Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
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Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

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  1. 12. April 1933: Tod des früheren hessischen Staatspräsidenten Carl Ulrich
    Der frühere sozialdemokratische Staatspräsident des Volksstaats Hessens, Carl Ulrich, stirbt in Offenbach am Main im Alter von 80 Jahren. Ulrich hat dem Deutschen Reichstag von 1890 bis 1930, also vierzig Jahre, fast ununterbrochen als Abgeordneter angehört.(OV) ... »Details
  2. 12. April 1933: Rektorenkonferenz in Wiesbaden beschließt Gleichschaltung der Hochschulen
    Die Rektorenkonferenz der deutschen Hochschulen in Wiesbaden beschließt die Gleichschaltung des deutschen Hochschulwesens. Es wird beschlossen, dass Studenten in Zukunft bei ihren Immatrikulation an einer Hochschule unter Ehrenwort ihre arische Abstammung darlegen müssen.(OV) ... »Details
  3. 15. April 1933: Umbenennung von Straßen in Marburg
    Wie vom Stadtparlament beschlossen, werden Marburger Straßen und Plätze umbenannt. Der Friedrichsplatz im Südviertel erhält den Namen „Adolf-Hitler-Platz“.(OV) ... »Details
  4. 18. April 1933: Versuch zur Wiederaufnahme eines Viehmarktes in Frankenberg
    Mit dem Boykott jüdischer Geschäfte seit dem 1. April und der Propaganda gegen jüdische Händler wird in Frankenberg versucht, „zur Verbesserung der Wirtschaftsverhältnisse“ in der Stadt wieder einen (von Juden nicht beeinflussten) Viehmarkt abzuhalten. Am 18. April werden dabei 27 Pferde, vier Fohlen, 87 Rinder und zwei Ochsen zu Markt aufgetrieben. Für Pfingsten wird ein weiterer ... »Details
  5. 18. April 1933: Bekanntgabe der Zusammensetzung des Hessischen Landtags
    Es wird bekanntgegeben, wie sich Landtage und Bürgerschaften nach dem Gleichschaltungsgesetz zusammensetzen. Danach gehören dem auf 45 Mitglieder verkleinerten Hessischen Landtag die Parteien mit folgender Anzahl an Sitzen an:NSDAP 26 (32)Deutschnationale 1 (1)Volkspartei 0 (1)Mittelparteien 0 (1)Zentrumspartei 7 (10)SPD 11 (17)KPD 5 (8) nicht zugeteilt ... »Details
  6. 27. April 1933: Selbstmord des Sprachwissenschaftlers Hermann Jacobsohn in Marburg
    Der Marburger Sprachwissenschaftler und Direktor der Zentralstelle für den Sprachatlas des Deutschen Reiches und der Deutschen Mundartforschung, Prof. Dr. Hermann Jacobsohn (geb. 1879), begeht Selbstmord. Er wirft sich am Marburger Südbahnhof vor einen Zug, nachdem ihm am 25. April aufgrund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 seiner jüdischen Herkunft ... »Details
  7. 29. April 1933: Liberales „Hessisches Tageblatt“ muss sein Erscheinen einstellen
    Das in Marburg erscheinende und von Hermann Bauer (1897–1986) herausgegebene demokratisch-liberale Hessische Tageblatt muss dem geistigen und wirtschaftlichen Druck weichend sein Erscheinen einstellen. ... »Details
  8. 1. Mai 1933: Schutzhaftlager Osthofen wird hessisches Konzentrationslager
    In einer ehemaligen Papierfabrik wird das „Schutzhaftlager“ Osthofen in Rheinhessen wird von Staatskommissar Werner Best (1903–1989) zum „hessischen Konzentrationslager“ erklärt. In der Zeit bis 1935 werden zahlreiche in Schutzhaft genommene Personen aus dem Volksstaat Hessen in Osthofen in Haft gehalten und gequält.(OV) ... »Details
  9. 1. Mai 1933: 1. Mai als „Tag der nationalen Erhebung“ gefeiert
    Im Deutschen Reich wird nach starker propagandistischer Vorbereitung der 1. Mai als „Feiertag der nationalen Erhebung“ begangen.(OV) ... »Details
  10. 1. Mai 1933: Großer Aufmarsch der Marburger NS-Verbände zum Maifeiertag
    In Marburg findet am Spätnachmittag ein Aufmarsch statt, wie ihn nach einem Bericht der „Oberhessischen Zeitung“ „Marburg noch nicht gesehen hatte“. An dem großen Aufmarsch auf dem Marburger Kämpfrasen beteiligen sich die SA, der Kampfbund für den gewerblichen Mittelstand, die Betriebszellen-Organisationen, die NS-Beamtenarbeitsgemeinschaft, der Stahlhelm, die Krieger- und ... »Details
  11. 2. Mai 1933: Verhaftung zahlreicher Gewerkschafter bei Besetzung der Gewerkschaftshäuser
    Wie von der NSDAP geplant, besetzen SS und SA am Tag nach dem „Tag der Arbeit“ in ganz Deutschland alle Häuser des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbunds (ADGB), der Einzelgewerkschaften, die Redaktionen der Gewerkschaftszeitungen sowie die Büros der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten. Dabei werden zahlreiche Gewerkschafter auch aus der Führungsspitze der deutschen Gewerkschaften ... »Details
  12. 3. Mai 1933: Einrichtung einer Gestapostelle in Kassel
    In Kassel wird eine Dienststelle der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) eingerichtet. Dafür bezieht die Gestapo Räume im Kasseler Polizeipräsidium in der Königstraße 31. Die Dienststelle ist für den Regierungsbezirk Kassel zuständig und hat bald eine Außenstelle in Hanau, später auch in Fulda und Marburg. Im Jahr 1933 arbeiten in der Dienststelle 65 Personen.(OV) ... »Details
  13. 5. Mai 1933: NSDAP-Gauleiter Jakob Sprenger wird Reichsstatthalter in Hessen
    Reichspräsident Paul von Hindenburg (1847–1934) ernennt den früheren Gauleiter der NSDAP in Hessen, Fraktionsvorsitzenden im preußischen Staatsrat und Führer des Deutschen Beamtenbundes, Jakob Sprenger (1884–1945), zum Reichsstatthalter in Hessen.(OV) ... »Details
  14. 8. Mai 1933: Erste Bücherverbrennung „undeutscher Literatur“ in Gießen
    In der Universitätsstadt Gießen verbrennen mit dem nationalsozialistischen Regime sympathisierende Hochschulangehörige öffentlich Werke der von ihnen verfemten Autoren sowie sozialdemokratische und kommunistische Zeitungen. Die Verbrennung „zersetzenden Schrifttums“ ist Höhepunkt eines Aufmarschs der Gießener Korporationen und NS-Studenten.0=Vgl. Peter Chroust, Die bürokratische ... »Details
  15. 10. Mai 1933: Bücherverbrennung auf dem Marburger Kämpfrasen
    Auf dem Marburger Kämpfrasen findet eine Bücherverbrennung statt. Die „Oberhessische Zeitung“ berichtet unter der Überschrift: „Scheiterhaufen auf dem Kämpfrasen – Wider den undeutschen Geist!“, dass am Vortrag, wie an allen Hochschulen im Reich, auch in Marburg Kundgebungen wider den undeutschen Geist stattgefunden haben, die mit großen Fackelzügen eingeleitet worden seien:  ... »Details
  16. 13. Mai 1933: Aufbau von Arbeitsdienst-Stammabteilungen im Regierungsbezirk Kassel
    Es wird bekanntgegeben, dass bis zum 1. Januar 1934 im Regierungsbezirk Kassel insgesamt 27 Stammabteilungen des Arbeitsdienstes zu je 218 Mann aufgebaut werden sollen. Dafür geeignete Orte liegen eher auf dem Land, während größere Städte nicht in Frage kommen. „Die Unterbringung muß kasernenmäßig erfolgen um die Geschlossenheit des Stammes zu gewährleisten“ (Wissemann). Die 27 ... »Details
  17. 16. Mai 1933: Einziges Zusammentreten des neu gebildeten 7. Hessischen Landtags
    Der nach dem Gleichschaltungsgesetz neu gebildete 7. Landtag des Volksstaats Hessen tritt zu seiner einzigen Sitzung zusammen. Von einer freien Sitzung eines demokratisch gewählten Parlaments kann nicht mehr die Rede sein. Die Parlamentssitzung gerät zu einer von den Nationalsozialisten inszenierten politischen Farce.(OV) ... »Details
  18. 19. Mai 1933: Bücherverbrennung auf dem Friedrichsplatz in Kassel
    Auf dem Friedrichsplatz in Kassel verbrennen nationalsozialistische Studenten „undeutsche“ Bücher.(OV) ... »Details
  19. 22. Mai 1933: Erste Musterungen nach dem neuen Wehrgesetz
    Nach dem am Vortag von Reichskabinett beschlossenen Wehrgesetz,0=Wehrgesetz vom 21. Mai 1935, veröffentlicht in: Reichsgesetzblatt, Teil I, Jahrgang 1935, Berlin 1935, S. 609-614. das die Wehrpflicht offiziell wieder einführt, werden die jungen Männer der Geburtsjahrgänge 1914 und 1915 zur Musterung aufgerufen. Dies gilt reichsweit, also auch in der preußischen Provinz Hessen-Nassau und im ... »Details
  20. 23. Mai 1933: Starke Zunahme der Belegschaft bei den Opel-Werken
    Nach Mitteilung der Adam Opel AG wurde die Belegschaft allein des Rüsselsheimer Werks um 46 % erhöht. Dazu hat man 2.767 Arbeitslose eingestellt.(OV) ... »Details
  21. 23. Mai 1933: Frankfurter Universitäts-Rektor fordert gleichgeschaltete Dozentenakademie
    Der neu eingesetzte Rektor der Universität in Frankfurt am Main, Professor Ernst Krieck (1882–1947), fordert in seiner Rektoratsrede eine Dozentenakademie zu schaffen, „die die Dozenten und den Nachwuchs auf Form und gemeinsame Richtung zu bringen vermag.“ Ernst Krieck wurde 1928 an die Pädagogische Akademie Frankfurt berufen, seit 1931 war er Mitglied des völkisch gesinnten ... »Details
  22. 23. Mai 1933: Gleichschaltung von Vereinen auch in Frankenberg
    Im Rahmen der Gleichschaltung von Vereinen und Verbänden werden bisher selbstständige Vereine gezielt in nationalsozialistische Organisationen eingegliedert. In Frankenberg lädt der Frankenberger Turnverein e. V. zu einer außerordentlichen Vollversammlung am 23. Mai. Als erster Tagesordnungspunkt wird die „Gleichschaltung gemäß der neuen Anordnung der deutschen Turnerschaft“ behandelt. ... »Details
  23. 24. Mai 1933: Kolb und Hilferding schildern in Paris die Grausamkeit des Nationalsozialismus
    Die Schriftstellerin und Pazifistin Annette Kolb (1870–1967) und der sozialdemokratische Publizist und Politiker Rudolf Hilferding (1877–1941) beschreiben deutschen Emigranten in Paris „die dekadente Grausamkeit“, mit der die Nationalsozialisten im Reich ihre Opfer quälen. „Die Methode erinnere sie an den Düsseldorfer Mörder Kürten0=Der deutsche Serienmörder Peter Kürten ... »Details
  24. 24.-25. Mai 1933: Gau-Wehrsporttag des „Stahlhelms“ in Bad Wildungen
    Am Himmelsfahrts-Donnerstag und dem davor liegenden Mittwoch findet in Bad Wildungen der 7. Gau-Wehrsporttag des Gaus Kurhessen-Waldeck des „Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten“ statt. (KU) ... »Details
  25. 30. Mai 1933: SPD-Abgeordnete in Hersfeld von der Kreistagsarbeit ausgeschlossen
    Der stellvertretende Landrat des Kreises Hersfeld Richard Bienert gibt während seiner Eröffnungsrede des Hersfelder Kreistages den Ausschluss der sozialdemokratischen Abgeordneten von der Kreistagsarbeit bekannt: ... »Details
  26. 31. Mai 1933: Erklärung der Fuldaer Bischofskonferenz
    Die in Fulda tagende Bischofskonferenz äußert sich zur Frage der katholischen Jugendorganisationen und lehnt eine Staatsauffassung, nach der die gesamte Jugend ausschließlich vom Staat erfasst und erzogen werden solle, als mit der katholischen Lehre unvereinbar ab. Sie verlange vielmehr als Glaubensgemeinschaft volles Gemeinschaftsrecht für die kirchliche Jugendorganisation und das ... »Details
  27. 31. Mai 1933: Säuberungen in der Hessischen Polizei und Entlassung von Beamten
    Unter den Überschriften „Die Säuberung der Polizei wird fortgesetzt. 65 Beamte aus der Landespolizei entlassen.“ berichtet die „Oberhessische Zeitung“ in einem kurzen Artikel, dass nach der Entlassung von unzuverlässigen Offizieren, bei der das Offizierskorps der (hessischen) Landespolizei um fast ein Drittel verkleinert worden sei, nunmehr auch die nicht mehr tragbaren Elemente aus der ... »Details
  28. Juni 1933: Werbung für den nationalsozialistischen Flugtag in Kassel
    Die Gau-Pressestelle der NSDAP wirbt im Eschweger Tageblatt unter der Überschrift Bomben auf Kassel für den ersten nationalsozialistischen Flugtag in Kassel, der am 16. Juli 1933 abgehalten wird. (OV/KU) ... »Details
  29. 1. Juni 1933: Reichswehrminister Blomberg begründet in Bad Wildungen die deutsche Aufrüstung
    Reichswehrminister General Werner von Blomberg (1878–1946) erläutert vor einem Kreis höherer Offiziere in Bad Wildungen die deutschen Rüstungsabsichten und erklärt die Aufrüstung des Landes für notwendig. Gegenüber den Anwesenden äußert er, es gehe auf der Genfer Abrüstungskonferenz darum, „eine außenpolitisch beruhigte Atmosphäre“ zu schaffen.0=Die Genfer Abrüstungskonferenz, ... »Details
  30. 3. Juni 1933: Banntreffen der Hitlerjugend in Marburg
    In der Universitätsstadt Marburg findet vom 3. bis 5. Juni das Pfingsttreffen des Bannes Hessen-Nassau-Nord der Hitler-Jugend (HJ) statt. An dem Treffen, das mit einem großen Zeltlager verbunden ist, nehmen etwa 15.000 Hitlerjungen teil. Der Ortsverband der Marburger HJ zeigt für die Gäste den Propaganda-Spielfilm „Hitlerjunge Quex“ des deutschen Regisseurs Hans Steinhoff (1882–1945). Im ... »Details
  31. 7. Juni 1933: Ernennung Prinz Philipps von Hessen zum Oberpräsidenten der Preußischen Provinz Hessen-Nassau
    Prinz Philipp von Hessen (1896–1980) wird zum Oberpräsidenten der preußischen Provinz Hessen-Nassau mit dem Regierungssitz Kassel ernannt. Der Prinz aus dem Hause Hessen-Kassel und Neffe des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. ist bereits seit 1930 Mitglied in der NSDAP (Mitgliedsnummer 418.991) und auch in der SA. Mit der Einsetzung Prinz Philipps, die nicht etwa aufgrund seiner besonders ... »Details
  32. 7. Juni 1933: Zusammenschluss der Evangelischen Landeskirchen von Hessen und Frankfurt
    Die Evangelischen Landeskirchen von Hessen und von Frankfurt am Main schließen sich zu einer „Arbeitsgemeinschaft“ zusammen.(OV) ... »Details
  33. 8. Juni 1933: Hermann Göring und Philipp von Hessen in Marburg
    Der preußische Ministerpräsident und führende Nationalsozialist Hermann Göring (1893–1946) besucht Marburg. Ihn begleitet der am Vortag ernannte Oberpräsident Prinz Philipp von Hessen (1896–1980). Göring findet den Empfang durch die Marburger Bevölkerung überwältigend.(OV) ... »Details
  34. 15. Juni 1933: Einrichtung des Konzentrationslagers Breitenau im ehemaligen Benediktiner-Kloster Guxhagen
    Das ehemalige Benediktiner-Kloster Breitenau in Guxhagen (etwa 15 Kilometer südlich von Kassel) wird in ein „regionales Konzentrationslager für politische Schutzhäftlinge“ umfunktioniert (vgl. NS-Topografie: Breitenau, Frühes Konzentrationslager). Die Einrichtung dient der Internierung der nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten im Januar 1933 massenhaft verhafteten ... »Details
  35. 15. Juni 1933: Bekenntnis zum Nationalsozialismus auf dem Brüdertag der Diakonie in Treysa
    In Treysa findet ein außerordentlicher Brüdertag der Diakonie statt. Pastor Fritz Happich, der Vorsteher der Diakonieanstalt Hephata, erklärt dabei in seinem Bericht zum Brüdertag die Haltung der Männlichen Diakonie zum nationalsozialisitischen Staat: ... »Details
  36. 16. Juni 1933: Widerstand von Pfarrern gegen die Gleichschaltung der Kirche
    Im Rahmen einer Vortragsveranstaltung der theologischen Fachschaft an der Philipps-Universität in Marburg erklärt der Pfarrer Dr. Karl Bernhard Ritter (1890–1968) die Gleichschaltung der evangelischen Kirche für untragbar. Wenig später schließt sich Ritter dem am 21. September offiziell ins Leben gerufenen „Pfarrernotbund“ an, der zum Träger eines „Systems gemeinsamer Solidarität“ ... »Details
  37. 21. Juni 1933: Propagandaminister Goebbels betont den Alleinherrschaftsanspruch der NSDAP
    Reichspropagandaminister Dr. Joseph Goebbels (1897–1945) spricht in Frankfurt am Main vor Vertretern der Presse und betont den „rein nationalsozialistischen Charakter“ der „gegenwärtigen Revolution“. Damit unterstreicht Goebbels den Alleinherrschaftsanspruch der Nationalsozialisten, die nicht bereit sind, eigenständige Aktivitäten der zuvor als Verbündete angesehenen ... »Details
  38. 22. Juni 1933: Verbot der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands
    Reichsinnenminister Wilhelm Frick (1877–1946) erklärt die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) zur staats- und volksfeindlichen Partei. Die Landesregierungen werden von ihm aufgefordert, auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz für Volks und Staat vom 28. Februar 1933 die notwendigen Maßnahmen gegen die SPD zu treffen. Insbesondere sollen sämtliche Mitglieder der ... »Details
  39. 23. Juni 1933: Verhaftung Wilhelm Leuschners
    Der vor wenigen Wochen, am 1. April, von seinem Amt als hessischer Innenminister zurückgetretene SPD-Politiker und Gewerkschaftsführer Wilhelm Leuschner (1890–1944) wird bei seiner Rückkehr von der 17. Sitzung des Internationalen Arbeitsamts in Genf erneut verhaftet. Leuschner war bereits am 2. Mai im Zuge der Zerschlagung der Gewerkschaften durch die Nationalsozialisten verhaftet, für ... »Details
  40. 25. Juni 1933: Sozialdemokraten in Marburg in Schutzhaft genommen
    Nach dem Verbot der SPD werden in Marburg zehn Parteimitglieder in Schutzhaft genommen. Unter ihnen befindet sich mit dem jungen Juristen Georg Gaßmann (1910–1987) der spätere Marburger Oberbürgermeister sowie mit dem Vorsitzenden der SPD-Ortgruppe August Eckel (1896–1978) der von 1945 bis 1966 amtierende Marburger Landrat. (OV/KU) ... »Details
  41. 25. Juni - 2. Juli 1933: „Deutsche Luftfahrt-Werbewoche“ auf dem Flughafen Gießen
    Auf dem Flughafen Gießen in Gießen-Wieseck findet eine „Deutsche Luftfahrt-Werbewoche“ statt. Höhepunkt und Abschluss der Veranstaltung ist ein Nationaler Werbeflugtag am 2. Juli 1933. (KU) ... »Details
  42. 30. Juni 1933: Ausschluss von Stadtverordneten aus der Frankenberger Stadtverordnetenversammlung
    Der Vorsteher der Frankenberger Stadtverordnetenversammlung gibt ein Schreiben des Landrats des Kreises Frankenberg an zwei Stadtverordneten bekannt, denen „polizeilich nahegelegt wird, sich jeder Mandatsausübung zu enthalten“. Es handelt sich um den jüdischen Stadtverordneten Dilloff und den sozialdemokratischen Abgeordneten Schulte, der der vor kurzem im Reich verbotenen SPD ... »Details
  43. Juli 1933: Erörterung einer Werrakanalisierung zwischen Eschwege und Eisenach
    Im Reichsverkehrsministerium wird die geplante Kanalisierung der Werra zwischen Eschwege und Eisenach für Lastkähne bis 600 t behandelt, die 86 Millionen Reichsmark kosten soll. Während zu Berg Futtergetreide, Mehl, Eisenerzeugnisse und Ruhrkohle nach Nordhessen, Thüringen und Bayern per Schiff transportiert werden sollen, sind es werraabwärts Kali, Holz, Glas und Tonwaren sowie ... »Details
  44. 1. Juli 1933: Eröffnung einer NSDAP-Amtswalterschule in Marburg
    Im sogenannten Hochzeitshaus in der Nicolaistraße in Marburg eröffnet der Gauleiter von Kurhessen, Karl Weinrich (1887–1973), die erste von drei NSDAP-Amtswalterschulen. Aufgabe der Amtswalterschulen ist es, „die nationalsozialistische Weltanschauung in den Herzen und Hirnen der deutschen Menschen zu verankern“.(OV) ... »Details
  45. 10. Juli 1933: Regierungspräsident in Kassel meldet Zerschlagung der Kommunistischen Partei
    Der Bericht des Regierungspräsidenten in Kassel an das Geheime Staatspolizeiamt (Gestapa) in Berlin meldet, dass die kommunistische Bewegung im Regierungsbezirk Kassel seit ihrer Niederschlagung und der Verhaftung der Führer im Monat Juni keine Belebung erfahren habe. Lediglich in Melsungen habe es illegale Führerbesprechungen kommunistisch eingestellter Personen gegeben. Fünf Beteiligte seien ... »Details
  46. 16. Juli 1933: „Bomben auf Kassel“ als Motto des NS-Großflugtags auf dem Flugplatz Kassel-Waldau
    Auf dem Flugplatz Kassel-Waldau findet ein NS-Großflugtag mit etwa 15.000 Besuchern statt.1=Ursprünglich waren die Veranstalter von bis zu 80.000 Gästen ausgegangen. Als besondere „Attraktion“ ist am Rande des Flugfelds ein aus Holz und Papier gefertigtes Modell der Kasseler Altstadt aufgebaut worden, das als Höhepunkt und Abschluss der Veranstaltung „unter Bomben verenden“ (Wortlaut ... »Details
  47. 23. Juli 1933: Neuwahlen der Kirchenvorstände werden abgesetzt
    Die für den 23. Juli angesetzten Wahlen der Kirchenvorstände in den evangelischen Gemeinden in und um Marburg werden am 21. Juli abgesagt, weil nur Einheitslisten als Wahlvorschläge vorgelegt werden konnten.(OV) ... »Details
  48. 28. Juli 1933: Gestapo-Stelle in Kassel berichtet über parteipolitische Lage
    Die Staatspolizeistelle Kassel gibt einen Bericht über die parteipolitische Lage im Bezirk Kassel. Von einer politischen Betätigung der KPD sei nach der Ermittlung und „Aufhebung“ des 3. Führeraufgebots der KPD nichts mehr zu merken. Es sei offenbar erfolgreich gewesen, in erster Linie die Schreibmaschinen und Vervielfältigungsapparate sicherzustellen. Zur Verteilung von Flugblättern in ... »Details
  49. 31. Juli 1933: Große Zahl von Personen in Schutzhaft
    Im ehemaligen Volksstaat Hessen befinden sich nach offiziellen Angaben 145 Personen in Schutzhaft, in Preußen sind es 14.906. Im ganzen Reich sind 26.789 Menschen in Schutzhaft genommen. Vgl. die Notiz vom 31. Juli 1933.(OV) ... »Details
  50. 31. Juli 1933: Ehemalige „Separatisten“ in Limburg in Schutzhaft genommen
    Die „Oberhessische Zeitung“ (Marburg) meldet zum 1. August in einer kurzen Nachricht mit der Überschrift „Ehemalige Separatisten am Pranger“ aus Limburg, am Vortag habe eine größere Demonstration gegen die ehemaligen Limburger Separatisten stattgefunden. Als die SS, die gerade zum Außendienst ausrücken wollte, von dieser Demonstration erfuhr, sah sie sich veranlaßt, einzugreifen und ... »Details