Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Hessische Truppen in Amerika

Grenadierbataillon von Linsingen


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Geschichte

Das Grenadierbataillon von Linsingen wurde Januar 1776 aus den Grenadierkompanien des 2. und 3. Garderegiments, des Leibregiments sowie des Regimentes von Mirbach in Wolfhagen und Immenhausen aufgestellt. Es wurde mit den Grenadierbataillonen Block (später Lengerke) und von Minnigerode Anfang April 1776 in Bremerlehe eingeschifft. Nach Ankunft in Nordamerika (August 1776) wurden die 3 Bataillone unter dem Kommando des Obristen von Donop zur Grenadierbrigade zusammengefasst. Um die Jahreswende 1777 wurde die Grenadierbrigade noch durch das Grenadierbataillon Köhler (später Graf bzw. Platte) verstärkt. Die Grenadiere wurden hauptsächlich im Raum New York und New Jersey eingesetzt, nahmen aber auch an einer Expedition nach Pennsylvania teil. Sie kämpften 1776 bei Flatbush und nahm an den verlustreichen Gefechten am Brandywine Creek, bei Germantown und Redbank teil. 1779 wurde die Brigade nach Carolina verschifft, wo sie Anfang Februar 1780 eintraf. Die Truppe nahm an Gefechten im Umkreis von Savannah und Charleston teil (z. B. Sturm auf Fort Moultrie). Die Brigade wurde schließlich im Mai/Juni 1780 nach New York zurückverlegt. Ein Entsatzversuch für die Armee Cornwallis' wurde 1781 abgebrochen. Im November 1783 traten die Grenadierbataillone die Heimreise an und erreichten im April 1784 wieder deutschen Boden. In Kassel wurde das Grenadierbataillon von Linsingen schließlich aufgelöst bzw. auf die ursprünglichen Regimenter aufgeteilt.


Standort

  • 1776 Wolfhagen und Immenhausen
  • 1784 Kassel

Chefs

Kommandeure der Grenadierbrigade

  • 1776 Oberst K. E. von Donop
  • 1779 General von Kospoth

Bataillonskommandeure

  • 1776 von Linsingen

Kompaniechefs des Bataillons von Linsingen im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg

  1. Kompanie: Flügelkompanie des 2. Bataillons Garde: 1776-1777 Kapitän von Eschwege, 1777-1783 Kapitän von Plessen
  2. Kompanie: Flügelkompanie des 3. Bataillons Garde: 1776-1777 Kapitän von Wurmb, 1777-1783 Kapitän von Webern
  3. Kompanie: Grenadierkompanie des Leib-Regiments Infanterie: 1776-1778 Kapitän von Stamford, ab 1778 Kapitän von Dincklage (zuletzt Major)
  4. Kompanie: Grenadierkompanie des Regiments von Mirbach / Jung von Loßberg: 1776-1783 Kapitän von Mallet; wird zum 1. Juli 1783 die 1. Kompanie des Bataillons von Lengerke

Quellen

 
Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde