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Grabdenkmäler

Übersichtskarte Hessen

Johann Justus Valentini (gest. 1689) und seine zwei Kinder, nach 1689 und vor 1701 gesetzt, Großen-Linden

Großen-Linden · Gem. Linden · Landkreis Gießen | Historisches Ortslexikon
Standort | Merkmale | Beschreibung | Inschrift | Nachweise | Zitierweise
Standort

Standort:

Großen-Linden

Gebäude:

Großen-Linden, Evangelische Pfarrkirche.

Heutiger Aufbewahrungsort:

Großen-Linden, Evangelische Pfarrkirche.

Im südlichen Querschiff (Nebenraum), wegen eines Wandschranks nur schwer zugänglich.

Merkmale

Datierung:

29. Oktober 1689

Typ:

Epitaph

Material:

roter Sandstein

Erhaltung:

erhalten

Größe:

73 x 126 cm (B x H)

Größe der Buchstaben:

2,5-5 cm

Beschreibung

Beschreibung:

Weiteres Maß: Das Epitaph ist 8,5 cm tief.

Im Giebel des kleinen Epitaphs ein geflügelter Engelskopf, darunter eine großformatige, durch einen Lorbeerkranz mit Blüten gerahmte, oben und unten halbrund abschließende Kartusche mit Inschrift (A). Ganz unten mittig ein Totenkopf und Blüten, links und rechts davon die Signatur des Bildhauers (B).

Geschlecht, Alter, Familienstand:

männliche Person(en) · Kind(er)

Stand:

gelehrte Personen · Amtspersonen

Dargestellte Personen:

Magister Johann Justus Valentini, Depositor und Universitätsbediensteter zu Gießen, begraben im Grab seiner Eltern zu Großen-Linden, und seine beiden Kinder Johann Andreas und Barbara Christina. Das nicht datierte Denkmal wurde von seiner Witwe Maria geb. Will gesetzt und laut Signatur MRB: IAF von dem Marburger Bildhauer Johann Adam Franck gefertigt.

Johann Justus Valentini (eigentlich Johann Jost Velten) wurde etwa 1625 als Sohn des Senators Johannes Velten geboren und 1639 in Großen-Linden konfirmiert (Kirchenbuch Großen-Linden). Zwischen 1651 und 1663 wurden ihm und seiner Frau Maria geb. Will 6 Kinder in Gießen geboren, darunter die in der Inschrift benannten, früh verstorbenen Kinder Barbara Christina, getauft 26. Februar 1656, und Johann Andreas, getauft 1. Juli 1660 (Stumpf, Nr. 4534). Barbara Christina starb vermutlich am 19. September 1656 in Gießen und wurde in Großen-Linden begraben ("Protocollum Vigelii" des Großen-Lindener Pfarrers Johann Philipp Vigelius, online unter http://www.lindehe.de, Stand 18.09.2008). Johann Andreas starb am 10. Januar 1661 in Gießen und wurde am 13. Januar in Großen-Linden bestattet (Kirchenbuch Großen-Linden). Ein weiterer Sohn war der seinerzeit berühmte Professor der Medizin und Physik Michael Bernhard Valentini (1657-1729) zu Gießen (Stumpf, Nr. 4536).

Johann Justus Valentini starb am 29. Oktober 1689 in Gießen und wurde am 1. November in Großen-Linden beerdigt (Kirchenbuch Großen-Linden). Seine Witwe Maria starb am 20.04.1701 im Alter von 76 Jahren in Bad Dürkheim bei ihrem Schwiegersohn, dem dortigen Pfarrer Georg Valentin Metzger (Orth, S. 214). Demnach muss das Epitaph zwischen 1689 und 1701 gesetzt worden sein.

Inschrift

Umschrift:

A:

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B:

MRB: // IAF (= Marburg, Johann Adam Franck)

Kommentar:

Die Inschrift ist wegen eines unmittelbar vor dem Epitaph aufgestellten Wandschranks nicht an allen Stellen sicher lesbar.

Schrift:

Überwiegend Fraktur, einzelne Worte in Kapitalis

Nachweise

Literatur:

  • Walbe, Heinrich (Bearb.): Die Kunstdenkmäler im Freistaat Hessen – Provinz Oberhessen – Kreis Giessen, Band 3: Südlicher Teil ohne Arnsburg, Darmstadt 1933, S. 73
  • Stumpf, Otto: Das Gießener Familienbuch (1575-1730), Band 3, Gießen 1976
  • Orth, Karl: Aus dem lutherischen Kirchenbuch zu Bad Dürkheim. In: Mitteilungen der Hessischen Familiengeschichtlichen Vereinigung, Band 3, Heft 8, Oktober 1933, S. 210-215

Personen:

Velten, Johannes · Valentini, Maria, geb. Will · Will, Maria, verheiratete Valentini · Franck, Johann Adam · Valentini, Michael Bernhard · Vigelius, Johann Philipp · Metzger, Georg Valentin · Metzger, NN, geb. Valentini · Valentini, NN, verheiratete Metzger

Orte:

Bad Dürkheim · Gießen · Marburg

Sachbegriffe:

Signaturen · Engelsköpfe · Lorbeerkränze · Totenköpfe · Männer · Kinder · Depositoren · Universitätsbedienstete

Bearbeitung:

Andreas Schmidt, HLGL

Zitierweise
„Johann Justus Valentini (gest. 1689) und seine zwei Kinder, nach 1689 und vor 1701 gesetzt, Großen-Linden“, in: Grabdenkmäler <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/gdm/id/892> (Stand: 17.10.2009)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde