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Südhessisches Flurnamenbuch

Galle

Nass · Wassergalle
Deutung
Im FlN Galle haben sich vermutlich zwei voneinander unabhängige Bildungen miteinander vermischt. Zum einen ahd. galla, mhd. galle sw. F. ‚Galle (als Körperflüssigkeit)‘, ein germanisches Erbwort, das zu idg. *g hel- ‚gelb‘ gehört, und zum anderen spätmhd. galle sw. F. ‚Geschwulst‘, eine Entlehnung aus lat. galla ‚Gallapfel‘. Vorherrschendes Benennungsmotiv dürfte wohl eine fehlerhafte ‚geschwulstartige‘ Stelle im Bodengrund gewesen sein. Das Element des Feuchten, Flüssigen (etwa in Gallborn und auch in Gallenbach) käme dann durch die Vermischung mit Galle als Körperflüssigkeit hinzu.
Literatur
Karg-Gasterstädt/Frings 4, 29, Lexer 1, 729, Baufeld 100; Kluge/Seebold 296; DWB 4, 1, 1, 1183; SHessWb 2, 1063, PfälzWb 2, 16; Bach 2, § 309, HessFlNAtl K. 118; Dittmaier (1963), S. 82, Ramge (1979), S. 120 f., Zernecke (1991), S. 176, Vielsmeier (1995), S. 161 f. ⟨für die Seitenangaben sind die im Quellen- und Literaturverzeichnis (PDF) aufgeführten Ausgaben maßgeblich⟩
Vernetzung
MHFB: → Galle; DWB: → galle; Lexer: → galle; PfälzWb: → galle; Wörterbuchnetz: → Galle
Referenz
Vgl. Gold (Ober-Klingen).