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Südhessisches Flurnamenbuch

Kamp

Biedenkämmer · Erle · Essig · Fichte · Hahn1 · Mess · Mittel · Nass · Wormser
Deutung
Die Namen gehen teilweise auf mittelniederdt. kamp st. M. ‚Landstück, insbes. eingefriedetes Stück Landes, Weide- oder Ackerland‘, auch ‚gehegtes Waldstück‘ bzw. seine Varianten kämpe und kampf zurück. Dieses Appellativ wird als Entlehnung aus lat. campus ‚Feld‘ betrachtet, doch ist das bis etwa 1500 nicht im hochdt. Sprachraum bezeugte Wort vielleicht doch eher nur mit lat. campus urverwandt. Allerdings können die älteren Belege in Gernsheim und Seligenstadt, die wie die übrigen südhess. Kamp-Namen weitab vom nördlichen Hauptverbreitungsgebiet liegen, vereinzelte Entlehnungen nach lateinischem Vorbild sein. In Jugenheim a. d. Bergstraße liegt BesitzerN nach der dort im 17. Jh. nachgewiesenen Familie Kempff vor1. Für die übrigen Belege kann nicht ausgeschlossen werden, dass sie ursprünglich zu mhd. kamp, kam ‚Kamm‘ in der Bedeutung ‚Hügel-, Bergrücken‘ - wie wohl der Kammberg in Ober-Kinzig - oder zu fnhd. kumpf, kump in der Bedeutung ‚Wasserstelle‘ gehört haben.
Literatur
Förstemann 2, 1638 f., Gottschald 279; Lasch/Borchling 2, 511, Lexer 1, 1505 s. u. kamp, kam, Baufeld 139; Kluge/Seebold 42o; DWB 5, 134 f. s. u. Kamp, 5, 101 f. s. u. Kamm, 5, 2613 f. s. u. Kumpf; SHessWb 4, 49 s. u. Kump, PfälzWb 4, 40; Bach 2, § 375 u. § 658, HessFlNAtl K. 13, Dittmaier (1963), S. 128; Post (1982), S. 114. ⟨für die Seitenangaben sind die im Quellen- und Literaturverzeichnis (PDF) aufgeführten Ausgaben maßgeblich⟩
Vernetzung
MHFB: → Kamp; DWB: → kamp · kamm · kumpf; Lexer: → kamp; PfälzWb: → kump; Wörterbuchnetz: → Kamp

1 Kunz (1978), S. 75.