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Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

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Deportation von 755 Juden aus dem Regierungsbezirk Kassel nach Theresienstadt, 7. September 1942

Mit einem Sonderzug mit der Zugnummer „Da 511“ werden 755 Juden aus dem Regierungsbezirk Kassel nach Theresienstadt deportiert. Die Menschen waren vorher in der Turnhalle der Bürgerschulen an der Kasseler Schillerstraße (in der Nähe des Hauptbahnhofs) zusammengeführt worden. Von den Deportierten kommen 323 aus Kassel selbst, vor allem aus den Altersheimen Mombachstraße und Große Rosenstraße. Weitere Juden kommen aus Fulda (73), Hanau, Marburg (44) sowie aus den Kreisen Eschwege (53), Frankenberg (21), Fritzlar-Homberg (19), Fulda (7), Gelnhausen (3), Hanau (57), Hersfeld (2), Hünfeld (22), Marburg (34), Melsungen (12), Rotenburg (13), Schlüchtern (14), Schmalkalden (8), Witzenhausen (15), Waldeck (1) und Ziegenhain (1). Die Zusammenführung dieser Personen ist von der Staatspolizeistelle Kassel genau geplant worden. Jedem Transport von einem der insgesamt 48 Orte nach Kassel werden ein oder mehr Polizisten als Begleitkommando und unter Umständen jüdische Ordner mitgegeben.

Dem Zug wird bei der Fahrt über Bebra, Erfurt und Weimar Richtung Theresienstadt in Chemitz ein Transport mit 63 bis 90 Juden aus Sachsen angefügt. Von Theresienstadt wurden von 1942 bis 1944 mindestens 451 der Deportierten nach Auschwitz gebracht. Nur 70 dieser Juden aus dem Regierungsbezirk Kassel erlebten die Befreiung in Theresienstadt. Insgesamt sind seit dem 9. Dezember 1941 insgesamt 2.386 Personen von Kassel aus in die Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert worden.
(OV)

Belege
Empfohlene Zitierweise
„Deportation von 755 Juden aus dem Regierungsbezirk Kassel nach Theresienstadt, 7. September 1942“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edbx/id/2848> (Stand: 19.11.2025)
Ereignisse im August 1942 | September 1942 | Oktober 1942
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