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Nationalflagge (Großbritannien)

Schlagwörter

Sanatorium Villa Hildegard (Villa Hildegard, Villa Victoria, Villa Viktoria), Paul-Ehrlich-Weg (vormals An den Kuranlagen) 2

Schlichter klassizistischer Kubus

Zu Beginn der 1860er Jahre erwarb der Landgräfliche Regierungsrat Georg Friedrich Wiesenbach (1820-1894) am Südwesthang des Wingertsberges zahlreiche Waldgrundstücke, um im oberen Bereich des Hanges ein schlossartiges Wohngebäude („Wingertsbergschlösschen“) und im Tal, nahe dem Kirdorfer Bach, mehrere Villen errichten zu lassen, darunter 1862 die Villa Victoria. In dem zunächst zweistöckigen Gebäude nahmen er ab 1864 Kurgäste auf, darunter, regelmäßig wiederkehrend, Baron und Baronesse du Charmel aus Frankreich oder William Fraser, ein Gast aus Neuseeland.
Mit dem Verkauf an die Französin Amalie Cossou 1865 endete zunächst der Kurbetrieb. Die nachfolgenden Besitzer, die Ehepaare Schäfer (1873-1884) und Quentel (1884-1891) sowie das Fräulein Aline Lindig, später Regner, scheinen die Villa selbst genutzt zu haben. Dabei wurde das Gebäude mehrfach erweitert, 1903 erhielt es den heutigen recht markanten Giebel.
Erst nach dem Tod von Aline Regner wird die Villa wieder von Fremden genutzt. Die neue Besitzerin, Marie Theresia Henrich aus Oberursel, verpachtete den Betrieb an Fräulein Klara von Griesheim, vermutlich die Schwester der Gründerin des Dornholzhäuser Viktoria-Pensionats, Frieda von Griesheim. Unter ihrer Leitung wird sie zur renommierten „Villa Hildegard“, einer diäthetischen Pension und Sanatorium mit internationalem Publikum. So kurten hier neben dem Grafen und der Gräfin von Schwerin oder Prinz Heinrich von Preußen (1911) Gäste aus Russland, Frankreich, England, Aserbeidschan und Belgien, aber auch aus ferneren Gegenden wie Guinea oder den USA.
In den zwanziger Jahren erwarb der Landkreis Dinslaken die Villa, um ein Erholungsheim für Kinder einzurichten. Der Name wurde in „Haus am Goldtempel“ geändert, der auf die nahegelegene Sala Thai verweist.
Im Januar 1942 ging der Besitz an das das Amt für Volkswohlfahrt bei der NSDAP Gauleitung Essen über, das dort ein Reserve-Lazarett einrichtete.
Nach 1945 wurden Menschen dort behandelt, die im Krieg ihr Augenlicht verloren hatten („Kriegsblindenkurheim“).

Abbildungen

Vorschau
Das Sanatorium Villa Hildegard in Bad Homburg
Aufnahme um 1929
(Fotos, zeitgenössisch)

Vorschau
Die Villa Hildegard vor dem Umbau von 1903
Aufnahme von 1872. F. Fridrich (Friedrich) Königlich Preussischer Hofphotograph, Prag
(Fotos, zeitgenössisch)

Baugeschichte

Erbauung
1862
Umbau
1884, 1903, 1907 (Erweiterungen)

Lage

Vernetzung

Nutzen Sie die nachfolgenden Links, um vergleichbare Beispiele in den Orten der Kur aufzurufen.

Bereich
Sozial- und Gesundheitswesen
Trägerschaft
privat
Schlagwörter
Sanatorien  

Nachweise

DenkXweb

Empfohlene Zitierweise

„Sanatorium Villa Hildegard (Villa Hildegard, Villa Victoria, Villa Viktoria), Paul-Ehrlich-Weg (vormals An den Kuranlagen) 2“, in: Orte der Kur <https://www.lagis-hessen.de/de/odk/record/id/1215> (aufgerufen am 08.05.2026)