Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

Einweihung der Neuen Synagoge an der Südanlage in Gießen, 31. Mai 1867
Am 31. Mai 1867 wird die Neue Synagoge an der Südanlage, gegenüber dem Stadttheater in Gießen, durch Rabbiner Dr. Benedikt Samuel Levi (1806–1899) geweiht. Das Gebäude, in dessen Fassadengestaltung sich romanische und maurische Stilelemente vereinten, verfügte über eine eigene Orgel zur Gesangsbegleitung, die gelegentlich vom Sohn des Rabbiners, Hermann Levi (1839–1900), gespielt wurde, der später als Komponist und Dirigent – unter anderem in München und Bayreuth - sehr erfolgreich war. Die zu klein gewordene alte Synagoge in der Zozelsgasse (heute Dammstraße) wurde im Gegenzug verkauft.
1889/90 erhielt die 1887 entstandene orthodoxe Gemeinde unter Rabbiner Dr. Leo Hirschfeld (1867–1933) eine eigene Synagoge in der Steinstraße.
Aufgrund der steigenden Zahl von Gemeindemitgliedern (1871 waren es 458, 1890 bereits 720 jüdische Familien) musste die Neue Synagoge 1892 vergrößert werden. Sie hatte jetzt Platz für 272 Männer und 196 Frauen. 1896/97 wurde daneben ein Gemeindehaus errichtet, in dem nach dem Zwangsverkauf 1839 ab 1940 die Stadtbücherei untergebracht war.
Am 10. November 1938 wurde die Synagoge durch Brandstiftung zerstört. Heute befindet sich dort die Kongreßhalle, bei deren Sanierung 2022 Überreste der Synagoge gefunden wurden, die durch eine Gedenkstätte zugänglich gemacht werden sollen.
(UH)
- Belege
- Thea Altaras, Stätten der Juden in Gießen von den Anfängen bis heute, Königstein im Taunus 1998, S. 32-40
- Paul Arnsberg, Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn, Bd.1, Frankfurt 1971, S. 254ff.
- Weiterführende Informationen
- Empfohlene Zitierweise
- „Einweihung der Neuen Synagoge an der Südanlage in Gießen, 31. Mai 1867“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edbx/id/7601> (Stand: 9.12.2025)
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