Topografie des Nationalsozialismus in Hessen
Neustadt - Burg Breuberg, Zwangsarbeitslager (Zivilpersonen und Kriegsgefangene) „Lager Burg Breuberg“
- Neustadt - Burg Breuberg, Gemeinde Breuberg, Odenwaldkreis | Historisches Ortslexikon
Burg Breuberg - Klassifikation ↑
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Kategorie:
Wirtschaft
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Subkategorie:
- Nutzungsgeschichte ↑
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Objektbeschreibung:
Die weitläufige Anlage der gut erhaltenen Burg Breuberg besteht aus verschiedenen Steinhäusern mit teils repräsentativen Räumlichkeiten samt Bergfried, Stallungen und weiteren Wirtschaftsgebäuden. Die Gesamtanlage liegt auf einer Bergkuppe und ist von einer steinernen Wehrmauer samt Wallanlage umgeben.
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Beschreibung:
Die Burg Breuberg wurde während des Zweiten Weltkrieges als Lager für Kriegsgefangene und „zivile“ Zwangsarbeiter benutzt. Die Zwangsarbeiter mussten u. a. für den Flugzeugbauer M. Gerner arbeiten, der seine Produktion aus Frankfurt in den Odenwaldkreis verlegt hatte. Daneben waren auf der Burg 1944 auch Personen untergebracht, die im „Gummiwerk Odenwald, Abtl. Walter“ arbeiten mussten. Auf der Veste befand sich im September 1944 auch „Emma“ [Nachname bekannt], die im Dezember 1943 in Erbach zur Welt kam und in den Akten als „Kleinkind“ mit sowjetischer Staatsangehörigkeit bezeichnet wird. Vermutlich waren zuerst französische Kriegsgefangene auf der Burg untergebracht, die dem „Stalag Dieburg bezw. Kriegsgefangenenlager Bad Orb“ unterstanden. Spätestens seit 1943 wurden auf der Burg russische Kriegsgefangene einquartiert. Im August 1944 waren hier 218 Frauen aus der Sowjetunion und Polen, zehn Männer aus der Sowjetunion, drei sowjetische Kinder und ein polnisches Neugeborenes untergebracht. Insgesamt befanden sich dort 453 Personen, die im Flugzeugbau arbeiteten. In der Nachkriegszeit (1946) gab der Bürgermeister von Neustadt in einem Bericht an den Landrat des Kreises Erbach die Belegung des Lagers mit 243 Personen an. Weiter führte er aus, dass sämtliche Gefangene im Bereich der Gemeinde Neustadt mit Lastwagen in ein Sammellager fortgebracht worden waren.
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Bemerkungen:
In der zweiten Hälfte der 1930er Jahre zeigte die „Schutzstaffel (SS)“ Interesse daran, den gut erhaltenen Burgkomplex für Schulungszwecke zu nutzen. Des Weiteren wurde in Erwägung gezogen, in den Räumlichkeiten der Veste eine Studienstätte für die „deutsche Ostkolonisation“ einzurichten. Scheinbar blieb es jedoch bei ersten Überlegungen, und es wurden diesbezüglich keine weiteren (Planungs-)Arbeiten eingeleitet.
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Nutzungsanfang (früheste Erwähnung):
1941
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Nutzungsende (späteste Erwähnung):
März 1945
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Nutzung vor NS-Zeit:
Touristisches Ausflugsziel. In den Räumlichkeiten der Burg Breuberg befand sich u.a. zwischen 1923 und 1939 ein katholisches Jugendheim.
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Nutzung nach NS-Zeit:
Touristisches Ausflugsziel. Teile der Veste werden im Jahr 2012 als Jugendherberge genutzt.
- Indizes ↑
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Orte:
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Sachbegriffe:
Stalag · Betrieb · Wirtschaft · Firmenlager · Zwangsarbeit
- Nachweise ↑
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Literatur:
- Zitierweise ↑
- „Neustadt - Burg Breuberg, Zwangsarbeitslager (Zivilpersonen und Kriegsgefangene) „Lager Burg Breuberg““, in: Topographie des Nationalsozialismus in Hessen <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/nstopo/id/1869> (Stand: 9.2.2026)
