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Grabdenkmäler

Übersichtskarte Hessen

Abt Wilhelm von Eberbach 1346, Eberbach

Eberbach · Gem. Eltville am Rhein · Rheingau-Taunus-Kreis | Historisches Ortslexikon
Standort | Merkmale | Beschreibung | Inschrift | Nachweise | Zitierweise
Standort

Standort:

Eberbach

Angaben zum Standort:

Der Abt wurde im Kreuzgang beigesetzt.

Heutiger Aufbewahrungsort:

Kloster Eberbach, Kreuzgang

Merkmale

Datierung:

1346

Typ:

Grabinschrift

Erhaltung:

verloren

Beschreibung

Beschreibung:

Kopial überliefert, Gestaltung unbekannt.

Geschlecht, Alter, Familienstand:

männliche Person(en)

Stand:

Ordensangehörige · geistliche Personen

Dargestellte Personen:

Abt Wilhelm von Eberbach.

Wilhelms Grabinschrift ist nach derjenigen für die ersten drei Äbte die zweite, die uns für diesen Personenkreis überliefert wird. Die Formulierung quondam abbas wurde als Hinweis auf den Rücktritt vom Abbatiat verstanden, der freilich nach Bär infolge fortgeschrittenen Alters und der politischen Wirren um Erzbischof Heinrich nur wenige Monate vor seinem Tod stattgefunden haben kann.1) Auf eine Resignation deutet auch hin, daß das Grab im Kreuzgang und nicht wie üblich im Kapitelsaal lag.2) Wilhelms Grabinschrift war in ihrem zeittypischen Formular richtungsweisend für seine Nachfolger, die sich in der Mehrzahl der nachgewiesenen Fälle dieses Textes mit nur geringen Varianten bedienten. Der Verstorbene gehörte zu den bedeutenden Eberbacher Äbten. Nach dem Abtskatalog wie auch nach dem jüngeren Seelbuch stand Abt Wilhelm an 11. Stelle in der Reihe der Eberbacher Klostervorsteher,3) während ihn das ältere Seelbuch als 16. Abt führt.4) Innerhalb seiner Amtszeit von 1310 bis 1346 wählten die Katzenelnbogener Grafen das Kloster zur Begräbnisstätte. Ihnen taten es zahlreiche Adlige nach. Altar- und Kapellenstiftungen veränderten das Gesicht der Klosterkirche, reiche Zuwendungen ließen die Abtei aufblühen. Persönliche Freundschaft verband Abt Wilhelm mit Erzbischof Heinrich III. von Mainz. Nach Bär war dieser Abt der erste, dem man einen eigenen Grabstein setzte, wohl als Hinweis auf seine herausragende Persönlichkeit.5)

1) Bär/Stoff, Eberbach III 61-63, hier 61 mit der Angabe von höchstens nur 6 Monate vor seinem Tode.

2) Vgl. Einleitung Kap. 4.1.1.

3) Roth, Geschichtsquellen III 105; 35.

4) Ebd. 9. Zu den Ungereimtheiten in der Zählung der Eberbacher Äbte vgl. Meyer zu Ermgassen, Untersuchungen.

5) Vgl. Bär, Eberbach I 130; Bär/Stoff, Eberbach III 61.

Inschrift

Umschrift:

+ Anno domini m° ccc° xlvi° iii° nonas iunii obiit venerabilis pater dominus Wilhelmus quondam abbas monasterii Eberbacensis cuius anima requiescat in pace amen.

Übersetzung:

Im Jahre des Herrn 1346, am 3. Tag vor den Nonen des Juni (3. Juni) starb der ehrwürdige Vater Herr Wilhelm, einst Abt des Klosters Eberbach. Seine Seele ruhe in Frieden. Amen.

Kommentar:

Nach Helwich.

Nachweise

Literatur:

  • Helwich, Syntagma 182
  • Catalogus fol. 17v; ed. Roth, Geschichtsquellen III 105 f.
  • Series abbatum fol. 87v.
  • Bär/Stoff, Eberbach III 61 mit Anm. 82
  • Roth, Geschichtsquellen III 271; IV 109.

Bearbeitung:

Die Inschriften des Rheingau-Taunus-Kreises. Gesammelt und bearbeitet von Yvonne Monsees (Die Deutschen Inschriften 43), 1997, S. 67 f., Nr. 65.

Zitierweise
„Abt Wilhelm von Eberbach 1346, Eberbach“, in: Grabdenkmäler <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/gdm/id/1806> (Stand: 14.3.2006)
 
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