Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

Wahlen zum Reichstag des Norddeutschen Bundes, 12. Februar 1867
Bei der erstmaligen Wahl zum Reichstag des Norddeutschen Bundes finden am 12. Februar 1867 die Hauptwahlen statt.1 Eventuell notwendige Stichwahlen werden in den darauffolgenden Wochen abgehalten. Insgesamt 297 Abgeordnete ziehen in den Reichstag des Norddeutschen Bundes ein. Auf heute hessischem Territorium werden insgesamt zwanzig Abgeordnete gewählt, die in den Reichstag des Norddeutschen Bundes einziehen. Die meisten davon vertreten die Nationalliberale Partei, die im Reichstag mit achtzig Mandaten auch die größte Fraktion stellt. Der Südteil des Großherzogtums Hessen (die Provinzen Rheinhessen und Starkenburg) gehörte dem „Augustbündnis“ nicht an und nahm daher an der Wahl nicht teil.
Gewählte Abgeordnete
Bei der Reichstagswahl wird in jedem Wahlkreis nach absolutem Mehrheitswahlrecht (Persönlichkeitswahl) ein Abgeordneter gewählt.
Königreich Preußen – Provinz Hessen-Nassau – Regierungsbezirk Wiesbaden
Born, Ludwig (1813–1875; Nationalliberale Partei; Wahlkreis 3: Braubach, Montabaur, Nassau, Nastätten, St. Goarshausen, Wallmerod)
Braun, Dr. Karl (1822–1893; Nationalliberale Partei; Wahlkreis 2: Eltville, Langenschwalbach, Rüdesheim, Wehen, Wiesbaden)
Hergenhahn, August (1804–1874; Nationalliberale Partei; Wahlkreis 1: Hochheim, Höchst, Homburg, Idstein, Königstein, Usingen)
Knapp, Johann (1807–1875; Nationalliberale Partei; Wahlkreis 4: Diez, Hadamar, Limburg, Runkel, Weilburg)
Rothschild, Mayer Karl Freiherr von (1820–1886; bei keiner Fraktion (Konservative Partei); Wahlkreis 6: Frankfurt-Stadt)
Schwartzkoppen-Rottorf, Dr. Friedrich von (1819–1897; Altliberale; Wahlkreis 5: Dillenburg, Hachenburg, Herborn, Marienberg, Rennerod, Selters)
Königreich Preußen – Provinz Hessen-Nassau – Regierungsbezirk Kassel
Braun, August (1820–1879; Nationalliberale Partei; Wahlkreis 6: Hersfeld, Hünfeld, Rotenburg)
Harnier, Dr. Richard (1820–1885; Nationalliberale Partei; Wahlkreis 4: Eschwege, Schmalkalden, Witzenhausen)
Jungermann, Wilhelm (1829–1888; Nationalliberale Partei; Wahlkreis 5: Marburg, Frankenberg, Kirchhain)
Oetker, Dr. Friedrich (1809–1881; Nationalliberale Partei; Wahlkreis 1: Hofgeismar, Rinteln, Wolfhagen)2
Rang, Franz (1831–1893; Freie Vereinigung; Wahlkreis 7: Fulda, Gersfeld, Schlüchtern)
Schenck von und zu Schweinsberg, Dr. Freiherr Wilhelm (1809–1867; Altliberale; Wahlkreis 8: Hanau-Stadt, Hanau-Land, Gelnhausen, Frankfurt-Land)
Weigel, Dr. Hermann (1828–1887; Nationalliberale Partei; Wahlkreis 2: Kassel-Stadt, Kassel-Land, Melsungen)3
Wiegand, Eduard (1815–1877; Nationalliberale Partei; Wahlkreis 3: Fritzlar, Homberg, Ziegenhain)
Königreich Preußen – Provinz Westfalen – Regierungsbezirk Arnsberg
Dörnberg, Albert Freiherr von (1824–1915; Altliberal; Wahlkreis 1: Wittgenstein, Siegen, Hinterlandkreis)
Königreich Preußen – Rheinprovinz – Regierungsbezirk Koblenz
Solms-Hohensolms-Lich, Fürst Ludwig zu (1805–1880; Freikonservative Vereinigung; Wahlkreis 1: Wetzlar-Altenkirchen)
Großherzogtum Hessen
Buderus, Georg (1808–1873; Nationalliberale Partei; Wahlkreis 2: Friedberg, Vilbel, Büdingen)
Nordeck zur Rabenau, Adalbert Freiherr (1817–1892; Altliberale; Wahlkreis 1: Gießen, Grünberg, Nidda)
Solms-Laubach, Otto Graf zu (1799–1872; Altliberale/Freikonservative Vereinigung; Wahlkreis 3: Alsfeld, Lauterbach, Schotten)
Fürstentum Waldeck-Pyrmont
Severin, Ludwig (1811–1867; Nationalliberale Partei)
(LV)
- Zu den Regularien der Wahl zum Reichstag des Norddeutschen Bundes vgl. Haunfelder/Pollmann, Reichstag des Norddeutschen Bundes 1867–1870. Historische Photographien und biographisches Handbuch, Düsseldorf 1989, S. 15-20. ↑
- Oetker trat ohne Gegenkandidaten zur Wahl an. Vgl. Klein, Die Hessen als Reichstagswähler, Bd. 1, Marburg 1989, S. 19. ↑
- Ursprünglich hatte Dr. Friedrich Oetker auch in diesem Wahlkreis ein Mandat errungen. Da er sich für die Annahme des Mandats aus dem Wahlkreis Kassel 1: Hofgeismar, Rinteln, Wolfhagen entschied, wurde eine am 11. März 1867 durchgeführte Ersatzwahl nötig, aus der Weigel als Sieger hervorging. ↑
- Belege
- Thomas Klein, Die Hessen als Reichstagswähler, Bd. 1, Marburg 1989
- Weiterführende Informationen
- Wikipedia: Reichstagswahl Februar 1867 (eingesehen am 12.4.2023)
- Wikipedia: Augustverträge (eingesehen am 12.4.2023)
- Empfohlene Zitierweise
- „Wahlen zum Reichstag des Norddeutschen Bundes, 12. Februar 1867“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edbx/id/6522> (Stand: 30.9.2024)
- Ereignisse im Januar 1867 | Februar 1867 | März 1867
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