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Südhessisches Flurnamenbuch
Naune
- Deutung
- Die Namen gehen auf mittellat. nōna, mhd. nône st. F. ‚die neunte Stunde‘, zurück. So wird in Nordhessen auch die Zeit der Mittagsruhe benannt. Hier aber bezeichnen die Namen das Neuntel als Abgabe (statt dem meist üblichen Zehnten) an das Kloster St. Bartholomä in Frankfurt. Das Wort erfuhr die in Südhessen weit verbreitete Diphthongierung /oː/ > /ɔʊ/. Unverstanden wurde diese Dialektform mit dialektalem /nɑʊ(n)/ / mhd. niuwe ‚neu‘ gleichgesetzt. In der Mundartform aus Crumstadt liegt darüber hinaus eine Dissimilation /n/ - /l/ vor (wie z. B. südhess. Laufel/Naufel ‚Walnussschale‘). Sogenannte Naunensteine begrenzten den Bezirk1.
- Literatur
- Lexer 2, 99 f.; Kluge/Seebold 591; DWB 7, 880; Vilmar 285, HessNassWb 2, 476, PfälzWb 5, 160. 〈für die Seitenangaben sind die im Quellen- und Literaturverzeichnis (PDF) aufgeführten Ausgaben maßgeblich〉
- Vernetzung
- HNWB: → None; Wörterbuchnetz: → Naune
-
1 Azzola (1998).

