Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
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Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

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  1. um 1880: Arbeitsbedingungen in Nagelschmieden
    In der 1883 erschienenen Abhandlung „Fünf Dorfgemeinden auf dem Hohen Taunus“ befasste sich Gottlieb Schnapper-Arndt (1846-1904) ausführlich mit den Lebens- und Arbeitsbedingungen in den verarmten Dörfern Seelenberg, Ober- und Niederreifenberg, Schmitten und Arnoldshain im Taunus. Die Lektüre von Karl Marx‘ (1818-1883) Schriften hatte ihn angeregt, einen „Blick in die Wirklichkeit“ ... »Details
  2. um 1880: Ernährung in den Taunusdörfern
    Im Rahmen seiner Forschungen in Seelenberg, Ober- und Niederreifenberg, Schmitten und Arnoldshain beschrieb Gottlieb Schnapper-Arndt (1846-1904) die Ernährungsgewohnheiten in den Dörfern um 1880. Üblich waren fünf Mahlzeiten am Tag: erstes und zweites Frühstück, Mittagessen, Vesperimbiss und Abendbrot. Das Essen war nur wenig abwechslungsreich. Kartoffeln dominierten den Speiseplan und ... »Details
  3. um 1880: Die Filetstrickerei im Taunus
    Die Missernte des Jahres 1851 nahm der Frankfurter Jurist und Historiker Friedrich Scharff (1812–1881) zum Anlass, ein „Comité zur Unterstützung der Feldbergdörfer“ zu gründen, das zum Ziel hatte, die betroffenen Orte im Taunus mit dem Kauf von Saatkartoffeln und der Schaffung neuer Erwerbszweige zu unterstützen. Daneben strebte das Komitee an, für die Frauen und Kinder Beschäftigung ... »Details
  4. um 1880: Wohn- und Lebensverhältnisse in den Taunusdörfern
    Die Bevölkerung in den Taunusdörfern Arnoldshain, Schmitten, Nieder- und Oberreifenberg und Seelenberg, die sich ihren Lebensunterhalt durch die Herstellung von Nägeln, Filetstrickerei oder als Tagelöhner verdiente, lebte in ausgesprochen einfachen Verhältnissen. Die meisten Häuser besaßen nur eine beheizbare Stube, in der die ganze Familie leben, schlafen und oftmals arbeiten musste. ... »Details
  5. 1875-1890: Unfallverhütung am Arbeitsplatz
    Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es zunehmend Maßnahmen, die Erkrankungen und Unfälle am Arbeitsplatz verhindern sollten. 1884 wurde die Unfallversicherung eingeführt, um Arbeiter bei Arbeitsunfällen abzusichern. Die Betriebe erhielten zudem Vorgaben, die der Verhütung von Unfällen dienen sollten. Dazu gehörte zum Beispiel das Tragen von Schutzmasken oder die Anweisung, ... »Details
  6. 6. Januar 1875: Ehemaliger Kurfürst Friedrich Wilhelm I. verstirbt in Prag
    Am 6. Januar 1875 verstirbt Friedrich Wilhelm I. (1802–1875), Mitregent in Kassel seit 1831 und als Kurfürst regierend von 1847 bis 1866, im ehemaligen Palais Windischgrätz in Prag. Im Juli 1867 hatte er sich mit seiner Familie dorthin ins Exil begeben, nachdem er zunächst 1866 als Kriegsgefangener nach Stettin abgeführt worden und nach der Unterzeichnung des Stettiner Vertrags am 17. ... »Details
  7. 17. Januar 1875: Eröffnung des 7. Kommunallandtages des Regierungsbezirks Wiesbaden
    In Wiesbaden wird um 12 Uhr der 7. Kommunallandtag des Regierungsbezirks Wiesbaden durch eine Ansprache des stellvertretenden königlichen Landtagskommissars, Regierungspräsident Lothar von Wurmb (1824–1890) eröffnet.|Der 7. Kommunallandtag des Regierungsbezirks Wiesbaden wird in insgesamt sieben öffentlichen Sitzungen bis zum 30. Januar 1873 tagen. Beraten wird unter anderem über die ... »Details
  8. 25. Februar 1875: Schloss Philippsruhe wird an Landgraf Friedrich Wilhelm von Hessen übergeben
    Am 25. Februar 1875 wird Schloss Philippsruhe bei Hanau laut des 1873 geschlossenen Staatsvertrags zwischen Preußen und den ehemaligen hessischen Kurfürsten an den Landgraf Friedrich Wilhelm von Hessen-Rumpenheim (1820–1884) übergeben. Das barocke Schloss, das ab 1701 von Graf Philipp Reinhard von Hanau (1664–1712) errichtet worden war, war nach dem Aussterben des Grafengeschlechts 1736 an ... »Details
  9. 9. April 1875: Otto von Bismarck wird Ehrenbürger in Offenbach
    Am 9. April 1875 wird der Reichskanzler Fürst Otto von Bismarck (1815–1898) von der Stadt Offenbach am Main zum Ehrenbürger ernannt. Die Lindenstraße am südlichen Stadtrand wird ihm zu Ehren im Jahr darauf in Bismarckstraße umbenannt.(StH) ... »Details
  10. 31. Mai 1875: Kulturkampf des preußischen Staates gegen die katholischen Orden und Kongregationen (Klostergesetz)
    Das Klostergesetz ist Teil des „Kulturkampfes“ im Deutschen Reich, hat aber nur in den preußischen Gebieten Gültigkeit. Auf der Grundlage des Gesetzes werden alle Orden, bis auf die Krankenpflegeorden, auf preußischem Gebiet geschlossen, die Schwestern und Brüder ausgewiesen. Damit bleiben die Klöster der Vinzentinerinnen, der Dernbacher Schwestern und der Barmherzigen Brüder bestehen, ... »Details
  11. 24. Juni 1875: Weiterhin verminderter Wohlstand in den Städten
    Am 24. Juni 1875 berichtet der Wiesbadener Regierungspräsident Lothar von Wurmb (1824–1890) dem Kaiser, dass der Wohlstand der Bevölkerung, vor allem in den Städten, weiterhin vermindert sei. Noch immer gäbe es Stockungen im Handel und in der Industrie. Man könne keine Unternehmungen, keine Luxusausgaben und keinen Verkauf von Häusern verzeichnen. Die Arbeiterbevölkerung hingegen, leide ... »Details
  12. 29. Juni 1875: Festakt zur Einweihung des Wilhelmsturmes in Dillenburg
    1865 bildete sich in Dillenburg ein Komitee, das ein Denkmal zu Ehren des in dieser Stadt geborenen Prinzen Wilhelm I. von Oranien (1533–1584) errichten wollte. Als Standort für den „Wilhelmsturm“ im historisierenden Stil nach Plänen des Wiesbadener Baurates Friedrich Albert Cremer (1824–1891) wählte man die Fundamente des im Siebenjährigen Krieg zerstörten Schlosses auf dem 270 m ... »Details
  13. Juli 1875: Erste „Kaiserregatta“ in Ems
    Zu Ehren von Kaiser Wilhelm I. (1797–1888), der regelmäßig zur Kur in Ems weilte, wird die seit 1858 hier zur Unterhaltung der Gäste stattfindende Ruderregatta 1875 in „Kaiserregatta“ umbenannt. ... »Details
  14. 4. Juli 1875: Umbettung Georg Büchners bei Zürich
    Nach der Abtragung des Friedhofs am Krautgarten, in dem der in 1837 in Zürich verstorbene Georg Büchner (1813–1837) beerdigt worden war, wird der Dichter auf den Germania-Hügel verlegt und am 4. Juli 1875 von der Gesellschaft deutscher Studierender im Rahmen einer „patriotischen Gedenkfeier“ gewürdigt.(StH) ... »Details
  15. 13. Juli 1875: Gründung von Fortbildungsschulen im Großherzogtum Hessen
    Das großherzoglich hessische Ministerium des Innern ordnet am 13. Juli 1875 die Einrichtung von Fortbildungsschulen in allen Gemeinden an. Es greift in seiner Verfügung auf die in zahlreichen Orten (zum Beispiel in Heppenheim, Waldmichelbach und Weiher) schon bestehenden Einrichtungen zurück und verpflichtet alle Gemeinden zur Gründung. Die Auswahl der Unterrichtsinhalte ist den Gemeinden ... »Details
  16. 5. August 1875: Der Hessische Verein für Geschichte und Landeskunde bestellt Ludwig Bickell zum Konservator
    Am 5. August 1875 bestellt der Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde den Juristen und Heimatforscher Ludwig Bickell (1838–1901) zum Konservator ihrer ab November 1875 im Landgrafenschloss in Marburg ausgestellten „Alterthumssammlung“, in die er seine private Sammlung einbrachte. Diese in den Folgejahren weiter ausgebaute Sammlung bildete später den Grundstock des ... »Details
  17. 16. August 1875: Erste Pferdebahn in Wiesbaden
    Die erste Pferdebahn-Linie wird am 16. August 1875 in Wiesbaden in Betrieb genommen.(StH) ... »Details
  18. 18. August 1875: Ersatzwahl zum Preußischen Abgeordnetenhaus im Wahlkreis Kirchhain – Frankenberg
    Im Wahlkreis Kassel 9: Kirchhain – Frankenberg findet eine Ersatzwahl zum Preußischen Abgeordnetenhaus statt. ... »Details
  19. 29. September 1875: Auflösung der Franziskanerklöster in Fulda und Salmünster
    Die Franziskanerklöster in Fulda und Salmünster werden wegen des Kulturkampfgesetzes gegen die Ordensniederlassung am 29. September 1875 aufgelöst.(StH) ... »Details
  20. 3. Oktober 1875: Eröffnung des 8. Kommunallandtages des Regierungsbezirks Wiesbaden
    In Wiesbaden wird der 8. Kommunallandtag des Regierungsbezirks Wiesbaden durch eine Ansprache des stellvertretenden königlichen Landtagskommissars, Regierungspräsident Lothar von Wurmb (1824–1890) eröffnet. Zum Vorsitzenden des Kommunallandtages wurde Graf Hugo von Matuschka ernannt, zu seinem Stellvertreter Landrat Wilhelm von König. Als Schriftführer wegen die Abgeordneten Schirm und ... »Details