200 jüdischen Überlebenden aus dem in Frankfurt eingerichteten „Sammellager für zugelassene Auswanderer“ nach Amerika. Die Emigration ist möglich geworden, nachdem die Vereinigten Staaten denjenigen, die Verwandte in den USA haben, die Einreise gestattet haben. Ein Bildberichterstatter der Jüdischen ... »Details
  14. 4. Juli 1946: Erste offizielle Besprechung des neuen Schulfunkprogramms im Hessischen Kultusministerium
    Im Hessischen Kultusministerium in Wiesbaden treffen der amtierende hessische Kultusminister Dr. Franz Schramm (1887–1966; CDU), der Regierungsdirektor im Kultusministerium Otto Appel, der Intendant des 1945 von der amerikanischen Besatzungsmacht neu gegründeten Radio Frankfurt Eberhard Beckmann (1905–1962) und der Jugendfunkleiter des Radios, Jochen Leschke (1919–1971) zu einer ersten ... »Details
  15. 15. Juli 1946: Konstituierung der Verfassungberatenden Landesversammlung Groß-Hessen
    Nach ihrer Wahl am 30. Juni 1946 konstituiert sich die Verfassungberatende Landesversammlung in der Aula des Realgymnasiums Oranienstraße in Wiesbaden als „das erste demokratische Nachkriegsparlament Hessens“.0=Mühlhausen, Demokratischer Neubeginn, S. 32. Als Alterspräsident eröffnet der CDU-Abgeordnete Siegfried Ruhl (1870–1962) aus Kirchhain (Kreis Marburg) die Versammlung. Zum ... »Details
  16. 1. August 1946: Walter Kolb Oberbürgermeister von Frankfurt
    Walter Kolb (1902–1956) wird Oberbürgermeister von Frankfurt am Main.(OV) ... »Details
  17. 13. August 1946: Erklärung der Ministerpräsidenten von Hessen und Thüringen zur wirtschaftlichen Einheit Deutschlands
    Anlässlich eines Treffens in Weimar handelt Groß-Hessens Ministerpräsident Karl Geiler (1878–1953) mit seinem thüringischen Amtskollegen Rudolf Paul (1893–1978) eine Erklärung mit Blick auf die wirtschaftliche Einheit Deutschlands aus, die am 13. August 1946 veröffentlicht wird. Darin heißt es in kritischer Beurteilung der Bildung einer auf die amerikanische und britische Besatzungszone ... »Details
  18. 14. August 1946: Kabinett Geiler beschließt Organisation einer Konferenz aller deutschen Ministerpräsidenten
    Die groß-hessische Landesregierung greift einen Vorschlag von Ministerpräsident Karl Geiler (1878–1953) vom Juni 1946 auf und beschließt, eine Konferenz aller deutscher Ministerpräsidenten in Frankfurt am Main zu veranstalten. Ziel der Konferenz soll es sein, die sich vertiefende Spaltung Deutschlands in Ost und West aufzuhalten. Für das schließlich nach Bremen anberaumte Treffen der ... »Details
  19. 21. August 1946: Überführung der Särge der Preußenkönige nach Marburg
    Die während des Krieges in einem Salzbergwerk in Thüringen gesicherten Särge der Preußenkönige Friedrich Wilhelm I. (1688–1740) und Friedrich II. (1712–1786), die sich ursprünglich in Potsdam befanden, sowie die Särge des ehemaligen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg (1847–1934) und seiner Frau Gertrud (1860–1921), die im Tannenberg-Denkmal in Ostpreußen bestattet waren und ... »Details
  20. 25. August 1946: Beginn der Carepaket-Aktion
    Als Hilfsaktion des amerikanischen Volkes für das kriegszerstörte Europa und für Deutschland beginnt die Carepaket-Aktion.(OV) ... »Details