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Hessen im 19. und 20. Jahrhundert
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- 25. Juni 1971: Elfter Hessentag in Eschwege
In Eschwege findet der elfte Hessentag statt. Als Ehrengäste nehmen Bundespräsident Gustav Heinemann (1899–1976; SPD) und seine Frau Hilda (1896–1979) teil. Die Veranstaltung findet zum letzten Mal in ihrer ursprünglichen dreitägigen Form statt, ab dem zwölfte Hessentag 1972 in Marburg erstreckt sich das älteste deutsche Landesfest auf eine Dauer von neun Tagen. Mit schätzungsweise etwa ... »Details - 26. Juni 1971: Der amerikanische Astronaut Thomas Patten Stafford zu Besuch in Hessen
Am heutigen Samstag trifft der amerikanische Apollo-Astronaut Thomas Patten Stafford (geb. 1930) in Begleitung seiner Ehefrau Faye und seiner beiden Töchter Dionne Kay und Karin Elaine in Frankfurt am Main ein. Stafford war Kommandant der als „Generalprobe“ für die Mondlandung durchgeführten Mission Apollo 10, die am 18. Mai 1969 vom „Weltraumbahnhof“ des Kennedy Space Centers auf ... »Details - 5. Juli 1971: Ende der Warnstreiks in der hessischen Chemieindustrie
Die Arbeiter der hessischen Chemieindustrie folgen dem Aufruf des Hauptvorstandes der Gewerkschaft Chemie-Papier-Keramik, nach der Beilegung des Tarifkonflikts wieder an ihre Arbeitsplätze zurückzukehren. In Hessen hatten sich schätzungsweise bis zu 30.000 Beschäftigte an Ausständen beteiligt, fast die Hälfte der Streikenden legte dabei vollständig und unbefristet die Arbeit nieder. Eine ... »Details - 6. Juli 1971: Zwangsräumung der von Obdachlosen besetzten Belgiersiedlung in Kassel
Auf Anweisung des Bundesvermögensamtes als rechtmäßigem Eigentümer wird in Kassel die von Bewohnern einer Obdachlosen-Siedlung („Lettenlager“) besetzte Belgiersiedlung im Ortsteil Wehlheiden von der Polizei zwangsgeräumt. Zuvor hatten am 6. Mai etwa 30 Studenten sechs leerstehende Häuser der in den 1950er Jahren im Stil einer Reihenhaussiedlung als Wohnsitz für die Familien der in ... »Details - 23. Juli 1971: Das Institut Wohnen und Umwelt GmbH in Darmstadt nimmt seine Arbeit auf
Das Institut Wohnen und Umwelt GmbH (IWU), eine Gründung der Hessischen Landesregierung, nimmt in Darmstadt seine Arbeit auf. Gesellschafter sind das Land Hessen und die Stadt Darmstadt. Als Organe des IWU werden im Gesellschaftsvertrag des Unternehmens die „wissenschaftliche und Verwaltungsgeschäftsführung sowie die Institutskonferenz, die Konferenz der ständig beschäftigten ... »Details - 5. August 1971: Deutscher Bundestag beschließt das Zonenrandförderungsgesetz
Durch das Gesetz zur Zonenrandförderung werden die Fördermaßnahmen und Hilfsleistungen des Bundes für die von der innerdeutschen Grenzziehung und der nachteiligen Randlage zur DDR besonders betroffenen Bundesländer erstmals rechtlich festgelegt und im Vergleich zum Umfang der ersten Hilfsleitungen in den 1950er Jahren deutlich verbessert. Die drei wichtigsten Punkte des Gesetzes sind:die ... »Details - 4. September 1971: Walter Schmidt verbessert den Weltrekord im Hammerwurf auf 76,40 Meter
Der gebürtig aus Lahr (Schwarzwald) stammende und für den Allgemeinen Sportclub in Darmstadt (ASC Darmstadt) antretende deutsche Leichtathlet Walter Schmidt (geb. 1948) verbessert in Lahr den noch frischen „inoffiziellen“ (vom internationalen Leichtathletikverband IAAF nicht anerkannten) Hammerwurf-Weltrekord des Mainzers Uwe Beyer (1945–1993) um 1,50 Meter auf die Weite von 76,40 Meter. ... »Details - 26. September 1971: Der Frankfurter Hauptbahnhof wird Drehpunkt des neuen InterCity-Netzes der Bahn
Der Hauptbahnhof in Frankfurt am Main wird mit Herausgabe des Winterfahrplans der Deutschen Bundesbahn zu einem zentralen Drehpunkt des neuen InterCity-Netzes der Deutschen Bundesbahn. Der InterCity löst als Städteschnellverkehrs-System das vormalige „F-Zug-Netz“ ab und ist nach Angaben der Deutschen Bundesbahn das erste Fernzugsystem der Welt, das in einem regelmäßigen Zwei-Stunden-Takt ... »Details - Oktober 1971: Erstmals mehr als 10.000 Studierende an der Universität Marburg
An der Philipps-Universität Marburg immatrikulieren sich im Wintersemester 1971/72 erstmals mehr als 10.000 Studierende (10.492). Im vorangehenden Sommersemester waren es noch 9.295.Die Marburger Universität registrierte im Jahr 1887 erstmals mehr als 1.000 Studierende; diese Zahl verdoppelte sich bis 1909. Unmittelbar nach Ende des Ersten Weltkriegs verzeichnete die Philipps-Universität über ... »Details - 1. Oktober 1971: Aufstellung des Amts für Flugsicherung der Bundeswehr in Frankfurt
Durch Fusion der Zentralstelle für Militärische Flugsicherung in Köln/Wahn und der Verbindungsstelle der Bundeswehr zur Bundesanstalt für Flugsicherung (BFS/Z) in Frankfurt am Main wird am Sitz der Bundesanstalt für Flugsicherung am Opernplatz in Frankfurt am Main das Amt für Flugsicherung der Bundeswehr (AFSBw) aufgestellt. Damit sitzen die zuständigen Experten für zivile und ... »Details - 15. Oktober 1971: Tod des Volksschauspielers Joseph Offenbach
Der Volksschauspieler Joseph Offenbach stirbt im Alter von 66 Jahren in Darmstadt. Offenbach, dessen bürgerlicher Name eigentlich Joseph Ziegler lautet, wurde am 28. Dezember 1904 in Offenbach am Main geboren. Nach beruflichen Anfängen als Laienschauspieler, unter anderem am Münchener Staatstheater erlangt er während der 1950er Jahre größere Popularität als Filmschauspieler. Seine Rolle in ... »Details - 17. Oktober 1971: Friedenspreis des Deutschen Buchhandels an Marion Gräfin Dönhoff
Die deutsche Publizistin und Chefredakteurin der renommierten Wochenzeitung „Die Zeit“ Marion Gräfin Dönhoff (1909–2002) erhält in der Frankfurter Paulskirche den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. ... »Details - 23. Oktober 1971: Georg-Büchner-Preis an Uwe Johnson
Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht im Rahmen ihrer jährlichen Herbsttagung in Darmstadt den Georg-Büchner-Preis an den Schriftsteller Uwe Johnson (1934–1984). Gewürdigt wird „die strenge Kunst seines epischen Werkes, worin er gegenwärtige Menschenwelt mit ernster Wahrhaftigkeit dargestellt hat.“0=Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung: Auszeichnungen: ... »Details - 25.-26. Oktober 1971: Feierliche Eröffnung des Lehrbetriebs an der Gesamthochschule Kassel
Mit einem Fest und einer Ansprache des Hessischen Ministerpräsidenten Albert Osswald (1919–1996) nimmt die Gesamthochschule Kassel am Montag, den 25. Oktober 1971, ihren Betrieb auf. In Kassel wird damit bundesweit erstmals das Modell einer integrierten Gesamthochschule verwirklicht, die Merkmale und Ausbildungsstränge der klassischen Universität und der Fachhochschule vereint und mehrere ... »Details - 6. November 1971: Gründung des Marburger Konvents studentischer Verbindungen
Auf dem Haus der Turnerschaft Philippina zu Marburg wird von 13 studentischen Korporationen, die den farbentragenden und pflichtschlagenden Dachverband „Coburger Convent der Landsmannschaften und Turnerschaften an deutschen Hochschulen“ (CC) verlassen haben, der später als „Marburger Konvent studentischer Verbindungen“ bekannte Korporationsverband gegründet. ... »Details - 11. November 1971: In Frankfurt wird mit der Ost-West-Bank die erste sowjetische Bank in der Bundesrepublik gegründet
Ausgehend von einer Empfehlung des deutschen Wirtschaftsministers Karl Schiller (1911–1994; SPD) wird in Frankfurt am Main die Ost-West-Bank als erstes sowjetisches Kreditinstitut in der Bundesrepublik Deutschland nach deutschem Recht gegründet. Mehrheitseigentümer der Bank ist der sowjetische Staat mit 55 Prozent Anteil am Aktienkapital des Unternehmens. Weitere 30 Prozent des in 200 ... »Details - 16. November 1971: Tod des Frankfurter Oberbürgermeisters Walter Möller
Der Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main Walter Möller stirbt im Alter von 51 Jahren. Der gebürtige Frankfurter, der bereits im Mai 1971 nach der Eröffnung eines Freibades im Stadtteil Eschersheim einen Infarkt erlitten hatte, erliegt auf der Rückfahrt nach einer Unterredung mit dem hessischen Finanzminister (und späteren Nachfolger im Amt des Frankfurter Oberbürgermeisters) Rudi ... »Details - 30. November 1971: Start des Kommunalen Kinos in Frankfurt
Das Kommunale Kino in Frankfurt am Main (oftmals abgekürzt „KoKi“) nimmt als eines der ersten von einer Kommune mit öffentlichen Mitteln finanzierten Filmtheater in der Bundesrepublik seinen Betrieb auf. Bereits 1970 hatte die Stadt Duisburg mit dem „filmforum“ ein Kommunales Kino in städtischer Trägerschaft eröffnet. ... »Details - 1. Dezember 1971: Demonstration gegen das geplante Hochschulrahmengesetz des Bundes in Frankfurt
In Frankfurt am Main demonstrieren etwa 3.000 Studierende gegen die Einführung einer Rahmengesetzgebung des Bundes für die deutschen Hochschulen. Etwa 600 Teilnehmer der Veranstaltung sind aus den hessischen Universitätsstädten Marburg, Gießen, Kassel und Darmstadt angereist. Ausgangspunkt der Demonstration ist das Messegelände. Von dort führt der Weg des Demonstrationszuges über ... »Details - 16. Dezember 1971: Rudi Arndt neuer Oberbürgermeister in Frankfurt
Rudi Arndt (1927–2004; SPD) wird als Nachfolger des am 16. November 1971 verstorbenen Kurt Walter Möller zum Frankfurter Oberbürgermeister gewählt. Sein Nachfolger als Hessischer Staatsminister der Finanzen wird Heribert Reitz (1930–2018). Arndt tritt das Amt des Frankfurter Stadtoberhaupts im April 1972 an.(OV) ... »Details - 3. Februar 1972: Mit Vollgas über die Grenze: junger Familie gelingt spektakuläre Flucht aus der DDR
Einem 29-jährigen Schlosser aus einem grenznahen Ort der DDR gelingt mit seiner 27-jährigen Ehefrau und ihrem sechsjährigen Sohn unter spektakulären Umständen die Flucht über die innerdeutsche Grenze nach Thalhausen bei Philippsthal. Der Mann, seit langem in unmittelbarer Nähe der Demarkationslinie im Kalisalzbergwerk als Lkw-Fahrer tätig, ist für die Soldaten der DDR-Volksarmee ein ... »Details - 4.-5. Februar 1972: Aufnahme des regelmäßigen Flugverkehrs Frankfurt - Moskau durch Lufthansa und Aeroflot
Die Deutsche Lufthansa nimmt parallel zur sowjetischen Aeroflot (russ. Аэрофлот) den Linienflugdienst von Frankfurt nach Moskau-Scheremetjewo (zweitgrößter Flughafen der sowjetischen Hauptstadt, russ. Шереме́тьево) auf. Grundlage für die Überflug- und Nutzungsrechte ist ein am 5. Oktober 1971 paraphiertes und am 11. November in Berlin unterzeichnetes Luftverkehrsabkommen ... »Details - 22. Februar 1972: Proteste gegen Prüfungsordnung und Blockade des Hörsaalgebäudes der Universität Frankfurt
Studenten, Schüler und Lehrlinge versuchen erneut, Zwischenprüfungsklausuren im Fach Wirtschaftswissenschaften im neuen Hörsaalgebäude der Johann-Wolfgang-Goethe Universität in Frankfurt am Main zu verhindern. Unbeeindruckt von den auf Wunsch des Universitätspräsidenten Erhard Kantzenbach (geb. 1931) anwesenden Polizei-Hundertschaften bildeten die Demonstranten Sperrketten, um den Zugang ... »Details - 11.-12. März 1972: Der erste Bundesfrauenkongress in Frankfurt markiert den Beginn der neuen deutschen Frauenbewegung
Symbolische neun Monate nach der Veröffentlichung eines aufsehenerregenden Leitartikels des Magazins „STERN“, in dem Hunderte von teils prominenten Frauen erklären, einen illegalen Schwangerschaftsabbruch vorgenommen zu haben, findet in Frankfurt am Main der erste Bundesfrauenkongress statt. Etwa 400 Frauen aus 40 Städten nehmen an der zweitägigen Veranstaltung teil, die in der Frankfurter ... »Details - 12. März 1972: Verleihung des Otto-Hahn-Preises der Stadt Frankfurt an den Physiker Rudolf Schulten
Im Kaisersaal des Frankfurter Römers in wird zum zweiten Mal der 1969 gestiftete Otto-Hahn-Preis der Stadt Frankfurt am Main verliehen. Preisträger ist der deutsche Physiker und Nukleartechniker Rudolf Schulten (1923–1996), Leiter des Lehrstuhls für Reaktortechnik an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen und zugleich Direktor am Institut für Reaktorentwicklung der ... »Details - 14. März 1972: Eröffnung des neuen Terminals Mitte auf dem Frankfurter Flughafen
Der „Jumbobahnhof“ des Frankfurter Flughafens, das neue Terminal Mitte, wird nach bald siebenjähriger Bauzeit mit vierjähriger Verspätung0=Die Grundsteinlegung erfolgte am 16. Juni 1965 durch den damaligen hessischen Wirtschafts- und Verkehrsminister und späteren Frankfurter Oberbürgermeister Rudi Arndt (1927–2004). in Anwesenheit von rund 2.000 geladenen Ehrengästen aus dem In- und ... »Details - 2. April 1972: RAF-Terroristen stehlen Zünder für die Bomben der „Maioffensive“ in einem Steinbruch bei Oberaula
Die RAF-Terroristen Ulrike Meinhof (1934–1976), Andreas Baader (1943–1977), Gudrun Ensslin (1940–1977), Holger Meins (1941–1974), Jan-Carl Raspe (1944–1977) und Klaus Jünschke (geb. 1947) dringen in mehrere Gebäude eines Basaltwerks am Ortsrand der nordhessischen Ortschaft Oberaula (Schwalm-Eder-Kreis) ein und entwenden Sprengkapseln und fertige Zünder, die einige Wochen später bei ... »Details - 11. April 1972: Heribert Reitz wird neuer hessischer Finanzminister
Nach dem Ausscheiden von Rudi Arndt (1927–2004; SPD) aus der Hessischen Landesregierung wird der bisherige Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Heribert Reitz (1930–2018) mit seiner Vereidigung im Hessischen Landtag neuer hessischer Finanzminister. Rudi Arndt hat das Amt des Frankfurter Oberbürgermeisters angetreten, zu dem er am 15. Dezember 1971 als Nachfolger des am 16. November 1971 ... »Details - 4. Mai 1972: Uraufführung von Hochhuths „Hebamme“ unter anderem in Wiesbaden und Kassel
Das Stück „Die Hebamme“ von Rolf Hochhuth (1931–2020) wird zeitgleich im Schauspielhaus Zürich, in den Münchener Kammerspielen, an den Städtischen Bühnen in Essen, am Deutschen Theater in Göttingen, am Hessischen Staatstheater in Wiesbaden und am Staatstheater in Kassel uraufgeführt. Das von dem Autor seit Herbst 1971 angekündigte Stück,0=Vgl. Frankfurter Allgemeine Zeitung, ... »Details - 8.-11. Mai 1972: Erneute Minensprengungen bei Weidenhain
Nachdem es bereits rund drei Jahren zuvor zu Minensprengungen an der innerdeutschen Grenze in der Nähe von Weidenhain gekommen war, werden entlang des Werraufers und insbesondere im Ortsteil Weidenhain erneut Minen gesprengt. Die Häuser der Anwohner auf westdeutschem Gebiet tragen schwere Schäden davon: Zersplitterte Fensterscheiben, verschobene Dachziegel, aus ihrer Verankerung gedrückte ... »Details
