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Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

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Geselliger „Kunstabend“ bei Senator Franz Brentano in Frankfurt, 19. Februar 1820

Am 19. Februar 1820 findet im Hause zum Goldenen Kopf in der Großen Sandgasse in Frankfurt, dem Wohnhaus des Senators Franz Brentano (1765–1844), ein „Kunstabend“ statt, an dem mehrere kunstinteressierte Persönlichkeiten der Stadt teilnehmen, unter ihnen auch der Maler und Zeichner Ludwig Emil Grimm (1790–1863), der die um einen Tisch versammelte Gesellschaft am folgenden Tag in einer humorvoll-karikierenden Darstellung schildert.

Neben den beiden Brentanos und Ludwig Emil Grimm sieht man, – säuberlich mit Namen versehen – den Maler Christian Georg Schütz, d. Vetter (1758–1823), den Kunsthändler und Kupferstecher Christian Erdmann Gottlieb (1773–1830), den Kupferstecher Johann Conrad Ulmer (1780–1820), den ersten Inspektor des 1815 gegründeten Städelschen Kunstinstituts Karl Wendelstadt (1786–1840), den Großkaufmann Georg Brentano (1775–1851), der mit Grimm in Italien gereist war, den Historiker und Mitbegründer der Frankfurter Museumsgesellschaft Johann Nikolaus Vogt (1756–1836), den Stadtarzt und Administrator des Städels Theodor Kestner (1779–1847) sowie den Hessen-Homburgischen Geheimrat, Schriftsteller und Sammler Johann Isaac Freiherr von Gerning (1767–1837). Ergänzt wird die Darstellung durch die Notierung einzelner von den Personen geäußerten Anmerkungen.

Wie der Künstler in seinen Lebenserinnerungen schilderte, fanden diese Gesellschaften regelmäßig im Hause Brentano statt und waren dem geistigen Austausch anhand von graphischen Reproduktionen berühmter Kunstwerke gewidmet, was er ironisch kommentierte: „Alle Woche war ein Kunstabend bei Senator Franz Brentano, den dessen geistreiche Frau (geb. Birkenstock) eingerichtet hatte. Da waren der alte Schütz, Prestel, der Kupferstecher Ulmer, der Wendelstadt, Dr. Kestner, Geheimrat Gerning, Georg Brentano und ich zugegen. (…) Prestel und der alte Schütz führten das Wort und es wurde einem oft zur Last, das Kunsthändlergeschwätz mit anzuhören“. Angeregt von Antonia Brentano (1780–1869) zeichnete Grimm die Teilnehmer der Gesellschaft „so treffend, daß ich selbst lachen musste und Georg Brentano brach in lautes Lachen aus, wie er sie sah“.1
(UH)


  1. Ludwig Emil Grimm, Lebenserinnerungen eines Malerbruders, hrsg. von Heiner Boehnke und Hans Sarkowicz, Berlin 2015, S. 217-232
Belege
Weiterführende Informationen
Empfohlene Zitierweise
„Geselliger „Kunstabend“ bei Senator Franz Brentano in Frankfurt, 19. Februar 1820“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edbx/id/7694> (Stand: 19.2.2026)
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