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Südhessisches Flurnamenbuch

Dieb

Deutung
Dieb geht auf ahd. thiob, mhd. diep st. M. ‚Dieb, Räuber‘ zurück und bezieht sich auf Wege, auf denen Diebe zur Hinrichtung geführt wurden oder auf die Richtstätte selbst (Diebbaum). Manche Dieb-Namen sind aber wohl umgedeutet aus ahd. thiot, diota, mhd. diet st. F. N. M. ‚Volk, Leute‘, so vor allem die Dietwege (s. d.). Die Belegreihe in Seligenstadt zeigt das Nebeneinander beider Formen. Sicher auch ursprünglich zu den Dieb-Namen gehört der Diebsturm, ein Gefängnis in Heppenheim1.
Literatur
Schützeichel 112, Lexer 1, 1428 f. u. 1430; Kluge/Seebold 179 s. u. Dieb; DWB Neub. 6, 925 f.; SHessWb 1, 1514, PfälzWb 2, 269 s. u. Dieb, 271 s. u. Diebweg; DRWb 2, 797 f., Bach 2, § 356, § 390 u. § 460; Ramge (1979), S. 97, Zernecke (1991), S. 120 f., Vielsmeier (1995), S. 101 f.; Haubrichs (1997), S. 158 f. ⟨für die Seitenangaben sind die im Quellen- und Literaturverzeichnis (PDF) aufgeführten Ausgaben maßgeblich⟩
Vernetzung
MHFB: → Dieb; DWB: → dieb; Lexer: → dieb; PfälzWb: → dieb · diebweg; Wörterbuchnetz: → Dieb
Referenz
Vgl. Dietweg.

1 Metzendorf (1986), S. 288.