Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen
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Hessen im 19. und 20. Jahrhundert

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  1. 28. Oktober 1848: Gesuch von Hanauer Goldarbeitergehilfen um finanzielle Unterstützung zur Auswanderung
    Missernten in den Jahren 1845 und 1846 aufgrund schlechter Witterung und der Kartoffelfäule führten zu massiven Preissteigerungen und Lebensmittelknappheit. Die daraus resultierende Beschränkung der Ausgaben für Konsumartikel führte in Hanau vor allem in der Schmuckindustrie zu großen Problemen. Zwischen 1845 und 1847 verlor fast die Hälfte der dort Beschäftigten ihre Arbeit. ... »Details
  2. November 1848: Erinnerungsfeier für Robert Blum
    Nachdem am 9. November 1848 der Abgeordnete der Frankfurter Nationalversammlung Robert Blum (1807-1848) bei Wien zum Tode verurteilt und erschossen wurde, setzte ein regelrechter „Blum-Kult“ ein. Blum, der in Wien den dortigen Revolutionären eine Grußbotschaft der Nationalversammlung überbringen wollte und sich aktiv an den Kämpfen beteiligt hatte, die schließlich von den kaiserlichen ... »Details
  3. 18. Dezember 1848: Inkrafttreten des nassauischen Armenpflegeediktes
    Mit dem Edikt im Revolutionsjahr 1848 organisiert das Herzogtum Nassau die Armenpflege neu. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Heimatgemeinden der Menschen für die Armenfürsorge zuständig, die im Krankheitsfall ohne Einkommen waren, wie Dienstboten, Handwerksgesellen, Fabrikarbeiter, Tagelöhner, Gewerbegehilfe, für die sich der Begriff der „labouring poor“ etabliert. Das ... »Details
  4. 18. Dezember 1848: Staatliche Armenpflege im Herzogtum Nassau
    Vor dem Hintergrund der Einführung der kommunalen Selbstverwaltung im Herzogtum Nassau, die den Gemeinden das Recht gab, ihre Angelegenheiten eigenverantwortlich zu regeln, wurde im Dezember 1848 ein neues Gesetz zur Armenpflege erlassen. Bereits vorher hatte es Stimmen gegeben, die die Armenpflege bevorzugt durch die lokalen Behörden organisiert sehen wollten. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die ... »Details
  5. Winter 1848: Der Frauen-Turnverein in Frankfurt
    Turnvereine spielten eine große Rolle innerhalb der nationalen Bewegung und hatten oft eine politische Ausrichtung, sie waren aber Männern vorbehalten. Eine Ausnahme bildete der Frankfurter Frauenturnverein, der im Winter 1848 gegründet wurde. Ziel des Vereins war auch, die Gleichstellung mit den Männern zu erlangen; die Frauen ergriffen nach eigener Aussage „muthig die Waffen gegen die ... »Details
  6. 1849: Eisenbahnbrücke über die Bauna in Guntershausen fertiggestellt
    1844 war in Kassel eine Aktiengesellschaft gegründet worden, die den Bau der ersten kurhessischen Eisenbahnstrecke, der Friedrich-Wilhelms-Nordbahn, finanzieren sollte.|Die Strecke folgte von Kassel aus zunächst der Fulda, die sie bei Guntershausen überquerte. Die dreizehnbogige Brücke über den Fluss und das Tal mit einer Spannweite von 238 m stellte seinerzeit eine große Herausforderung ... »Details
  7. 9. Januar 1849: Gründung des Zentralausschusses für die Innere Mission
    Auf dem ersten Evangelischen Kirchentag in Wittenberg fordert Johann Hinrich Wichern (1808–1881) die evangelischen Kirchen auf, sich den sozialen Herausforderungen der Zeit zu stellen. Er löst damit eine Veränderung des Konzepts der Inneren Mission aus, das bisher von einzelnen Personen und Einzelmaßnahmen geprägt war und vorrangig die Festigung des Glaubens erstrebte. Die Kirchen sollen nun ... »Details
  8. 26. Februar 1849: Moritz Carriére wird außerordentlicher Professor der Philosophie an der Universität Gießen
    Der aus eine Hugenottenfamilie stammende Sohn eines solmsischen Rentamtmanns Moritz Carrière (1817–1895) wird am 26. Februar 1849 zum außerordentlichen Professor an der Universität Gießen ernannt. Nach seinem Studium in Gießen, Göttingen und Berlin hatte er sich 1843 in Philosophie habilitiert und anschließend eine Tätigkeit als Privatdozent in Gießen aufgenommen. 1847 gehörte er dort ... »Details
  9. Frühjahr 1849: Märzverein und Bürgerwehr in Düdelsheim
    In Düdelsheim (Oberhessen) entstand 1849 ein sogenannter Märzverein, der dafür eintrat, dass die im März 1848 gemachten Zusagen umgesetzt wurden. In einer Petition an die Frankfurter Nationalversammlung drückten die Mitglieder „Erstaunen und Unwillen“ darüber aus, dass die Reichsverfassung nicht in allen Staaten angenommen wurde. Als es im Mai 1849 in Teilen Deutschlands zu Aufständen ... »Details
  10. 21. April 1849: Der Mediziner und Naturforscher Ernst Dieffenbach wird Privatdozent an der Universität Gießen
    Da sich Ernst Dieffenbach (1811–1855) während seiner Studienzeit in Gießen der Demokratiebewegung der Burschenschaften angeschlossen hatte, hatte er 1833 aus Deutschland fliehen müssen. Nach dem Abschluss seines Medizinstudiums in Zürich und einem Gefängnisaufenthalt ging er 1836 nach London, wo er erste medizinische Publikationen vorlegte. Im Frühjahr 1839 wurde er von der New Zealand ... »Details
  11. 28. April 1849: Friedrich Wilhelm IV. von Preußen lehnt die Erbkaiserwürde ab
    Nach der Ablehnung des Angebots der Erbkaiserwürde der Nationalversammlung, also der Kaiserkrone, am 28. April 1849 von König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen (1795–1861) entsteht die letzte Revolutionskarikatur des Frankfurter Zeichners Ernst Schalck (1827–1865), welcher später für die „Frankfurter Latern“ arbeitete. Der „Deutsche Michel“ hustet stark durch die Kaiserpfeife, ... »Details
  12. 28. April 1849: Die Reichsverfassungskampagne
    Am 28. April 1849 lehnte der preußische König Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861) endgültig die Kaiserwürde ab. Damit begannen oftmals bewaffnete Auseinandersetzungen um die Anerkennung der Verfassung, die die Frankfurter Nationalversammlung ausgearbeitet hatte. In Hanau kam es zu einem gemeinsamen Aufruf aller politischer Vereine zum Aufbau einer Freischar für einen bewaffneten Kampf. Es blieb ... »Details
  13. Mai 1849: Schließung der Spielbank in Homburg
    Zum 1. Mai 1849 wurde in der Frankfurter Nationalversammlung ein Gesetz verabschiedet, das öffentlichen Spielbanken den Betrieb untersagte. Glücksspiel galt als „Mittel zur Beförderung des Volkselends“, ein Verbot als wirksame Maßnahme gegen die Spielsucht. ... »Details
  14. Mai 1849: Der Künstler Karl (Charles) Nahl wandert nach Amerika aus
    Mitte Mai 1849 schiffen sich der einer angesehenen Kasseler Künstlerfamilie entstammende Carl Nahl (1818–1878) und sein Halbruder Hugo Arthur Nahl (1833–1889) von Le Havre nach New York ein, wo sie Ende Juni ankommen. Neben Mutter und Geschwistern begleitete sie auch Friedrich August Wenderoth (um 1819–1884), der ebenso wie sie an der Akademie in Kassel ausgebildet worden war. Zusammen mit ... »Details
  15. 23. Mai 1849: Volksversammlungen in Erbach und Ober-Laudenbach
    Ende April 1849 hatte der preußische König Friedrich Wilhelm IV. (1795–1861) endgültig die Kaiserkrone abgelehnt. Nachdem einige Staaten des Deutschen Bundes die von der Nationalversammlung ausgearbeitete Verfassung nicht angenommen hatten, kam es zu Aufständen. Radikale Gruppen versuchten mit Waffengewalt, die Verfassung durchzusetzen. Baden war der Hauptschauplatz der Auseinandersetzung, ... »Details
  16. 26. Mai 1849: Gründung des neuen Hospitals in Fritzlar
    Seit dem Mittelalter besteht ein Armenhospital der Stadt in Fritzlar nahe an der Spitalsbrücke am Mühlgraben. Mit der Säkularisation erhält dieses Heilig-Geist-Hospital das nahe gelegene Gebäude des Franziskanerklosters und Besitzanteile des Petrus-Stiftes überwiesen. Der Stadtrat vereinigt damit die alte Hospitalstiftung mit der Armenstiftung. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts leben elf arme ... »Details
  17. 2. Juni 1849: Zustoß zu den Badischen Aufständen durch die Hanauer Turnerwehr
    In Erbach beschlossen 6.000 Odenwälder bei einer Volksversammlung am 23. Mai 1849 für die Frankfurter Reichsverfassung in Baden teils bewaffnet zu kämpfen.  ... »Details
  18. 7. Juni 1849: Rücktritt von August Hergenhahn und Ende der nassauischen März-Regierung
    Da Preußen den Widerruf der Reichsverfassung, welche in der Frankfurter Nationalversammlung beschlossen wurde, erzwang, tritt am 7. Juni 1849 der nassauische Ministerpräsident August Hergerhahn (1804–1874) zurück. Sein Nachfolger wird der Konservative Freiherr Friedrich von Wintzingerode (1799–1870). Daraufhin flohen Anfang Juli Karl Vogt (1817–1895) und Wilhelm Schulz (1797–1860) mit ... »Details
  19. 10. September 1849: Inbetriebnahme des Fürstenbahnhofs Hanau-Wilhelmsbad
    Am 10. September 1849 wird der Bahnhof Wilhelmsbad bei Hanau im Zusammenhang mit der Eröffnung der Bahnstrecke der Frankfurt-Hanauer-Eisenbahn in Betrieb genommen. ... »Details
  20. 19.Dezember 1849: Einweihung des Bahnhofs Guntershausen als kurhessischer Eisenbahnknotenpunkt
    Unweit der im gleichen Jahr fertiggestellten Eisenbahnbrücke über die Bauna befindet sich der Bahnhof Guntershausen, seinerzeit der erste Bahnknotenpunkt in Kurhessen. Hier wurden die west-östliche verlaufende Friedrich-Wilhelms-Nordbahn und die nord-südliche verlaufende Main-Weser-Bahn zusammengeführt. Bis zur Fertigstellung der direkten Linie Frankfurt-Bebra im Jahr 1868 wurde der gesamte ... »Details