Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

Krankenversicherungsvereine, 1870-1878
Schon bevor 1883 die gesetzliche Krankenversicherung im Deutschen Reich eingeführt wurde, bestanden Krankenkassen, die oft als Vereine organisiert waren und für bestimmte Berufsgruppen oder Betriebe galten. In Statuten wurde festgehalten, wer sich versichern durfte, wie die Finanzierung erfolgte und welche Leistungen gewährt wurden. Zweck der Vereine war, die Mitglieder im Fall einer Krankheit zu unterstützen.
Während sich bei der „Kranken-Unterstützungs-Kasse für die Cigarrenarbeiter in Dillenburg“ alle Zigarrenarbeiter versichern konnten, die sich von dieser Arbeit „ernähren“ konnten, ließ der „Kranken-Verein“ des Burger-Eisenwerks auch Einwohner von Burg zu, selbst wenn sie nicht im Eisenwerk tätig waren. Bei beiden Vereinen war die Mitgliedschaft an den „guten Ruf“ der Versicherten gebunden. Ein „unordentliches Leben“ konnte zum Verlust der Ansprüche führen. Während für die Dillenburger Zigarrenarbeiter die Mitgliedschaft freiwillig war, waren die Meister und Arbeiter des Burger Eisenwerks verpflichtet, sich im Krankenverein zu versichern.
(StF)
- Weiterführende Informationen
- [Statuten der Krankenunterstützungskasse für die Zigarrenarbeiter in Dillenburg von 1870; Statuten des Krankenvereins für das Burger-Eisenwerk von 1878]
- Empfohlene Zitierweise
- „Krankenversicherungsvereine, 1870-1878“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edbx/id/7482> (Stand: 2.3.2026)
- Ereignisse im Dezember 1869 | Januar 1870 | März 1870
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