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Südhessisches Flurnamenbuch
Rau1
- Deutung
- Zu ahd. rûh, ruo(h), mhd. rûch, rûhe, rûwe, fnhd. rauh, rauch ‚rau, uneben, struppig, bepelzt; mit Gebüsch bewachsen, bewaldet; unbearbeitet, wild‘. Die FlN beziehen sich meist auf wildes, unbestelltes, mit Unkraut und Gestrüpp bewachsenes Land, sie können aber auch auf unebenen, harten, rissigen Boden hinweisen oder auf die ungünstige, Wind und Wetter ausgesetzte Lage eines Flurstücks1. Ältere Namen sollen auf Plätze deuten, die besonders zur Hege kleiner Pelztiere (Fuchs, Marder, Hermelin usw.) dienten2. Rauhestein verweist auf raue, unbehauene Steine. Rauchel (Gammelsbach) und Rauchtal (Rothenberg) gehören zusammen. Auch der FamN Rau oder Rauch (s. Rau2) lässt sich nicht immer eindeutig ausgliedern (Bonsweiher, Nieder-Beerbach); so ist wohl auch der WaldN in Birkenau FamN.
- Literatur
- Schützeichel 241, Lexer 2, 519, Baufeld 188; Kluge/Seebold 670; DWB 8, 262; SHessWb 4, 1267, HessNassWb 2, 786, PfälzWb 5, 410; Zernecke (1991), S. 412, Vielsmeier (1995), S. 388. 〈für die Seitenangaben sind die im Quellen- und Literaturverzeichnis (PDF) aufgeführten Ausgaben maßgeblich〉
- Vernetzung
- HNWB: → rauh; DWB: → rau; Wörterbuchnetz: → Rau1
- Referenz
- Vgl. Rau2 · Raubusch · Rauch.
-
1 Bach 2, § 312.
2 Dittmaier (1963), S. 241.

