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Hessen im 19. und 20. Jahrhundert
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- 23. Juli 1923: Bannerweihe des Jungdeutschen Ordens in Marburg unter Beteiligung der SA
Die Ballei Marburg des Jungdeutschen Ordens veranstaltet in der Universitätsstadt eine feierliche Bannerweihe. Im Anschluss an einen Festzug steuert die Ordensfeier bei einem anschließenden Gottesdienst ihrem Höhepunkt, der eigentlichen Weihe, entgegen. Unter den an Festzug, Versammlung und Weihe beteiligten Personen befinden sich auch mehrere Dutzend Männer der örtlichen SA-Formation. Ein ... »Details - August 1923: Inflation macht Lohnauszahlung problematisch
In Offenbach am Main und in anderen Städten ist im August die Lohnauszahlung für die Industrie schwierig, weil Geldscheine fehlen. Eine Zeitung bringt dazu die Überschrift: Kein Geld – Der Schrecken des Papiergeldmangels.(OV) ... »Details - 4. August 1923: Erstürmung von Metzger- und Lebensmittelläden in Wiesbaden
In Wiesbaden werden Metzger- und Kolonialwarenläden gestürmt.(OV) ... »Details - 11. August 1923: Erste Verleihung des Georg-Büchner-Preises in Darmstadt
In Darmstadt wird der neu geschaffene Staats- oder Georg-Büchner-Preis der hessischen Landesregierung, der mit drei Millionen Markt dotiert ist, und an Dichter, Künstler, Schauspieler und Sänger vergeben wird, erstmals verliehen. Er geht an den Kirchenmusikmeister der Evangelischen Landeskirche in Hessen, Professor Arnold Mendelssohn (1855–1933), und den Arzt und Schriftsteller Dr. Adam ... »Details - 14. August 1923: Unruhen in Offenbach wegen der enormen Teuerung
Auf dem Wochenmarkt in Offenbach am Main kommt es zu Unruhen und einer bedrohlichen Situation wegen der hohen Preise durch die galoppierende Inflation. Dabei kommt es beinahe zu Tätlichkeiten. Eine Gruppe aufgebrachter Frauen zieht demonstrierend zum Rathaus, wo Oberbürgermeister Granzin eine Abordnung von ihnen empfängt. ... »Details - 30. August 1923: Verbot der „Frankfurter Zeitung“ im besetzten Rheinland für weitere drei Monate
Die „Frankfurter Zeitung“ berichtet in einer kurzen Notiz von der Mitteilung der Oberpostdirektion, dass die Frankfurter Zeitung vom 27. August an auf weitere drei Monate im altbesetzten französischen und belgischen Gebiet verboten worden ist.(OV) ... »Details - 30. August 1923: Einweihung des Fliegerdenkmals für im Ersten Weltkrieg gefallene Feldpiloten auf der Wasserkuppe
Zehntausende drängen sich anlässlich der feierlichen Einweihung des Fliegerdenkmals für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Feldpiloten am Westhang der Wasserkuppe in der Rhön. ... »Details - 23. September 1923: Separatistenunruhen im Rheinland
In Wiesbaden führen die separatistischen Gruppierungen „Rheinische Volksvereinigung“ (RhVV) und „Vereinigte Rheinische Bewegung“ im Großen Saal des städtischen Kurhauses eine Kundgebung durch. Im Anschluss an die Veranstaltung, die von etwa 3.500 bis 4.000 Personen besucht wird, formiert sich ein Demonstrationszug, an dem sich rund 3.000 Menschen beteiligen. Am Rande der Demonstration ... »Details - 26. September 1923: Ende des passiven Widerstandes gegen die Besatzungsmächte
Reichspräsident Friedrich Ebert (1871–1925) und die Reichsregierung unter Führung von Gustav Stresemann (1878–1929) rufen die Bevölkerung im besetzten Rheinland, im Ruhrgebiet und im Reich auf, den passiven Widerstand gegen die Besatzungsmächte zu beenden.(OV) ... »Details - 26. September 1923: Auflösung der NSDAP-Ortsgruppe Frankfurt
Aufgrund der Reichsverordnung vom 26. September 1923 wird die NSDAP-Ortsgruppe in Frankfurt am Main aufgelöst. Die Nationalsozialisten finden sich bald im wiederbelebten „Deutschen Kampfbund zur Brechung der Zinsknechtschaft“ zusammen, der am 26. Mai 1922 geschlossen in die nationalsozialistische Partei eingetreten ist.(KR) ... »Details - Oktober 1923: Erste Hausdurchsuchungen bei NSDAP-Mitgliedern im Kreis Hersfeld
Im Oktober 1923, also noch vor dem Hitlerputsch vom 9. November 1923 in München, finden bei Mitgliedern der NSDAP im Kreis Hersfeld die ersten Hausdurchsuchungen statt. Ebenfalls im Oktober fahren drei Mitglieder der Ortsgruppe nach München, „um sich neues Rüstzeug zu holen“.(OV) ... »Details - Oktober-Dezember 1923: Formierung der NSDAP in Kassel
In Kassel findet eine Kerngruppe der NSDAP zusammen, der unter anderem Dr. Wilhelm Paulmann, Dr. Karl Schaumlöffel, Max Köhler, Fritz Lengemann, Rudolf Likus, Heinrich Messerschmidt und Heinrich Moog, die späteren Gauleiter Dr. Walter Schultz und Karl Weinrich (1887–1973) sowie der spätere Präsident des Volksgerichtshofs Dr. Roland Freisler (1893–1945) angehören.(OV) ... »Details - 1. Oktober 1923: Gründung der „Rhein-Mainischen Volkszeitung“ in Frankfurt
In Frankfurt am Main erscheint die „Rhein-Mainische Volkszeitung“. Das Blatt steht dem links-katholischen Flügel der Zentrumspartei nahe. An ihr arbeiten unter anderem Friedrich Dessauer (1881–1963), Walter Dirks (1901–1991) und Heinrich Scharp (1899–1977) mit.(OV) ... »Details - 19. Oktober 1923: Übergriffe Arbeitsloser auf Lebensmittelgeschäfte
In der Universitätsstadt Marburg kommt es zu Übergriffen von Arbeitslosen auf Lebensmittelgeschäfte.(OV) ... »Details - 22. Oktober 1923: Ausrufung der Rheinischen Republik und Besetzung des Wiesbadener Rathauses
In Wiesbaden besetzen bewaffnete Separatisten nach Ausrufung einer „Rheinischen Republik“ spätabends das Rathaus der Stadt und das Regierungspräsidium des Regierungsbezirks Wiesbaden. ... »Details - 24. Oktober 1923: Separatisten besetzen das Landratsamt in Rüdesheim
Nachdem am 21. Oktober 1923 in Aachen die „Freie und unabhängige Republik Rheinland“ ausgerufen worden ist, besetzen in Rüdesheim Unterstützer der separatistischen Staatsgründung das dortige Kreishaus. Etwa 60 bewaffnete Anhänger des Wiesbadener Staatsanwalts und Separatistenführers Hans Adam Dorten (1880–1963), der bereits 1919 als treibende Kraft eines Putschversuches in Erscheinung ... »Details - 24. Oktober 1923: „Ausgabe wertbeständiger Zahlungsmittel“ in Offenbach steht bevor
Die „Offenbacher Zeitung“ meldet, „die Ausgabe größerer Mengen wertbeständiger Zahlungsmittel“ beginne in Offenbach am Main in den nächsten Tagen. Drei Tage später erscheint in der selben Zeitung eine Anzeige der beteiligten Druckerei, die mit dem Slogan wirbt: „Notgeld druckt prompt und sicher – Seiboldsche Buchdruckerei“.(OV) ... »Details - 1. November 1923: Rheinische Separatisten in Langenschwalbach und Königstein
Vertreter der am 21. Oktober ausgerufenen Rheinischen Republik besetzen verschiedene amtliche Gebäude in Langenschwalbach (Bad Schwalbach) und Königstein.(OV) ... »Details - 2.-4. November 1923: Rheinische Separatisten in Idstein
Die Separatisten Karl Kaffine (Cafiné) und Seidel besetzten am Nachmittag des 2. November als Vertreter der Rheinischen Republik mit rund 120 Mann die Druckerei Grandpierre in Idstein, in der auch das Notgeld für den Untertaunuskreis gedruckt wird, und verlangen Geld. Sie rücken nach der Angabe, das Geld sei abgeliefert worden, wieder ab. Am Vormittag des 3. November kommen sie erneut in die ... »Details - 6. November 1923: Auseinandersetzungen mit Separatisten in Idstein
Der Anführer der rheinischen Separatisten in Idstein, Karl Kaffine (Cafiné), bedroht den Druckereibesitzer Georg Grandpierre, weil sich dessen Söhne und Gehilfen nach wie vor weigern, für die Separatisten Notgeld zu drucken. Auf die Weigerung Grandpierres werden die Druckerei beschlagnahmt und alle Personen im Haus verhaftet. Grandpierre und ein Dutzend weiterer Personen werden unter ... »Details - 6. November 1923: Bewaffnete Auseinandersetzungen mit Separatisten in der „Schlacht bei Eschenhahn“
Separatisten versuchen als Vertreter der Rheinischen Republik, den Landwirt und Bürgermeister von Breithardt (Untertaunuskreis), Wilhelm Guckes (1877–1942), zu verhaften. Sie schießen dabei in die mit Knüppeln und Steinen bewaffneten Einwohner, die den Bürgermeister schützen wollen. Dabei wird der Wagnermeister Hermann von den Separatisten getötet und Eduard Schneider verletzt. ... »Details - 6. November 1923: Erklärung des Hessischen Landtags zu den Separatistenunruhen
Nach einem Bericht das Landtagspräsidenten Bernhard Adelung (1876–1943; SPD) zu den Ausschreitungen von Separatisten und dem Verhalten der französischen Besatzungsmacht verabschiedet der Landtag einstimmig eine Erklärung, der „mit Genugtuung auf die Reichstreue der rheinhessischen Bevölkerung hinweist“ und mit den Worten endet: „Die Vertreter des Landtages sowohl aus dem besetzten als ... »Details - 8.-9. November 1923: Völkische Kreise in Kassel erwarten den Hitlerputsch
Während des Hitlerputsches in München warten Nationalsozialisten und Anhänger anderer völkischer Gruppen an der Wirtschaft Schade in Kassel auf den Befehl aus München, loszuschlagen und den Putsch gegen die Reichsregierung auch in Kassel in Gang zu setzen. Ein Befehl wird jedoch nicht gegeben, sodass die geplante Besetzung der wichtigen Schaltstellen in der Stadt unterbleibt.(OV) ... »Details - 10. November 1923: Gründung der Horex-Fahrzeugbau AG in Bad Homburg
Fritz Kleemann (1901–1975) gründet zusammen mit seinem Vater, dem Kommerzienrat Friedrich Kleemann (1878–1948), in Bad Homburg v. d. Höhe die Horex-Fahrzeugbau AG. Ausgangspunkt für die Produktion motorisierter Zweiräder war der 68-cm³-Fahrrad-Hilfsmotor „Gnom“, der ab 1921 von der Columbus-Motorenbau AG produziert wurde. Friedrich Kleemann hatte 1920 die Aktienmehrheit dieses ... »Details - 15. November 1923: Ende der Inflation durch Einführung der Rentenmark
Im Rahmen einer Währungsreform wird eine neue Währung, die sogenannte Rentenmark ausgegeben. Damit wird die rapide Inflation der letzten Monate beendet. Der Umrechnungskurs ist so festgelegt, dass eine Billion Papiermark einer Rentenmark entspricht.(OV) ... »Details - 16. November 1923: Hessischer Landtag erteilt Ausschuss weitreichende Ermächtigung
Der Hessische Landtag überträgt „in einer Art Ermächtigungsgesetz seine Befugnisse einem Ausschuß von 18 Mitgliedern“, der für alle Maßnahmen zuständig sein soll, „die auf steuerlichem und wirtschaftlichem Gebiet in den nächsten Wochen notwendig sein werden“. Der Ausschuss soll außerdem mit der Regierung die Ernährungsfragen, die Erwerbslosenangelegenheiten und den Beamtenabbau ... »Details - 20. November 1923: Inflation verteuert auch Straßenbahnkarten auf Milliardenbeträge
Mit der erneuten Anhebung der Straßenbahntarife in Frankfurt am Main kostet der billigste Fahrschein die Summe von 90 Milliarden Mark (zugleich steigt der durchschnittliche Preis für ein Kilogramm Brot auf rund 233 Milliarden Mark). Die inflationsbedingte Teuerungsspirale führt bereits seit Beginn der 1920er Jahre reichsweit in immer kürzeren Abständen zu weiteren Fahrpreisanpassungen des ... »Details - Dezember 1923: Bildung eines Radioclubs in Offenbach
Nachdem der Hörfunk im Oktober 1923 den regelmäßigen Programmbetrieb in Deutschland aufgenommen hat, bildet sich im Dezember in Offenbach am Main eine Ortsgruppe des Südwestdeutschen Radioclubs. Die Gruppe von Radiofreunden, der bald 160 Mitglieder angehören, richtet in den Technischen Lehranstalten Offenbach eine Beratungsstelle für Interessierte und Bastler ein.(OV) ... »Details - 1. Dezember 1923: Martin Buber erhält Lehrauftrag in Frankfurt
Der jüdische Religionsphilosoph Martin Buber (1878–1965) erhält einen Lehrauftrag für jüdische Religionswissenschaft und Ethik an der Universität Frankfurt am Main.(OV) ... »Details - 12. Dezember 1923: Beginnender Beamtenabbau im Volksstaat Hessen
Ein Sonderausschuss des Hessischen Landtags stimmt der Adaption des am 27. Oktober 1923 erlassenen Reichsgesetzes zum Beamtenabbau in Hessen zu. Das entsprechende hessische Gesetz („Gesetz zur Herabminderung des öffentlichen Personalaufwands“ bzw. „Hessisches Personal-Abbau-Gesetz“) wird am 19. Dezember verabschiedet und im Regierungsblatt Nr. 49 vom 28. Dezember 1923 veröffentlicht. Der ... »Details
