Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

Ankunft der ersten Auswanderer aus Groß-Zimmern im Rheinhafen Gernsheim, 31. Juli 1846
Die von den hessischen Gemeinden geübte Praxis, die Armen auf kommunale Kosten nach Amerika zu bringen, führt dazu, dass Groß-Zimmern 1846 ca. 700 Personen nach New York in Bewegung bringt. Die erste Gruppe von Auswanderern erreicht den Rheinhafen Gernsheim am 31. Juli 1846, die zweite am 7. August 1846.
Von dort reisen sie in einem Dampfschiff nach Rotterdam und gehen dort auf ein Schiff nach New York, wo sie sich selbst überlassen waren. Die Stadt New York protestierte allerdings gegen dieses Verfahren, da sie die Überfüllung ihrer Armenhäuser befürchtete. Deshalb legte das Großherzogtum Darmstadt im Oktober zum Schutz der Auswanderer Kautionen fest, die die Vermittlungsagenten zu leisten hatten. Gleichzeitig gründete Heinrich Künzel (1811–1873) den „Nationalverein für deutsche Auswanderung und Ansiedlung“, der die Auswanderung besser organisieren sollte.
(UH)
- Belege
- Eckhart G. Franz (Hrsg.), Die Chronik Hessens, Dortmund 1991, S. 238, 240
- Inge Auerbach, Auswanderung aus Hessen, Ausst. zum Hessentag 1984 Marburg 1984
- Heinrich Künzel, Bericht über die Entstehung und bisherige Wirksamkeit des Nationalvereins für deutsche Auswanderung und Ansiedelung zu Frankfurt a. M., Darmstadt 1849
- Weiterführende Informationen
- Empfohlene Zitierweise
- „Ankunft der ersten Auswanderer aus Groß-Zimmern im Rheinhafen Gernsheim, 31. Juli 1846“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edbx/id/6347> (Stand: 31.7.2025)
- Ereignisse im Juni 1846 | Juli 1846 | August 1846
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