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Südhessisches Flurnamenbuch

Biet

Brunnen · Dölster · Dorf · Emich · Lache2
Deutung
Zu ahd. biet ‚Tisch‘, mhd. biet st. M. in der Bedeutung ‚Verdeck des Schiffes‘, fnhd. piet ‚Kelterboden, Boden der Weinpresse, Kelterkasten für auszupressende Trauben‘. Daneben ist in Südhessen aber auch die Bedeutung ‚Brunnentrog, ausgemauerter Wasserbehälter, eingefasster Dorfteich‘ bezeugt. Soweit überprüfbar, beziehen sich die Biet-Namen auf ehemalige Lachen (s. d.), meist in Ortsnähe, sodass die heutige mundartliche Bedeutung aus der Bodenform der (flachen) Wassermulde entstanden sein wird.
Literatur
Schützeichel 97, Lexer 1, 269, Baufeld 34; DWB 2, 3; SHessWb 1, 838 f., PfälzWb 1, 902; WKW K. 98; Dittmaier (1963), S. 28, Ramge (1979), S. 79, Zernecke (1991), S. 85, Vielsmeier (1995), S. 63 s. u. Bietig; Stroh (1936), S. 4; Christmann (1972), S. 10 f. ⟨für die Seitenangaben sind die im Quellen- und Literaturverzeichnis (PDF) aufgeführten Ausgaben maßgeblich⟩
Vernetzung
MHFB: → Biede; DWB: → biet; Lexer: → biet; PfälzWb: → biet; Wörterbuchnetz: → Biet