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Südhessisches Flurnamenbuch

Salz

Deutung
Alle Namen hängen, wenn auch in unterschiedlicher Weise, mit nhd. Salz, ahd. mhd. salz st. N. zusammen (außer dem mündlichen Beleg in Reinheim, der wohl auf einen ÜberN zurückgeht, und dem historischen FamN in Altheim). In den meisten Fällen ist die salzhaltige Beschaffenheit des Bodens oder des Gewässers namengebend. Das gilt auch für den FlN Salzlache, der sich allerdings über die Zwischenform Salzlack(e) ‚Brühe zur Fleischpökelung‘ mit dem Namen Salzlecke vermengt1. Der bezieht sich seinerseits auf Orte, wo dem Wild Salz(steine) zum Lecken angeboten werden. Auch die Salztröge dienten wohl diesem Zweck. Andere Namentypen erinnern an Salzhandel (Biebesheim am Rhein: mhd. salzkouf st. M. ‚Salzhandel‘), besonders aber auch an Abgaben in Form von Salz, die auf Grundstücken lagen: Hierher gehören die meisten der mit -acker, -wingert, -hecke gebildeten FlN.
Literatur
Schützeichel 244, Lexer 2, 587 f. u. 2, 589; DWB 8, 1705 f.; SHessWb 5, 45 f., PfälzWb 5, 726 f.; Bach 2, § 292; Dittmaier (1963), S. 255, Ramge (1979), S. 250, Zernecke (1991), S. 438, Vielsmeier (1995), S. 415. ⟨für die Seitenangaben sind die im Quellen- und Literaturverzeichnis (PDF) aufgeführten Ausgaben maßgeblich⟩
Vernetzung
MHFB: → Salz; DWB: → salz; Lexer: → salz; PfälzWb: → salz; Wörterbuchnetz: → Salz

1 Vgl. HessFlNAtl K. 108.