Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
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Südhessisches Flurnamenbuch

Wahl

Deutung
Die Herkunft der Namen ist uneinheitlich, die Deutung in den meisten Fällen deshalb unsicher. In mehreren Vorkommen ist an ahd. walasg, walahisc, walisc ‚romanisch, lateinisch‘ anzuschließen, sodass auf galloromanische Siedler verwiesen wird. So in Viernheim indirekt, wo die Namen sich auf den ON Wallstadt (Mannheim, Baden-Württemberg) beziehen1, in Urberach, wo der Name an der Römerstraße Frankfurt-Dieburg gelegen ist2, vielleicht auch beim Walinehoug (Erzbach) der Heppenheimer Markbeschreibung. Hier, wie bei anderen, kann jedoch der PN Wal- namengebend gewesen sein; bei rezenten Belegen ist eine Umdeutung aus Wald möglich, in Offenbach am Main sogar wahrscheinlich3. In Urberach ist auch mhd. walstat ‚Schlachtfeld, Kampfplatz‘ als namengebendes Motiv sprachlich möglich.
Literatur
Müller (1937), 729; Förstemann 1, 1513 f., Gottschald 513; Schützeichel 307, Starck/Wells 692, Lexer 3, 647 f., 652 u. 657, Baufeld 241 u. 245; Kluge/Seebold 873 u. 884 f.; DWB 13, 1060 f., 1327 f. s. u. wälsch u. 1360 f.; PfälzWb 6, 1010 u. 1236 f., Crecelius 889; Dittmaier (1963), S. 329 u. 339, Ramge (1979), S. 287, Zernecke (1991), S. 565, Vielsmeier (1995), S. 529. ⟨für die Seitenangaben sind die im Quellen- und Literaturverzeichnis (PDF) aufgeführten Ausgaben maßgeblich⟩
Vernetzung
DWB: → waelsch; Wörterbuchnetz: → Wahl
Referenz
Vgl. Wahlisch · Wald · Wall · Walchheimer · Welebach · Welsch.

1 Kleiber (1968), S. 40.
2 Ramge (2001), S. 214.
3 Jost (1942), S. 93.