Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

Die Sicherheitsgarde in Camberg, 18. März 1848
In einem Brief vom 18. März 1848 schreibt Moritz Lieber (1790–1860), selbst aktiv als Zugführer in der Camberger Bürgerwehr, seinem Sohn Gisbert von Unruhen in Camberg, die sich in den ersten Märztagen 1848 ereignet hatten.
Lieber berichtete von der Verkündung der Wiesbadener Märzforderungen am 3. März in Camberg und von Angriffen auf Häuser jüdischer Mitbürger am Abend desselben Tages. Angriffe auf jüdischen Besitz und Personen sind nicht nur aus Camberg, sondern auch aus anderen hessischen Orten wie zum Beispiel Alsfeld, Hofgeismar, Langenselbold und Rimbach überliefert. Die Hintergründe der Ausschreitungen sind nicht immer bekannt. Teilweise waren die Übergriffe Ausdruck der sozialen Ungerechtigkeiten, in dem diejenigen angegriffen wurden, die vermeintlich bessergestellt waren, teilweise lagen die Ursachen in antijüdischen Einstellungen. Die betroffenen Gemeinden reagierten oft mit dem Aufstellen von Wachen, um weitere Ausschreitungen zu unterbinden. Auch in Camberg entstand eine „Sicherheitsgarde“, an deren Aufbau und Organisation Lieber maßgeblich beteiligt war.
(StF)
- Weiterführende Informationen
- [Brief des Moritz Lieber aus Camberg vom 18. März 1848 an seinen Sohn ]
- Empfohlene Zitierweise
- „Die Sicherheitsgarde in Camberg, 18. März 1848“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edbx/id/7193> (Stand: 18.3.2025)
