Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
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Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

  • 1900
  • 1910
  • 1920
  • 1930
  • 1940
  • 1950
  • 1960
  • 1970
  • 1980
  • 1990
  • 2000
  1. 20. Juli 1950: Ministerpräsident Stock sagt Toleranz und Bekämpfung des Antisemitismus zu
    Der hessische Ministerpräsident Christian Stock (1884–1967) schreibt an den amerikanischen Landeskommissar von Hessen, James R. Newman (1902–1964), von seiner Regierung werde alles zur Förderung der Toleranz und zur Bekämpfung antisemitischer Ausschreitungen getan. Seit Januar 1947 habe es in Hessen 35 Schändungen jüdischer Friedhöfe gegeben. In 17 Fällen seien Kinder unter 14 Jahren ... »Details
  2. 27. Juli 1950: Hessische Landesregierung lehnt Zustimmung zur Luxussteuer ab
    Die Hessische Landesregierung lehnt den von der Bundesregierung vorgelegten Entwurf des Gesetzes für eine Luxussteuer ab. Staatssekretär Dr. Hermann Bach (1897–1966) erläutert dazu, dass mit dem Gesetz die Offenbacher Lederindustrie, die Hanauer Schmuckindustrie und der Verkauf der hessischen Spitzenweine besonders betroffen sein würden.(OV) ... »Details
  3. 5. August 1950: Staatsgerichtshof erklärt Verbot einer NDP-Veranstaltung am Niederwalddenkmal für rechtmäßig
    Der Hessische Staatsgerichtshof in Wiesbaden verkündet in der Klage der National-Demokratischen Partei in Hessen gegen das Land Hessen sein Urteil. Die NDP hatte wegen der Verletzung der Versammlungsfreiheit geklagt, weil das Land eine Veranstaltung der Partei am Niederwalddenkmal bei Rüdesheim verboten hatte. Das Gericht weist die Klage der NDP ab und begründet dies damit, dass das ... »Details
  4. 13. August 1950: Steuerzahlerbund kritisiert Kabinettssitzung in Bad Wiessee
    Der geschäftsführende Vorsitzende des Steuerzahlerbundes in Hessen, Dr. Henning, kritisiert die Sitzung des hessischen Kabinetts in Bad Wiessee als unglaubliche Verschwendung von Steuergeldern. Nachdem Ministerpräsident Christian Stock (1884–1967) nach einem Empfang des amerikanischen Landeskommissars in Wiesbaden (am Freitag, dem 11. August) am folgenden Tag wieder zu seinem Urlaubsort Bad ... »Details
  5. 28. August-9. September 1950: Erfolgreicher Streik der Bauarbeiter in Hessen
    Nach Aufruf der Gewerkschaft „Bau, Steine, Erden“ streiken tausende Bauarbeiter0=Nach Angaben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung beteiligten sich am ersten Streiktag, dem 28. August, gegen Mittag etwa 18.000 Bauarbeiter allein in Frankfurt am Main an dem Arbeitskampf. Vgl. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.8.1950, S. 1: Bauarbeiterstreik in Frankfurt. Die Arbeitgeber erklären den Ausstand ... »Details
  6. 29. August 1950: Übergabe des Marburger Schlosses an die Philipps-Universität
    Das Marburger Schloss wird aus ehemals preußischem Besitz an die Philipps-Universität Marburg übergeben.(OV) ... »Details
  7. September 1950: Volkszählung belegt Bevölkerungszuwachs und Zahl der Heimatvertriebenen in Hessen
    Im September 1950 beläuft sich die hessische Bevölkerung laut Volkszählung auf 4,32 Millionen Menschen. Dies bedeutet eine Zunahme von 825.000 gegenüber dem Jahr 1939. Ein Großteil hiervon ist auf die Zuwanderung aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten zurückzuführen, nach deren Einsetzen am 4. Februar 1946 rasch erste Leitsätze zur Eingliederung der Flüchtlinge ergangen waren. So leben ... »Details
  8. 1. September 1950: Hessischer Innenminister verbietet Großkundgebung der KPD
    Der hessische Innenminister Heinrich Zinnkann (1885–1973; SPD) verbietet eine für Freitag, den 1. September 1950, von der KPD angekündigte Großkundgebung der Partei in Wiesbaden. Auf der Veranstaltung sollte der Bundestagsabgeordnete Oskar Müller (1896–1970; KPD) zum Thema „Der Weg der Deutschen Demokratischen Republik, der einzige Ausweg für die deutsche Nation“ sprechen. Der ... »Details
  9. 6. September 1950: Wiederhergestellte Westend-Synagoge in Frankfurt
    Die jüdische Gemeinde in Frankfurt am Main kann in einer feierlichen Zeremonie die Westend-Synagoge wieder einweihen. Die aus dem Jahr 1910 stammende große Synagoge war während der Reichspogromnacht von 1938 nicht vollständig zerstört worden, sodass sie seit 1948 im Rahmen der „Wiedergutmachung“ wiederhergestellt werden konnte. Die Festansprache hält der Rabbiner Georg Salzberger ... »Details
  10. 18. September 1950: Neues hessisches Landtagswahlgesetz
    Die Landesregierung unter Ministerpräsident Christian Stock (1884–1967; SPD) verkündet das am 14. September beschlossene neue Landtagswahlgesetz (LWG). Das neue Gesetz gilt erstmals für die Landtagswahlen vom 19. November dieses Jahres und löst das bisherige Landtagswahlgesetz von 1946 ab. Dieses von der damaligen Allparteienregierung unter amerikanischer Besatzung beschlossene Gesetz war ... »Details
  11. 27. September 1950: Umtausch von Anteilscheinen der I.G. Farben in Aktien
    Die Liquidatoren der I.G. Farben in Frankfurt am Main bieten den bisherigen Aktionären die Möglichkeit an, ihre alten Anteilscheine in Aktien der Nachfolgegesellschaften umzutauschen.(OV) ... »Details
  12. Oktober 1950: Einrichtung des Büros für Frauenfragen in Wiesbaden
    In der Landeshauptstadt Wiesbaden wird das Büro für Frauenfragen eingerichtet. Angestoßen wurde die Gründung dieser Einrichtung von der amerikanischen Frauenreferentin Betsy Knapp und der Kommunalpolitikerin Hedwig „Hety“ Schmitt-Maaß (1918–1983; SPD), die das Büro und ein Konzept für seine Arbeit entwickelt und ins Leben gerufen haben.0=Vgl. Büro für Staatsbürgerliche Frauenarbeit ... »Details
  13. 6. Oktober 1950: Untersuchungsausschuss befragt Abgeordnete zum Bestechungsskandal in der „Hauptstadtfrage“
    Der parlamentarische Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages beginnt am Vormittag mit der Vernehmung der Mitglieder des Bundestages, die in einem Bericht des SPIEGEL über die Bestechung von Abgeordneten bei der Wahl der Bundeshauptstadt genannt worden waren. Demzufolge sei die Abstimmung der Hauptstadtfrage im Parlamentarischen Rat am 10. Mai 1949 durch Bestechungsgelder manipuliert ... »Details
  14. 13. Oktober 1950: Erste Jahrestagung der „Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung“ in Darmstadt
    Die „Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung“ veranstaltet in Darmstadt ihre erste Jahrestagung.(OV) ... »Details
  15. 14. Oktober 1950: Proteste der Evangelischen Kirche gegen Wiederbewaffnungspolitik
    Vertreter des Bundesrates der Evangelischen Kirche protestieren auf einer Tagung in Darmstadt unter Vorsitz von Martin Niemöller (1892–1984) gegen die Wiederbewaffnungspolitik von Bundeskanzler Konrad Adenauer (1876–1967; CDU).(OV) ... »Details
  16. 7. November 1950: Hessisches Kabinett gegen neues Verkehrssteuergesetz
    Die hessische Landesregierung beschließt, in der kommenden Sitzung des Deutschen Bundesrates am 10. November gegen das neue Verkehrssteuergesetz zu stimmen. Nach der Erklärung von Staatssekretär Hermann Bach (1897–1966; SPD) ist die Landesregierung der Ansicht, dass die schwierige Finanzlage des Bundes nur durch eine Reform des Steuerwesens gelöst werden könne, nicht aber durch eine ... »Details
  17. 10. November 1950: Heimatvertriebene befürchten Verteidigungslasten auf ihre Kosten
    Vertreter der Heimatvertriebenen in Hessen fordern in Wiesbaden von Finanzminister Dr. Werner Hilpert (1897–1957; CDU) und Innenminister Heinrich Zinnkann (1885–1973; SPD), dass die zu erwartenden Ausgaben für die äußere Sicherheit nicht auf Kosten der Vertriebenen gehen sollten. Sie fordern die hessische Landesregierung auf, sich bei der Bundesregierung nachdrücklich in diesem Sinne zu ... »Details
  18. 17. November 1950: Keine Auslieferung von Deutschen ohne Zustimmung des Innenministers
    Der hessische Innenminister Heinrich Zinnkann (1885–1973; SPD) weist alle Polizeibehörden und kommunalen Dienststellen in Hessen an, vor jeder Auslieferung eines deutschen Staatsbürgers an die Besatzungsmacht oder eine andere fremde Macht seine persönliche Stellungnahme einzuholen. Ohne seine ausdrücklich gegebene Zustimmung sei eine Auslieferung zu verweigern.(OV) ... »Details
  19. 19. November 1950: Absolute Mehrheit der SPD bei Landtagswahl in Hessen
    In Hessen wird ein neuer Landtag gewählt. Bei einer Wahlbeteiligung von 64,9 % erhält die SPD 44,4 % der Stimmen, die FDP wird zweitstärkste Partei mit 31,8 %, während 18,8 % der Stimmen auf die CDU entfallen. Alle anderen Parteien erreichen weniger als fünf Prozent der abgegebenen Stimmen (darunter die KPD mit 4,7 %) und scheitern damit an der Fünf-Prozent-Klausel. Aus dem Wahlergebnis ... »Details
  20. 19. November 1950: Wählerstreik zur Landtagswahl in der Gemeinde Raubach
    In der kleinen Gemeinde Raubach (105 Einwohner) im Kreis Erbach blieben zur Landtagswahl alle 71 Wahlberechtigte der Urne fern. Wie das „Darmstädter Echo“ berichtet, ist dies in einer Boykottaktion der Einwohner des Dorfes begründet. ... »Details