Bitte beachten Sie: LAGIS hat eine neue Adresse: lagis.hessen.de. Für eine Übergangszeit stehen Ihnen ausgewählte Module über die bekannte Oberfläche zur Verfügung. Alle anderen sind über die neue Version des Informationssystems zugänglich. Bestehende Permalinks behalten ihre Gültigkeit und leiten bereits jetzt oder nach Abschluss aller Migrationsarbeiten automatisch auf das neue System um.
Hessen im 19. und 20. Jahrhundert
- 1900
- 1910
- 1920
- 1930
- 1940
- 1950
- 1960
- 1970
- 1980
- 1990
- 2000
- 1930
- 1931
- 1932
- 1933
- 1934
- 1935
- 1936
- 1937
- 1938
- 1939
- 18. April 1933: Versuch zur Wiederaufnahme eines Viehmarktes in Frankenberg
Mit dem Boykott jüdischer Geschäfte seit dem 1. April und der Propaganda gegen jüdische Händler wird in Frankenberg versucht, „zur Verbesserung der Wirtschaftsverhältnisse“ in der Stadt wieder einen (von Juden nicht beeinflussten) Viehmarkt abzuhalten. Am 18. April werden dabei 27 Pferde, vier Fohlen, 87 Rinder und zwei Ochsen zu Markt aufgetrieben. Für Pfingsten wird ein weiterer ... »Details - 18. April 1933: Bekanntgabe der Zusammensetzung des Hessischen Landtags
Es wird bekanntgegeben, wie sich Landtage und Bürgerschaften nach dem Gleichschaltungsgesetz zusammensetzen. Danach gehören dem auf 45 Mitglieder verkleinerten Hessischen Landtag die Parteien mit folgender Anzahl an Sitzen an:NSDAP 26 (32)Deutschnationale 1 (1)Volkspartei 0 (1)Mittelparteien 0 (1)Zentrumspartei 7 (10)SPD 11 (17)KPD 5 (8) nicht zugeteilt ... »Details - 27. April 1933: Selbstmord des Sprachwissenschaftlers Hermann Jacobsohn in Marburg
Der Marburger Sprachwissenschaftler und Direktor der Zentralstelle für den Sprachatlas des Deutschen Reiches und der Deutschen Mundartforschung, Prof. Dr. Hermann Jacobsohn (geb. 1879), begeht Selbstmord. Er wirft sich am Marburger Südbahnhof vor einen Zug, nachdem ihm am 25. April aufgrund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 seiner jüdischen Herkunft ... »Details - 29. April 1933: Liberales „Hessisches Tageblatt“ muss sein Erscheinen einstellen
Das in Marburg erscheinende und von Hermann Bauer (1897–1986) herausgegebene demokratisch-liberale Hessische Tageblatt muss dem geistigen und wirtschaftlichen Druck weichend sein Erscheinen einstellen. ... »Details - 1. Mai 1933: Schutzhaftlager Osthofen wird hessisches Konzentrationslager
In einer ehemaligen Papierfabrik wird das „Schutzhaftlager“ Osthofen in Rheinhessen wird von Staatskommissar Werner Best (1903–1989) zum „hessischen Konzentrationslager“ erklärt. In der Zeit bis 1935 werden zahlreiche in Schutzhaft genommene Personen aus dem Volksstaat Hessen in Osthofen in Haft gehalten und gequält.(OV) ... »Details - 1. Mai 1933: 1. Mai als „Tag der nationalen Erhebung“ gefeiert
Im Deutschen Reich wird nach starker propagandistischer Vorbereitung der 1. Mai als „Feiertag der nationalen Erhebung“ begangen.(OV) ... »Details - 1. Mai 1933: Großer Aufmarsch der Marburger NS-Verbände zum Maifeiertag
In Marburg findet am Spätnachmittag ein Aufmarsch statt, wie ihn nach einem Bericht der „Oberhessischen Zeitung“ „Marburg noch nicht gesehen hatte“. An dem großen Aufmarsch auf dem Marburger Kämpfrasen beteiligen sich die SA, der Kampfbund für den gewerblichen Mittelstand, die Betriebszellen-Organisationen, die NS-Beamtenarbeitsgemeinschaft, der Stahlhelm, die Krieger- und ... »Details - 2. Mai 1933: Verhaftung zahlreicher Gewerkschafter bei Besetzung der Gewerkschaftshäuser
Wie von der NSDAP geplant, besetzen SS und SA am Tag nach dem „Tag der Arbeit“ in ganz Deutschland alle Häuser des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbunds (ADGB), der Einzelgewerkschaften, die Redaktionen der Gewerkschaftszeitungen sowie die Büros der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten. Dabei werden zahlreiche Gewerkschafter auch aus der Führungsspitze der deutschen Gewerkschaften ... »Details - 3. Mai 1933: Einrichtung einer Gestapostelle in Kassel
In Kassel wird eine Dienststelle der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) eingerichtet. Dafür bezieht die Gestapo Räume im Kasseler Polizeipräsidium in der Königstraße 31. Die Dienststelle ist für den Regierungsbezirk Kassel zuständig und hat bald eine Außenstelle in Hanau, später auch in Fulda und Marburg. Im Jahr 1933 arbeiten in der Dienststelle 65 Personen.(OV) ... »Details - 5. Mai 1933: NSDAP-Gauleiter Jakob Sprenger wird Reichsstatthalter in Hessen
Reichspräsident Paul von Hindenburg (1847–1934) ernennt den früheren Gauleiter der NSDAP in Hessen, Fraktionsvorsitzenden im preußischen Staatsrat und Führer des Deutschen Beamtenbundes, Jakob Sprenger (1884–1945), zum Reichsstatthalter in Hessen.(OV) ... »Details - 8. Mai 1933: Erste Bücherverbrennung „undeutscher Literatur“ in Gießen
In der Universitätsstadt Gießen verbrennen mit dem nationalsozialistischen Regime sympathisierende Hochschulangehörige öffentlich Werke der von ihnen verfemten Autoren sowie sozialdemokratische und kommunistische Zeitungen. Die Verbrennung „zersetzenden Schrifttums“ ist Höhepunkt eines Aufmarschs der Gießener Korporationen und NS-Studenten.0=Vgl. Peter Chroust, Die bürokratische ... »Details - 10. Mai 1933: Bücherverbrennung auf dem Marburger Kämpfrasen
Auf dem Marburger Kämpfrasen findet eine Bücherverbrennung statt. Die „Oberhessische Zeitung“ berichtet unter der Überschrift: „Scheiterhaufen auf dem Kämpfrasen – Wider den undeutschen Geist!“, dass am Vortrag, wie an allen Hochschulen im Reich, auch in Marburg Kundgebungen wider den undeutschen Geist stattgefunden haben, die mit großen Fackelzügen eingeleitet worden seien: ... »Details - 13. Mai 1933: Aufbau von Arbeitsdienst-Stammabteilungen im Regierungsbezirk Kassel
Es wird bekanntgegeben, dass bis zum 1. Januar 1934 im Regierungsbezirk Kassel insgesamt 27 Stammabteilungen des Arbeitsdienstes zu je 218 Mann aufgebaut werden sollen. Dafür geeignete Orte liegen eher auf dem Land, während größere Städte nicht in Frage kommen. „Die Unterbringung muß kasernenmäßig erfolgen um die Geschlossenheit des Stammes zu gewährleisten“ (Wissemann). Die 27 ... »Details - 16. Mai 1933: Einziges Zusammentreten des neu gebildeten 7. Hessischen Landtags
Der nach dem Gleichschaltungsgesetz neu gebildete 7. Landtag des Volksstaats Hessen tritt zu seiner einzigen Sitzung zusammen. Von einer freien Sitzung eines demokratisch gewählten Parlaments kann nicht mehr die Rede sein. Die Parlamentssitzung gerät zu einer von den Nationalsozialisten inszenierten politischen Farce.(OV) ... »Details - 19. Mai 1933: Bücherverbrennung auf dem Friedrichsplatz in Kassel
Auf dem Friedrichsplatz in Kassel verbrennen nationalsozialistische Studenten „undeutsche“ Bücher.(OV) ... »Details - 22. Mai 1933: Erste Musterungen nach dem neuen Wehrgesetz
Nach dem am Vortag von Reichskabinett beschlossenen Wehrgesetz,0=Wehrgesetz vom 21. Mai 1935, veröffentlicht in: Reichsgesetzblatt, Teil I, Jahrgang 1935, Berlin 1935, S. 609-614. das die Wehrpflicht offiziell wieder einführt, werden die jungen Männer der Geburtsjahrgänge 1914 und 1915 zur Musterung aufgerufen. Dies gilt reichsweit, also auch in der preußischen Provinz Hessen-Nassau und im ... »Details - 23. Mai 1933: Starke Zunahme der Belegschaft bei den Opel-Werken
Nach Mitteilung der Adam Opel AG wurde die Belegschaft allein des Rüsselsheimer Werks um 46 % erhöht. Dazu hat man 2.767 Arbeitslose eingestellt.(OV) ... »Details - 23. Mai 1933: Frankfurter Universitäts-Rektor fordert gleichgeschaltete Dozentenakademie
Der neu eingesetzte Rektor der Universität in Frankfurt am Main, Professor Ernst Krieck (1882–1947), fordert in seiner Rektoratsrede eine Dozentenakademie zu schaffen, „die die Dozenten und den Nachwuchs auf Form und gemeinsame Richtung zu bringen vermag.“ Ernst Krieck wurde 1928 an die Pädagogische Akademie Frankfurt berufen, seit 1931 war er Mitglied des völkisch gesinnten ... »Details - 23. Mai 1933: Gleichschaltung von Vereinen auch in Frankenberg
Im Rahmen der Gleichschaltung von Vereinen und Verbänden werden bisher selbstständige Vereine gezielt in nationalsozialistische Organisationen eingegliedert. In Frankenberg lädt der Frankenberger Turnverein e. V. zu einer außerordentlichen Vollversammlung am 23. Mai. Als erster Tagesordnungspunkt wird die „Gleichschaltung gemäß der neuen Anordnung der deutschen Turnerschaft“ behandelt. ... »Details - 24. Mai 1933: Kolb und Hilferding schildern in Paris die Grausamkeit des Nationalsozialismus
Die Schriftstellerin und Pazifistin Annette Kolb (1870–1967) und der sozialdemokratische Publizist und Politiker Rudolf Hilferding (1877–1941) beschreiben deutschen Emigranten in Paris „die dekadente Grausamkeit“, mit der die Nationalsozialisten im Reich ihre Opfer quälen. „Die Methode erinnere sie an den Düsseldorfer Mörder Kürten0=Der deutsche Serienmörder Peter Kürten ... »Details - 24.-25. Mai 1933: Gau-Wehrsporttag des „Stahlhelms“ in Bad Wildungen
Am Himmelsfahrts-Donnerstag und dem davor liegenden Mittwoch findet in Bad Wildungen der 7. Gau-Wehrsporttag des Gaus Kurhessen-Waldeck des „Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten“ statt. (KU) ... »Details - 30. Mai 1933: SPD-Abgeordnete in Hersfeld von der Kreistagsarbeit ausgeschlossen
Der stellvertretende Landrat des Kreises Hersfeld Richard Bienert gibt während seiner Eröffnungsrede des Hersfelder Kreistages den Ausschluss der sozialdemokratischen Abgeordneten von der Kreistagsarbeit bekannt: ... »Details - 31. Mai 1933: Erklärung der Fuldaer Bischofskonferenz
Die in Fulda tagende Bischofskonferenz äußert sich zur Frage der katholischen Jugendorganisationen und lehnt eine Staatsauffassung, nach der die gesamte Jugend ausschließlich vom Staat erfasst und erzogen werden solle, als mit der katholischen Lehre unvereinbar ab. Sie verlange vielmehr als Glaubensgemeinschaft volles Gemeinschaftsrecht für die kirchliche Jugendorganisation und das ... »Details - 31. Mai 1933: Säuberungen in der Hessischen Polizei und Entlassung von Beamten
Unter den Überschriften „Die Säuberung der Polizei wird fortgesetzt. 65 Beamte aus der Landespolizei entlassen.“ berichtet die „Oberhessische Zeitung“ in einem kurzen Artikel, dass nach der Entlassung von unzuverlässigen Offizieren, bei der das Offizierskorps der (hessischen) Landespolizei um fast ein Drittel verkleinert worden sei, nunmehr auch die nicht mehr tragbaren Elemente aus der ... »Details - Juni 1933: Werbung für den nationalsozialistischen Flugtag in Kassel
Die Gau-Pressestelle der NSDAP wirbt im Eschweger Tageblatt unter der Überschrift Bomben auf Kassel für den ersten nationalsozialistischen Flugtag in Kassel, der am 16. Juli 1933 abgehalten wird. (OV/KU) ... »Details - 1. Juni 1933: Reichswehrminister Blomberg begründet in Bad Wildungen die deutsche Aufrüstung
Reichswehrminister General Werner von Blomberg (1878–1946) erläutert vor einem Kreis höherer Offiziere in Bad Wildungen die deutschen Rüstungsabsichten und erklärt die Aufrüstung des Landes für notwendig. Gegenüber den Anwesenden äußert er, es gehe auf der Genfer Abrüstungskonferenz darum, „eine außenpolitisch beruhigte Atmosphäre“ zu schaffen.0=Die Genfer Abrüstungskonferenz, ... »Details - 3. Juni 1933: Banntreffen der Hitlerjugend in Marburg
In der Universitätsstadt Marburg findet vom 3. bis 5. Juni das Pfingsttreffen des Bannes Hessen-Nassau-Nord der Hitler-Jugend (HJ) statt. An dem Treffen, das mit einem großen Zeltlager verbunden ist, nehmen etwa 15.000 Hitlerjungen teil. Der Ortsverband der Marburger HJ zeigt für die Gäste den Propaganda-Spielfilm „Hitlerjunge Quex“ des deutschen Regisseurs Hans Steinhoff (1882–1945). Im ... »Details - 7. Juni 1933: Ernennung Prinz Philipps von Hessen zum Oberpräsidenten der Preußischen Provinz Hessen-Nassau
Prinz Philipp von Hessen (1896–1980) wird zum Oberpräsidenten der preußischen Provinz Hessen-Nassau mit dem Regierungssitz Kassel ernannt. Der Prinz aus dem Hause Hessen-Kassel und Neffe des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. ist bereits seit 1930 Mitglied in der NSDAP (Mitgliedsnummer 418.991) und auch in der SA. Mit der Einsetzung Prinz Philipps, die nicht etwa aufgrund seiner besonders ... »Details - 7. Juni 1933: Zusammenschluss der Evangelischen Landeskirchen von Hessen und Frankfurt
Die Evangelischen Landeskirchen von Hessen und von Frankfurt am Main schließen sich zu einer „Arbeitsgemeinschaft“ zusammen.(OV) ... »Details - 8. Juni 1933: Hermann Göring und Philipp von Hessen in Marburg
Der preußische Ministerpräsident und führende Nationalsozialist Hermann Göring (1893–1946) besucht Marburg. Ihn begleitet der am Vortag ernannte Oberpräsident Prinz Philipp von Hessen (1896–1980). Göring findet den Empfang durch die Marburger Bevölkerung überwältigend.(OV) ... »Details
