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Südhessisches Flurnamenbuch

Jäger

Anton · Eingeschlossen · Philipp
Deutung
Zu ahd. jagere, mhd. jegere, jeger st. M. ‚Jäger‘ oder dem daraus abgeleiteten FamN. Es handelt sich meist um Besoldungsstücke für dörfliche oder herrschaftliche Jäger und Förster. Die Belege für Jägerschneisen und -pfade beziehen sich auf Wege im Jagdbezirk. Jägerhaus und -hütte erinnern an Wohnhäuser der Jäger bzw. an Hütten, die während einer Jagd als Unterkünfte dienten. Das Jäger Thor in Darmstadt ist nach dem neben dem Stadttor gelegenen Jägerhaus benannt1. Das Jägerhorn in Erzhausen, der Beleg geht auf mhd. jegerhorn st. N. ‚Jagdhorn‘ zurück, ist wohl FormN, möglicherweise ein EreignisN. Auf dieser Flur fanden die landgräflichen Jagden statt2. Nur in Einzelfällen (wie in Gammelsbach) liegt der FamN Jäger vor.
Literatur
Gottschald 273; Schützeichel 177, Lexer 1, 1476, Baufeld 136; Pfeifer 1, 593 s. u. jagen; DWB 4, 2, 2218 f.; SHessWb 3, 933 f., PfälzWb 3, 1325 f.; Vielsmeier (1995), S. 245. ⟨für die Seitenangaben sind die im Quellen- und Literaturverzeichnis (PDF) aufgeführten Ausgaben maßgeblich⟩
Vernetzung
MHFB: → Jäger; DWB: → jaeger; PfälzWb: → jaeger; Wörterbuchnetz: → Jäger

1 v. Hahn (1932), S. 41.
2 Jost (1940), S. 30.