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Südhessisches Flurnamenbuch

Anger

Eiche · Gans1 · Hirsch · Wald · Winter1 · Wolf1
Deutung
Anger, ahd. angar, mhd. anger st. M. F. setzt germ. *angra, wohl ‚Grasland‘, voraus. Das Bedeutungsspektrum erweitert sich dann zu ‚mit Buschwerk bestandenes Land, Ackerland, Versammlungsstätte, Marktplatz‘1. Vielfach bezog sich die Bezeichnung auf eingefriedetes, haus- und dorfnahes Wiesengelände mit Allmende-Merkmalen. Die Angel-Namen sind meist durch Dissimilation /r/ > /l/ entstanden; im Einzelfall können sie auf mhd. angel st. M. F. ‚Stachel, Angel‘ zurückgehen. Anger ist südhess. nur in Namen erhalten, und auch da selten, gehäuft im östlichen Kr. Offenbach. Die noch lokalisierbaren Anger-Fluren liegen in Ortsnähe, bezeichneten also wohl gemeingenutztes Sonderland.
Literatur
Karg-Gasterstädt/Frings 1, 518, Lexer 1, 70, FWB 1, 1155 f.; Kluge/Seebold 39; DWB Neub. 2, 965 f.; SHessWb 1, 248, PfälzWb 1, 239; Bach 2, § 367, HessFlNAtl K. 29; Dittmaier (1963), S. 13, Ramge (1979), S. 61, Zernecke (1991), S. 49 f., Vielsmeier (1995), S. 42 f., Frey (1944), S. 23. ⟨für die Seitenangaben sind die im Quellen- und Literaturverzeichnis (PDF) aufgeführten Ausgaben maßgeblich⟩
Vernetzung
MHFB: → Anger; DWB: → anger; Lexer: → anger; PfälzWb: → anger; Wörterbuchnetz: → Anger

1 Tiefenbach (1980), S. 299 f.