Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
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Südhessisches Flurnamenbuch

Weiler

Deutung
Zu ahd. wîlâri ‚Weiler‘, mhd. wîler st. M. N. ‚Weiler, einzelnes Gehöft, kleines Dorf‘, einer Entlehnung aus lat. vīllāris, das selbst Adjektivbildung zu lat. vīlla ‚Herrenhof‘ ist. Das vorwiegend in Süddeutschland beheimatete Wort kann in FlN auf kleine, meist ausgegangene Ortschaften hinweisen. Vereinzelt erinnert der Name, wie wohl in Weilerhügel (Alsbach), an ehemalige römische Gutshöfe (villae rusticae). Die Belege aus Alsbach, Hähnlein und Seeheim beziehen sich alle auf diese alte Siedlungsstätte, deren Name auch in einer im 13. Jh. untergegangenen Burg fortgelebt hat. In Wolfskehlen zeigt der heutige HofN, dass der Hofplatz auf eine alte Siedelstätte zurückgeht. Auch die Namen aus Dornheim beziehen sich darauf.
Literatur
Müller (1937), S. 739 s. u. Weilerhügel; Starck/Wells 728, Lexer 3, 888, Baufeld 244; Kluge/Seebold 882; DWB 14, 1, 1, 814; PfälzWb 6, 1183; Bach 2, § 256.1; Dittmaier (1963), S. 336 f., Ramge (1979), S. 295, Zernecke (1991), S. 560, Vielsmeier (1995), S. 523. ⟨für die Seitenangaben sind die im Quellen- und Literaturverzeichnis (PDF) aufgeführten Ausgaben maßgeblich⟩
Vernetzung
MHFB: → Weiler; DWB: → weiler; PfälzWb: → weiler; Wörterbuchnetz: → Weiler