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Grabdenkmäler

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Abt Johannes II. von Eberbach 1475, Eberbach

Eberbach · Gem. Eltville am Rhein · Rheingau-Taunus-Kreis | Historisches Ortslexikon
Standort | Merkmale | Beschreibung | Inschrift | Nachweise | Zitierweise
Standort

Standort:

Eberbach

Angaben zum Standort:

Heute ist die Steinplatte aufrecht an der Westwand der 2. Kapelle von Westen im Südseitenschiff angebracht (Plan Äbte Nr. 9).

Heutiger Aufbewahrungsort:

Kloster Eberbach, Klosterkirche (aus Kapitelsaal)

Merkmale

Datierung:

20. Oktober 1475

Typ:

Grabplatte

Material:

roter Sandstein

Größe:

102 x 196 cm (B x H)

Größe der Buchstaben:

6-8 cm

Beschreibung

Beschreibung:

Schmale Platte mit dem Flachrelief des Abtes im Ordenskleid mit Buch und Stab, umgeben von einer reduzierten Architektur, bestehend aus Halbrundstäben und kleinen Konsölchen mit zwei Propheten-figürchen, die je ein leeres Schriftband in den Händen halten. Der erhöhte Plattenrand ist oben in der Mitte zugunsten von Kopf und Stab der Figur stark eingezogen. Rechts oben beginnt die ohne Linien umlaufende Grabinschrift. Platte von guter handwerklicher Qualität,1) bis auf wenige Abplatzungen und kleinere Oberflächenbeschädigungen gut erhalten.

Die Grabplatte zeigt ein ausgewogenes Verhältnis aus Inschrifttext, zur Verfügung stehendem Platz und gleichmäßigen Minuskelbuchstaben. Eine möglicherweise gemalte Beschriftung der beiden Propheten-Schriftbänder ist nicht mehr feststellbar.

Geschlecht, Alter, Familienstand:

männliche Person(en)

Stand:

Ordensangehörige · geistliche Personen

Dargestellte Personen:

Abt Johannes II. aus Germersheim.

Gebürtig aus Germersheim, wurde der als vir prudens, mdustnus bezeichnete Johannes 1471 zum Nachfolger Abt Richwins aus Lorch gewählt.2) Erfolgreich bemühte er sich um die Wirtschaftsführung seines Klosters, vornehmlich im linksrheinischen Gebiet um Trechtingshausen, Dienheim und Dolgesheim.3) Das Seelbuch verzeichnet Abt Johannes zum 20. Oktober.4) Die in der Grabinschrift genannte Bezeichnung als 21. Abt entspricht der klosterinternen Zählung der älteren Abtskataloge.5)

2) Schnorrenberger 121.

3) Vgl. Kurzbeschreibung in Catalogus und Series abbatum.

4) Roth, Geschichtsquellen III 53.

5) Dagegen bei Bär an 30. Stelle der Äbteliste, vgl. Bär, Eberbach I 143.

Inschrift

Umschrift:

Anno / d(omi)ni m cccc Ixxv xiii kale(n)das nove(m)bris obiit revere(n)d(vs) i(n) / chr(ist)o p(ate)r (et) d(omi)n(v)s d(omi)n(v)s iohanne[s] / abbas ebirbacen(sis) vicesim(vs) p(ri)m(vs) cvi(vs) a(n)i(m)a r(e)qviescat in pace / amen.

Schrift:

Gotische Minuskel

Nachweise

Literatur:

  • Helwich, Syntagma 178
  • Catalogus fol. 27, ed. Roth, Geschichtsquellen III112, IV 114
  • Series abbatum fol. 100
  • Roth, Geschichtsquellen III 268
  • Schaum-Benedum 157.

Bearbeitung:

Die Inschriften des Rheingau-Taunus-Kreises. Gesammelt und bearbeitet von Yvonne Monsees (Die Deutschen Inschriften 43), 1997, S. 210, Nr. 247.

Zitierweise
„Abt Johannes II. von Eberbach 1475, Eberbach“, in: Grabdenkmäler <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/gdm/id/1932> (Stand: 24.3.2006)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde