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Grabdenkmäler

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Abt Arnold II. von Eberbach 1436, Eberbach

Eberbach · Gem. Eltville am Rhein · Rheingau-Taunus-Kreis | Historisches Ortslexikon
Standort | Merkmale | Beschreibung | Inschrift | Nachweise | Zitierweise
Standort

Standort:

Eberbach

Gebäude:

Eberbach, Klosterkirche (aus Kapitelsaal)

Angaben zum Standort:

1935/36 in den Boden zwischen der 2. und 3. Südkapelle der Kirche (Plan Äbte Nr. 5) gelegt.

Merkmale

Datierung:

1436

Typ:

Grabplatte

Material:

roter Sandstein

Erhaltung:

erhalten

Größe:

135 x 247.5 cm (B x H)

Größe der Buchstaben:

8 cm

Beschreibung

Beschreibung:

Rotsandsteinplatte mit der flachreliefierten Standfigur des Abtes im Ordensgewand mit Buch und Stab. Erstmals tritt im Abtsgrabbild die Architekturrahmung in Form eines dreiteiligen Wimpergs mit Blendarkatur im Hintergrund auf1), die mittlere Maßwerkfüllung umschließt eng den Kopf der Figur. Auf dem Plattenrand Grabinschrift zwischen Linien, rechte Randleiste abgewittert mit Beeinträchtigung der Inschrift.

Geschlecht, Alter, Familienstand:

männliche Person(en)

Stand:

Ordensangehörige · geistliche Personen

Dargestellte Personen:

Abt Arnold II. von Eberbach.

Der verstorbene Abt, über dessen familiäre Herkunft nichts bekannt ist, stammte aus dem linksrheinischen Ort Heimbach.2) Schon seit dem frühen 13. Jahrhundert besaß das Kloster in der dortigen Ortsgemarkung Rebfluren in Streubesitz und eine Curia.3) Zudem lag in naher Nachbarschaft die Eberbacher Grangie Nenters mit dem Außenhof Trechtingshausen4), dem Stapel- und Verladeplatz für den Außenhandel der Abtei.

Der klösterlichen Abtschronik zufolge wurde Arnold II. noch 1407 oder Anfang 1408 zum Abt als Nachfolger des am 3. November 1407 verstorbenen Nikolaus II. von Boppard gewählt. Bereits zu Beginn seiner Amtsführung muß sich der neue Abt einige Mißbräuche geleistet haben, da ihm das Generalkapitel bereits 1411 propter potestatem tyrannidem ac aliarum viarum discrimina die Visitationsrechte über Kloster Arnsburg entzog und auf drei Jahre den Äbten von Marienstatt und Schönau übertrug.5) Der Eintrag ins Eberbacher Seelbuch stimmt mit dem Todestag überein.6)

1) Vgl. zur Typologie ausführlich Monsees, Entwicklung 29-30.

2) Lkr. Mainz-Bingen.

3) Moßig 372-378 zum Gesamtbesitz in Ober- und Niederheimbach.

4) Vgl. zum Außenhof Trechtingshausen Moßig 320-326.

5) Ebd. 27 mit Anm. 56.

6) Roth, Geschichtsquellen III24: Arnoldus de Heimbach, huius monasterii abbas 17 ao. 1436 zum Tag vor den Kalenden des April.

Helwich, Syntagma 177;

Catalogus fol. 21v; ed. Roth, Geschichtsquellen III 110; IV 112,

Roth, Geschichtsquellen III 268,

Monsees, Entwicklung 30 Abb. 4.

Inschrift

Umschrift:

[+ A]nno · d(omi)ni · m° · · cccc° · xxxvi° · p(ri)die / kalendas · ap(ri)lis · obiit · reu(er)end(us) · in · chr(ist)o · pater · et · d(omi)n(u)s · d(omi)n(u)s · / Arnoldus · venerabilis · Abbas · / monast(e)rii · Ebberbace(n)s(is) · xvii · cui(us) · a(n)i(m)a · req(ui)escat · in · pace · amen

Übersetzung:

Im Jahre des Herrn 1436, am Tag vor den Kalenden des April (31. März) starb der hochwürdige Vater in Christo und Herr, Herr Arnold, ehrwürdiger 17. Abt des Klosters Eberbach, dessen Seele in Frieden ruhe. Amen.

Schrift:

Gotische Minuskel

Nachweise

Bearbeitung:

Die Inschriften des Rheingau-Taunus-Kreises. Gesammelt und bearbeitet von Yvonne Monsees (Die Deutschen Inschriften 43), 1997, S. 160, Nr. 190.

Zitierweise
„Abt Arnold II. von Eberbach 1436, Eberbach“, in: Grabdenkmäler <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/gdm/id/1897> (Stand: 24.3.2006)
 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde