Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

Johann David Passavant wird zum Inspektor am Städelschen Kunstinstitut berufen, 27. Oktober 1840
Nach dem überraschenden Tod von Karl Friedrich Wendelstadt (1786–1840) wird im Oktober 1840 der in Paris und Rom ausgebildete Maler und Kunstschriftsteller Johann David Passavant (1787–1861) von der Administration zum Inspektor des 1815 gegründeten Städelschen Kunstinstituts in Frankfurt am Main berufen. In dieser Funktion hatte er auch Zeichen-Unterricht zu geben, war aber selber zu diesem Zeitpunkt kaum noch künstlerisch tätig, eine der wenigen Ausnahmen war das kurz nach seiner Berufung geschaffene Bildnis Kaiser Heinrichs II. für den neugestalteten Kaisersaal im Römer.
In der Kunstsammlung des Städelschen Kunstinstituts nahm er eine Neuordnung nach kunsthistorischen Kriterien vor und erweiterte sie durch zahlreiche planvolle Ankäufe. Zu den bedeutendsten zählen unter anderem die Tafeln des Meisters von Flemalle (1849) und die Lucca-Madonna des Jan van Eyck (1850). Mit seinem Buch „Wanderung durch die Gemälde-Sammlung des Städelschen Kunst-Instituts“ (1855) verfasste er zudem eine sachkundige Einführung in die Gemäldesammlung.
Neben der Gemäldegalerie widmete sich Passavant vor allem auch der Ordnung und Erschließung der des eher heterogenen Bestands der Graphischen Sammlung. Durch gezielte Ankäufe von Druckgrafiken und Handzeichnungen, die er auf seinen ausgedehnten Forschungsreisen erwarb, baute er zudem eine Sammlung von hoher künstlerischer Qualität auf.
Mit seinen zahlreichen Veröffentlichungen, die zum Teil schon früh ins Englische übersetzt wurden, gilt er als einer der Begründer der modernen Kunst- und Museumswissenschaft.
(UH)
- Belege
- Weiterführende Informationen
- Empfohlene Zitierweise
- „Johann David Passavant wird zum Inspektor am Städelschen Kunstinstitut berufen, 27. Oktober 1840“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edbx/id/6872> (Stand: 27.10.2024)
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