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Grabdenkmäler

Übersichtskarte Hessen

Abt Johannes V. gen. Bertram aus Boppard 1541, Eberbach

Eberbach · Gem. Eltville am Rhein · Rheingau-Taunus-Kreis | Historisches Ortslexikon
Standort | Merkmale | Beschreibung | Inschrift | Nachweise | Zitierweise
Standort

Standort:

Eberbach

Angaben zum Standort:

Heute an der Wand des Nordseitenschiffes aufgerichtet.

Heutiger Aufbewahrungsort:

Kloster Eberbach, Klosterkirche (aus Kapitelsaal)

Merkmale

Datierung:

1541

Typ:

Grabplatte

Material:

grauer Sandstein

Erhaltung:

erhalten

Größe:

97.5 x 205.5 cm (B x H)

Größe der Buchstaben:

6,5 cm

Beschreibung

Beschreibung:

Im leicht eingetieften Feld Flachrelief des stehenden Abtes in Ordenskukulle, mit Buch und Stab, zu Häupten schlichtes Rankenwerk, flankierende, in Pinienzapfen auslaufende Halbsäulchen. Auf dem Rand umlaufende Grabinschrift mit noch erkennbarer, feiner Vorlinierung. Die heute in der Randzone und im unteren Oberflächenbereich beschädigte und abgewitterte Grabplatte war 1934/35 restauriert und überarbeitet worden.1) Reste eines früheren Ölfarbanstriches sind noch vorhanden.

Geschlecht, Alter, Familienstand:

männliche Person(en)

Stand:

Ordensangehörige · geistliche Personen

Dargestellte Personen:

Abt Johannes V. gen. Bertram aus Boppard.

Der aus Boppard stammende Johannes mit dem Zunamen Bertram2) war zunächst Bursar in Eberbach.3) Er wurde am 14. Januar 1539, neun Tage nach dem Tode Karl Pfeffers, zum neuen Abt gewählt. Besonders verdient machte er sich um die Aufrechterhaltung klösterlicher Zucht und widmete sich in besonderem Maße den Belangen der ihm unterstellten Frauenklöster. Sowohl Helwich als auch die Abtschronik nennen als Todesdatum den 21. August, während im Seelbuch der Abt unter dem 22. September verzeichnet ist.4)

2) Series abbatum fol. 103: natu Boppardiensis, cognomine Bertram Eberbaci Bursarius.

3) Series abbatura fol. 103 f. und Nachlaß Rössel, Ms. Bär 296, auch zum folgenden. Die Amtsliste bei Schnorrenberger vermerkt einen Stefan Johannes, der jedoch infolge Amtswiederholung bis 1562 als Bursar bezeugt ist, also mit dem Verstorbenen nicht identisch ist. Dieser Stefan Johannes ist wohl eher mit dem 1571 verstorbenen Abt und ehemaligen Bursarjohannes VI. gen. Mondreal aus Boppard zu identifizieren.

4) Nach Catalogus; Seelbucheintrag bei Roth, Geschichtsquellen III 49.

Inschrift

Umschrift:

+ ANNO · D(OMI)NI · 1541 · / 21 K(A)L(ENDAS) · SEPTEMB(RIS) MIGRAVIT · A · SECVLO · VENERAND(VS) · IN · CHR(IST)O / P(ATE)R · ET · D(OMI)N(V)S · D(OMINVS) · IOHANES / DE · BOPARDIA · ABBAS · EBIRBACEN(SIS) · 29 · C(VIVS) · A(N)I(M)A · CV(M) · BEATIS Q(VI)ESCAT · A[MEN]

Übersetzung:

Im Jahre des Herrn 1541, am 21. Tag vor den Kalenden des September (richtig 21. August) verließ der ehrwürdige Vater in Christo und Herr, Herr Johannes aus Boppard, 29. Abt von Eberbach, die Welt, dessen Seele mit den Seligen ruhe. Amen.

Kommentar:

Die Inschrift ist ungelenk eingehauen; vor allem auf der linken Plattenseite stehen die Buchstaben gedrängt zusammen. Offenbar kam der Steinmetz mit dem zur Verfügung stehenden Platz nicht aus und war infolge zu großer Buchstabenabstände am Anfang der Grabinschrift zu einer Verkürzung des Textes bzw. am Ende zu einer engeren Buchstabenstellung gezwungen.

Schrift:

Kapitalis

Nachweise

Literatur:

  • Helwich, Syntagma 180
  • Catalogus fol. 38, ed. Roth, Geschichtsquellen III 122, IV120
  • Roth, Geschichtsquellen II I270
  • Bestandsaufnahme 21 ff. m. Abb. 23 ff.
  • Sattler, Sanierung 2, 67 Abb. 20 (teilw.).

Bearbeitung:

Die Inschriften des Rheingau-Taunus-Kreises. Gesammelt und bearbeitet von Yvonne Monsees (Die Deutschen Inschriften 43), 1997, S. 350 f., Nr. 418.

Zitierweise
„Abt Johannes V. gen. Bertram aus Boppard 1541, Eberbach“, in: Grabdenkmäler <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/gdm/id/1993> (Stand: 24.3.2006)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde