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Südhessisches Flurnamenbuch
Schmelz
- → Eisen
- Deutung
- Die Namen hängen in unterschiedlicher Weise mit ahd. smelzan, mhd. smelzen, smilzen st. V. intrans. ‚zerfließen, schmelzen‘ bzw. dem Kausativ smelzen sw. V. trans. ‚in Fluss bringen, schmelzen‘ zusammen. In den meisten Fällen handelt es sich um Orte, wo (Eisen-)Erz verhüttet bzw. geschmolzen wurde. Die Simplexformen, aber auch Zusammensetzungen wie Schmelzofen (Gras-Ellenbach) und Schmelzmühle (Ober-Klingen)1 sind sichere Hinweise. Andere Kombinationen sind in dieser Hinsicht offen; sie können im Einzelfall auch auf (Schmelz-)Wasser o. ä. deuten. Darauf weist zumindest die mündliche Form in Wahlen hin. In Etzen-Gesäß liegt Namengebung nach der Form vor; die Zugehörigkeit der Belege aus Messel (im Sinne von Land eines Schmelzers?) ist unsicher.
- Literatur
- Schützeichel 262, Lexer 2, 1006 f.; Kluge/Seebold 731; DWB 9, 1013 f.; SHessWb 5, 519, PfälzWb 5, 1162 f.; Dittmaier (1963), S. 275. 〈für die Seitenangaben sind die im Quellen- und Literaturverzeichnis (PDF) aufgeführten Ausgaben maßgeblich〉
- Vernetzung
- MHFB: → Schmelz; DWB: → schmelz; PfälzWb: → schmelz; Wörterbuchnetz: → Schmelz
-
1 Großkopf (1994), S. 165.

