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Südhessisches Flurnamenbuch

Seiler

Deutung
Die Namen sind zunächst zur Berufsbezeichnung Seiler, mhd. seiler st. M. zu stellen bzw. zu dem daraus entstandenen FamN: In Bickenbach beginnen die Wege am Haus eines Seilers1, in Darmstadt wurden hier die Seile ausgelegt2. In Bensheim (vielleicht auch in Offenthal/Urberach) ist der Name allerdings möglicherweise aus *Sallengraben im Sinne von mit Weiden bestandener Graben umgedeutet worden3, indem hyperkorrekt dialektal /ɑː/ als /eie interpretiert wurde.
Literatur
Lexer 2, 858; DWB 10, 1, 221 f.; SHessWb 5, 971 f., PfälzWb 6, 39; Dittmaier (1963), S. 287, Zernecke (1991), S. 481 f. ⟨für die Seitenangaben sind die im Quellen- und Literaturverzeichnis (PDF) aufgeführten Ausgaben maßgeblich⟩
Vernetzung
DWB: → seiler; Lexer: → seiler; PfälzWb: → seiler; Wörterbuchnetz: → Seiler
Referenz
Vgl. Sal2 (Lorsch).

1 Reeg (1935), S. 71.
2 v. Hahn (1932), S. 88.
3 Köster/Weyrauch (1995), S. 263.