Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

Die erste Lokomotive für die Friedrich-Wilhelms-Nordbahn von Henschel & Sohn in Kassel ausgeliefert, 29. Juni 1848
Am 29. Juni 1848 liefert die Maschinenfabrik Henschel & Sohn in Kassel die erste Lokomotive für die Friedrich-Wilhelms-Nordbahn. 100 Pferde ziehen das schwere Gefährt auf einem Rollwagen vom Fabrikgelände aus durch die Stadt zu einem provisorischen Gleisanschluss.
Der Baumeister und Unternehmer Karl Anton Henschel (1780–1861) hatte 1833 in London den Eisenbahnbau studiert und in der Folge eigene Überlegungen zu Konstruktionsverbesserungen publiziert. Die von ihm mithilfe des englischen Eisenbahningenieurs James Brook entwickelte Dampflokomotive „Drachen“ konnte bis zu 45 km/h schnell werden.
Unter der Leitung seines Enkels Oskar Henschel (1837–1894) erlebte das Unternehmen einen starken Aufschwung, da man sich auf die Produktion für den stark wachsenden Bedarf der Eisenbahnen konzentrierte. Am 4. Oktober 1860 wurde die 50., am 16. August 1865 die 100. und am 21. Mai 1873 bereits die 500. Lokomotive ausgeliefert – bis zur Jahrhundertwende waren es über 5.000 Lokomotiven aus Kasseler Produktion.
(UH)
- Belege
- Weiterführende Informationen
- Karl Anton Henschel, Einige Worte über den mechanischen Theil der Eisenbahnen, Kassel 1844, online: UB Kassel
- Karl Anton Henschel, Beitrag zur Constructions-Verbesserung der Eisenbahnen, Kassel 1838, online: Hochschul- und Landesbibliothek Fulda
- Wikipedia: Henschel & Sohn (eingesehen am 14.9.2021)
- Wikipedia: Friedrich-Wilhelms-Nordbahn-Gesellschaft (eingesehen am 14.9.2021)
- Empfohlene Zitierweise
- „Die erste Lokomotive für die Friedrich-Wilhelms-Nordbahn von Henschel & Sohn in Kassel ausgeliefert, 29. Juni 1848“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edbx/id/6369> (Stand: 22.10.2024)
