Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

Einweihung der neuen Synagoge in Schlüchtern, 27. August 1898
Nachdem die alte Synagoge am Obertor, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts umgebaut worden war, für die gewachsene Zahl der Gemeindemitglieder zu eng wurde, beschloss die israelitische Gemeinde in Schlüchtern, den Wiesbadener Architekten Joseph Beitscher (geb. 1862) mit dem Bau einer neuen Synagoge zu beauftragen. Diese wird am 26. August 1898 feierlich eingeweiht. Die Weiherede hielt der Provinzialrabbiner Markus Mordechai Koref (1833–1900).
Die Synagoge ist ein eindrucksvoller großzügiger Zentralbau über kreuzförmigem Grundriss im neoromanischen Stil, dessen reich gegliederte Fassaden mit rotem Buntsandstein abgesetzt sind. Im Inneren befanden sich 168 Sitzplätze für Männer und 134 für Frauen auf der Empore.
In der Reichsprogromnacht 1938 wurde das Innere der Synagoge verwüstet und die Kultgegenstände verbrannt. Während der Kriegsjahre diente das Gebäude als Lagerhalle und wurde 1945 auf Geheiß der amerikanischen Militärregierung wiederhergestellt. Nach unterschiedlichen Nutzungen wurden 2020 die Synagoge und das nebenan gelegene Rabbinerhaus von der Stadt angekauft. 2025 soll dort ein Kulturzentrum eröffnet werden.
(UH)
- Belege
- Thea Altaras, Synagogen in Hessen. Was geschah seit 1945?, Königstein/Taunus 1988, S. 158 f., 217
- Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. Frankfurt am Main 1971.Bd. II S. 273-279 und S. 313.
- Weiterführende Informationen
- Empfohlene Zitierweise
- „Einweihung der neuen Synagoge in Schlüchtern, 27. August 1898“, in: Zeitgeschichte in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edbx/id/7617> (Stand: 12.9.2024)
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